„Zivi-Filmfestival“ – 5 echt besondere Tage

Da ich gerade meinen Zivildienst mache, nahm ich es mir nicht, eine der zahlreichen Ziviseminare zu machen, die das Zivimagazin anbot. Ich wählte den Kurs “ Zivi-Filmfestival“ aus, der einem versprach, mit Schauspielern, Regisseuren etc. zu reden, anspruchsvolle Filme aus den letzten Jahren anzuschaun und über diese zu diskutieren. Ich wählte es aus und fuhr letzten Montag nach Münster, wo es sich ereignete. Es folgten fünf echt tolle Tage im Kino.

Man bekam leider nur die Gelegenheit, mit Kinobetreibern und Betreibern einer Filmwerkstatt zu reden und über die Filme, die man sah, hatte man insgesamt lediglich nur eine knappe halbe Stunde Zeit, um über sie zu mit dem gesamten Kurs plus Leiter zu diskutieren. Das war einfach zu wenig. Dafür waren die vom Kursleiter ausgewählten Filme, acht an der Zahl, große Klasse, für die ich in diesem Post jeweils eine kleine Kritik schreibe.

Montag: 1) „Babel“

– Den Film hatte ich schon gesehen und er wurde hier ja schon thematisiert. 3 von 5 Sternen.

Dienstag: 1) „Three Buriels“

Unter der Regie von Tommy Lee Jones entstand ein moderner Western, der immer mehr zum Drama wird. Es geht um einen toten Mexikaner, der von seinem Freund wieder zu seiner Geburtsstätte mitsamt seinem Mörder gebracht wird. Das ungleiche Trio erleidet dabei unzählige Abenteuer. Es war ein origineller Western, der sämtliche Westernregeln bricht und einen wunderbar spielenden Tommy Lee Jones zeigt, der immer mehr in sich zerbricht. 4 von 5 Sternen.

2) „C.R.A.Z.Y.“

Ein kanadischer Film, der viele künstlerische Einflüße eines französischen Films besitzt, erzählt von einem Jungen, der krampfhaft versucht, seinen Vater stolz zu machen. Doch je älter er wird, desto schwieriger wird es überhaupt, nur in dieser wahnwitzigen Familie zu leben. Der Film erzählt, leider mit ein paar Längen und überflüssigen religiösen Metaphern, eine tolle Vater-Sohngeschichte. 3 von 5 Sternen.

Mittwoch: 1) „Der Traum“

Ein dänischer Kinderfilm, der nicht nur für Kinder ist, denn er erzählt von den 68er und einem Schulkind, dessen Vorbild Martin Luther King ist, der einen Kampf gegen das Schulsystem führt. Netter Film, der allerdings für Erwachsene schon wieder zu klischeehaft ist. 4 von 5 Sternen.

2) „Eastern Promises“

Auch dieser Film wurde hier schon thematisiert. 4 von 5 Sternen.

Donnerstag: 1) „4Monate, 3 Wochen, 2 Tage“

Oh Gott. Mehr fällt einem nicht mehr ein, wenn man diesen Film zu Ende gesehen hat. Es gab keinen Film, der mich je so berührt hatte wie dieser. Er spielt in dem Jahre 1987 in Kasachstan, wo jemand an der Macht war, der Abtreibungen mit aller Härte bestraft hatte. Die Hauptperson im Film ist eine junge Studentin, dessen Freundin schwanger ist und aufgrund der Geldnot abtreiben will. Doch genau das ist nicht so einfach. Man erlebt einen kompletten Tag im Leben dieser Mädchen und bekommt eine Abtreibung, die man so schnell nicht wieder vergessen wird, mit. Eine sehr alte Frau, die mit uns den Film angeguckt hat, ging kurz vor dem Ende des Films raus, weinte und sagte, dass es wirklich so war. Ein unglaublicher Film, aber auch eine unglaubliche Anstrengung, denn es tut weh, sich diesen Film anzuschauen. 5 von 5 Sternen.

2) „Das Leben der Anderen“

Und auch dieser Film wurde auf flimmerblog.de schon besprochen. 5 von 5 Sternen.

Freitag: 1) „Full Metal Village“

Die Doku über das Dorf Wacken, wo sich einmal im Jahr das weltgrößte Metalfestival ereignete, zeigte nicht nur äußerst witzige Bilder von Wacken, sondern noch viel mehr. Der Schwerpunkt des Films wurde auf die Dorfbewohner gesetzt, die durch dieses Festival beeinflußt werden. Man sieht den alten Dorfpaten, der seine Kohle mit dem Festival macht, aber eigentlich sehr gefühlskalt ist. Man lernt einen der Gründer des Festivals kennen, der mittlerweile schon lange nicht mehr dabei ist. Er ist arbeitslos, zeigt aber recht ausländerfeindliche Ansichten. Noch dazu trifft man ein junges, hübsches Mädchen, die gerade mal 16 Jahre alt ist, die, wie man am Ende erfährt, auch sehr kritische Ansichten über den zweiten Weltkrieg besitzt. Diese Doku ist wie die Regisseurin sagt, ein Heimatfilm, oder anders gesagt, ein Blick auf die Menschen auf dem Lande. Der oftmals sehr negativ ausfällt. Leider bestitzt dieser Film auch ein paar unnötige Längen. 3 von 5 Sternen.

Fazit:

Es lohnte sich auf jeden Fall, beim Festival mitzumachen. Wenn man sich für Filme interessiert, bekommt man nicht nur echt gute Filme zu sehen, sondern kann auch ein wenig mit Menschen, die mit dem Film ihr Geld verdienen, reden. Diejenigen, die nächstes Jahr ihren Zivi machen sollten, kann ich nur raten, sich ebenfalls beim Festival eintragen.

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Ein Kommentar

  1. na, klingt doch gut. ich hab es irgendwie verpasst, eine rüstzeit zu nehmen, wobei ich auch keine gefunden habe, die mich wirklich interessiert. außerdem hatte ich keine lust, mich mit der schule und den busfahrern rumzuschlagen, wieso ich denn nun für eine woche aussetze… und die armen kinder hätten ja dann auch wieder keinen gehabt, der sie zur schule fährt… das war immer ein wenig ungünstig gelöst. deshalb habe ich es einfach sein lassen. aber dann hat es sich ja für dich gelohnt.

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