„Die Schwester der Königin“ – Keine Schnulze!

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schwester.jpgDass die deutschen Übersetzer von Filmtiteln immer so abschreckende Namen schaffen müssen! Hätten mich nicht die Darsteller Scarlett Johansson, Natalie Portman und Eric Bana in diesen Film gelockt, wäre mir ein großartiger Historienfilm entgangen, der bei weitem kein schnulziger Frauenfilm ist, wie es der Titel zuerst vermuten lässt. Wem die beiden „Elizabeth“-Filme gefallen haben, der sollte sich auch diesen Film ansehen, schon weil er historisch unmittelbar vor der Geschichte Elizabeths angesiedelt ist.

Im frühen 16. Jahrhundert fällt Mary Boleyn bei ihrer Schwester Anne in Ungnade, da der englische König Henry VIII sie zur Mätresse wählt und nicht Anne, wie es eigentlich geplant war. Mary hingegen muss dafür ihre Ehe und ihr Leben auf dem Land aufgeben, doch verfällt sie bald dem König und wird schwanger von ihm. Während Mary auf dem Weg ist, dem König einen Thronfolger zu schenken, nutzt Anne ihre Chance, sich die Gunst des Königs zu sichern. Sie sticht nicht nur ihre Schwester aus, sondern vertreibt sogar die Königin von ihrem Thron. Doch nach der Geburt ihrer Tochter Elizabeth passieren Dinge, die Anne zweifeln lassen, ob sie in ihrer Gier den richtigen Weg gewählt hat…

Wer in der Generation vor Elizabeth I. da eigentlich von wem abstammt, musste ich nach diesem Film dann doch nochmal nachlesen, aber der Film bietet einen interessanten Einblick in das Leben am Königshof und wie weitreichend das Intrigenspiel der Beteiligten die englische Geschichte verändert hat. Die Schwester der Königin“ ist ein sehr ruhiger Film, der bewusst darauf verzichtet, Sex- oder Hinrichtungsszenen auszuwalzen, was dem Stil des Films sehr gut tut. So wird er mehr zu einer Charakterstudie der drei Hauptdarsteller, die alle großartig spielen. Der Film ist kein großes Epos, aber er kann trotzdem neben den „Elizabeth“-Filmen bestehen, quasi als deren kleine Schwester, die aber in der Reihe großer englischer Historienfilme gerne genannt werden darf.

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3 Kommentare

  1. Fand ich auch nicht schlecht. Ganz gut gespielt und bietet einen schönen Einblick in die damaligen Verhältnisse und Beziehungen am Königshof. Und wirklich sehr positiv, in der heutigen Zeit auf Gewalt- und Sexszenen weitestgehend zu verzichten bzw. sie nur anzudeuten (wollte man eine FSK-6-Freigabe?). Und natürlich ist der Film gerade hinsichtlich der Elisabeth-Verfilmungen auch geschichtlich interessant, zeigt er doch die Vorgeschichte dieser und macht so einige Gegebenheiten deutlicher, beispielsweise die Bedeutung des Religionswechsels. Der Film war mir zwar teilweise noch ein wenig zu sehr modernisiert und unauthentisch, aber das relativierte sich in der zweiten Hälfte wieder ein wenig. Also insgesamt nett, kann man sich mal angucken und für die Interessierten der Elisabethanischen Zeit ein Muss, auch wenn es um eine historisch gesehen eigentlich eher unwichtige Geschichte geht.

  2. Man plant ein Sequel zu „Die Schwester der Königin“. Dies soll ebenfalls auf einem Roman basieren: „The Boleyn Inheritance“. Es geht unter anderem um die vierte und fünfte Ehe von Heinrich VIII. (Eric Bana). Finde ich gut, da kann man noch was draus machen. Dann hat man endlich das Verbindungsstück zwischen „Die Schwester der Königin“ und „Elisabeth – The Virgin Queen“.

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