„Chiko“ – Polarisiert

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In „Chiko“ geht es um einen jungen Dealer (Denis Moschitto) aus Hamburg, der per Glück es schafft, für den großen Mafiaboss (großartig gespielt von Moritz Bleibtreu) arbeiten zu dürfen. Doch er verliert sich schnell im Drogengeschäft und gerät immer mehr in eine Spirale von Gewalt und Drogen. Bis er aufwacht und merkt, dass das alles zu groß für ihn ist. Dabei thematisiert „Chiko“ all die Themen wie Jugendgewalt und Unterschicht, welche in Deutschland so oft diskutiert werden. Der Film „Chiko“ ist hart und in seiner Machart konsequent. Ich habe schon vieles gesehen, aber selten einen Film, der mich so zusammen zucken ließ.
Dieser Film ist ein verdammt guter, deutscher Gangsterfilm, einige Kritiker verglichen ihn sogar mit Größen wie „Scarface“ oder „Gegen die Wand“, andere widerum hatten ihn verrissen, doch der Film besitzt schon von Anfang an zwei große Pluspunkte. Faith Akin, Deutschlands Vorzeigeregisseur, und guter Kumpel von Akin, Moritz Bleibtreu. Doch neben diesen Pluspunkten bietet der Film eine Geschichte über das Verbrechen, welche in der heutigen Zeit von Jugendgewalt und Mediendiskussion zum Nachdenken anregt. Ich habe selten einen so kompromisslosen Film gesehen, der nichts beschönigt und bis zum Ende düster und brutal bleibt. Gerade hier fällt ein Vergleich mit ähnlichen mordernen Verbrecherfilmen wie „Get Rich Or Die Tryin“, der lachhaft kitschig war und eine fragwürdige Moral ausstrahlte. Bei „Chiko“ bekommt jeder Charakter, was er verdient hat, und von den Schauspielern sind die intensiven Szenen verdammt gut gespielt.

Doch es gibt auch einiges zu bemängeln. Die sehr derbe Aussprache der Charaktere, die man nur als „Gossenslang“ bezeichnen kann und das „Overacting“ bei sehr emotionalen und brutalen Szenen, welches seltene Male fast zu dick aufgetragen wurde. Der Hintergrund bzw. das Motiv der Hauptperson, weswegen er so ist, wird nur schemenhaft dargestellt und macht es ein wenig schwer, sich mit ihm zu identifizieren.

Der Film polarisiert von der Thematik und von der Gewalt. Trotzdem kann ich den Film nur empfehlen, denn ich habe selten einen so konsequenten Film gesehen. Für Freunde des Gangstergenres und Filmen wie „Knallhart“ auf jeden Fall „anguckbar“.

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Ein Kommentar

  1. Man, nach dem Relaunch gibt es echt einen Styleguide, wie Posts geschrieben werden sollen, damit wir nicht immer nachträglich alles korrigieren müssen. Schonmal merken, Überschriften werden nur noch einzeilig, Filmtitel in Anführungsstrichen, vor und nach dem Gedankenstrich kommt eine Leerzeile. Und viel wichtiger: VOR einer Klammer kommt das Leerzeichen, DANACH kommt keins, das kann doch nicht so schwer sein!!

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