CGI-Effekte – Inzwischen zuviel des Guten

Mit „Jurassic Park“ wurde erstmals ein Lebewesen durch CGI-Effekte in einem Film dargestellt. Das war revolutionär und hat begeistert. Dann kam eine Welle von CGI in Filmen, heute ist das gar nicht mehr wegzudenken. Mit „Massive“ von „Herr der Ringe“ oder „Motion Capturing“ gab es immer weitere Verfeinerungen dieser Effekte. Früher waren die Blockbuster meist Blockbuster, da sie diese neuen, tollen, realistischen Effekte hatten. Wegen diesen Effekten ist man ins Kino gegangen. Früher. Doch heutzutage sind CGI-Effekte Standart und hat man nicht irgendwie das Gefühl, sich sattgesehen zu haben? Wünscht man sich nicht langsam wieder mehr Realismus?

Wirklich echt sehen die CGI-Effekte auch heutzutage selten aus. Hat man in den ersten CGI-Jahren immer wieder Fortschritte gesehen und gedacht, bald wird man gar keinen Unterschied mehr zwischen Realem und CGI feststellen können, wirken die Effekte heute gar nicht so viel besser, wie man es erwartet hätte. Quantität hat sich extrem vermehrt, aber Qualität? Immer öfter werden inzwischen Sachen animiert, die man auch hätte anders darstellen können, es ist inzwischen halt leichter, zu animieren.

Paradebeispiel ist die neue „Star Wars“-Trilogie. Der erste Teil hatte noch einen coolen Lichtschwertkampf mit Schauspielern an Seilen, echte Kulissen und Sets; die beiden anderen wurden fast komplett vor Greenscreen gefilmt. Ist ja schön, dass das Duell in „Episode 3“ das längste ist, aber für meinen Geschmack war da viel zu viel animiert. Und man sieht es, es wirkt nicht real.

Erstaulich ist ja nur, dass man „Jurassic Park“ auch heute noch gut gucken kann, selbst die Effekte sehen noch gut aus. Wie kommt das? Vermutlich, da man sich auf wenige gute konzentriert hat und nicht Massen an schlechten Effekten produziert. Natürlich sollte man nicht wieder zur alten Stop-Motion-Methode wechseln, das ist klar. Nur sollte man meiner Meinung nach lieber gut platzierte Effekte als viele schlechte einsetzen. Schlimm ist auch die Entwicklung von CGI-Blut und Greenscreen. „300“ war noch ok, da hatte das Ganze ja eh nur künstlerischen Sinn, aber inzwischen wird CGI-Blut in fast allen Filmen eingesetzt. Ebenso Greenscreen. Es sieht einfach nicht echt aus… Vermutlich macht man sich in 20 Jahren darüber so lustig, wie wenn wir heutzutage über Autos vor Leinwänden lachen.

Kann ein „Speed Racer“ einen so sehr in seinen Bann ziehen wie ein komplett ohne Visuelle Effekte erschaffenes Rennen aus „Death Proof“? Wirkt ein Indiana Jones an einem animierem Abgrung noch so, wie wenn er wirklich vor einem stehen würde? Der Trailer zu „Indy 4“ sieht ja leider so aus, als hätte man entgegen aller Versprechungen doch einen Großteil vor Greenscreen gedreht.

Aber ich sehe da optimistisch der Zukunft entgegen. Bis auf die Herren Spielberg und Lucas habe ich das Gefühl, dass viele wieder Spezialeffekte und keine Visuellen Effekten wünschen. Jene sollte man nur einsetzen, wenn es nicht anders geht, und dann bitte auch ein wenig über die Qualität nachdenken.

Wie seht ihr das Ganze, was haltet ihr von der CGI-Entwicklung und was wünscht ihr für die Zukunft?

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5 Kommentare

  1. Eine sehr schöne Zusammenfassung des Themas. Sehe ich uneingeschränkt genauso, früher ist man wegen der Special Effects ins Kino gegangen und dann gab es eine Entwicklung in die richtige Richtung, das Computereffekte gar nicht mehr als solche erkennbar sein sollten. Heute jedoch wirkt es tatsächlich wie ein Rückschritt, jeder Film verwendet inzwischen CGI, selbst viele Komödien, und das häufig sehr offensichtlich.

    Eigentlich sollte ein guter Effekt der sein, der schockt, aber gar nicht als Effekt erkennbar ist. Aber vermutlich könnte dann die Masse ja gar nicht „Geile Effekte!“ rufen…

    Schon schade, dass Spezialeffekte, die früher so viel Spaß gemacht haben, heute schon richtig nerven können…

  2. aber ich finde „a couple of hundred effect shots“ ehrlich gesagt schon eine ganze menge, wenn „transformers“ 650 gehabt haben soll. in den alten filmen gab es doch so gut wie überhaupt keine, oder irre ich da? da war die sequenz im flugzeug aus teil 3 wahrscheinlich noch das längste, und das sah auch schon nicht gut aus…
    aber da hat man auch eine coole hängebrücke wirklich in die luft gejagt und solche sachen, und sowas scheint es im neuen film nicht mehr zu geben. da kann man sich vermutlich schon über gute sets freuen. und besonders die autojagd aus dem trailer sieht wirklich mies vor dem greenscreen aus, finde ich. aber was soll’s, vielleicht sieht man das im film nachher ja nicht mehr so oder die haben wirklich weniger gemacht, als man jetzt denkt. wir werden sehen.

  3. Also ich finde, dass die VFX so weit fort geschritten sind, dass man kaum noch merkt, dass es irgendwelche Effekte sind. Man denke dabei nur an die Werbung von Hornbach, bei der eine 50-jährige Nägel in ein Baumhaus rein spuckt. Okay, hier ist es noch offensichtlich.
    Oder die Whiskas-Werbung, die auf „Amateuervideo“ gemacht wurde. Und was ist denn mit den Verfolgungsjagden im Film? Die sehen immer besser gemacht und „überzeugender“ aus. Das gleiche gilt auch für sonstige Explosionen oder Kampfszenen.
    Ja, selbst die Filmreihe „Die wilden Kerle“ strotz in den neuesten Versionen (5 und 6) nur so von VFX, wie man der IMDB entnehmen kann. Gut, hier wirkt gerade die „Matrix-Soccer-Szene“ SEHR unrealistisch. Die „Verwandlung“ der „Vampire“ genau so.
    Aber eigentlich habt ihr Recht. Wenn man sich die „Außenhüllen“ in der Raumschlacht bei Star Wars 3 mit der „Rebellenhauptstadt“ vergleicht, dann meint man, die „ersten“ 3 Teile von Krieg der Sterne wären zur gleichen Zeit gedreht worden. Die beiden Bilder sehen doch genau so unrealistisch aus.

  4. Yeah! Anscheinend ist hier mein Optimismus angebracht; vielleicht neigt sich die Ära der Visuellen Effekte einem Ende. Zumindest hat nun nach Del Toro, Nolan und Co. nun auch McG (Joseph McGintry Nichol), Regisseur vom vierten „Terminator“, Folgendes gesagt:

    Interwiever: „Versuchen sie bewusst, so wenig CGI wie möglich zu benutzen und alles ‚echt‘ zu machen? George Lucas würde das Ganze auf einem Green-Screen drehen…“

    McG: „Ich sage ganz ehrlich, mit tiefstem Respekt gegenüber George Lucas, welchen ich verehre, dass ich das absolut nicht mag. Genau deshalb ist das Team von Stan Winston hier. Wir versuchen, so viel wie möglich auf die praktische Art und Weise zu machen, wie es uns möglich ist. Ich will, dass die Maschinen real sind und deshalb haben wir diese Maschinen so gut es ging gebaut. Wir haben all die Prothesen gebaut, welche dann hinzugefügt und betont wurden. Ich mag Visuelle Effekte sehr. Aber mir gefällt es einfach nicht, zu sagen ‚Werft den Green-Screen hoch und dann machen wir das‘. Ich glaube, dass das Publikum mittlerweile so geschult ist, dass sie das bemerken – es fällt ihnen auf und damit verliert es seine Wirksamkeit.“

    Er spricht einem mit dem letzten Satz aus der Seele! Jetzt müssen das nur noch ein paar andere Regisseure bemerken und dann bekommen wir vielleicht mal wieder großes Kino!

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