„[REC]“ – Spanischer Wackelkamerahorror

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Nachdem die „Blair Witch Project“-Idee Anfang dieses Jahres durch „Cloverfield“ mit viel Geld ein Blockbusterdasein bekommen hat, ist nun mit „[REC]“ ein weiterer Film dieses Konzepts in den Kinos. Der Film führt den Zuschauer durch eine fiktionale Realität, indem er das Geschehene nur aus Sicht eines Kameramanns zeigt und dem blutigen Horrorszenario somit Authentizität verleihen soll.

Ein Kameramann und eine Reporterin begleiten ein Feuerwehrteam auf einem Routineeinsatz zu einer Mietwohnung. Doch dieser schlägt schlagartig zu einem Alptraum um, als eine alte Frau einen Feuerwehrmann regelrecht anfällt. Urplötzlich hat die Polizei das Haus umstellt und abgeriegelt, sodass die Bewohner, die Feuerwehrmänner und das Kamerateam in der Falle hocken und einer nach dem anderen einem ansteckenden Virus verfällt, während die Überlebenden durch das Haus um ihr Leben rennen…

Sicherlich erzeugt diese besondere Art der Inszenierung eine Unmittelbarkeit, die sonst nur selten erreicht wird. Was bietet sich also mehr an, als den Zuschauer in ein semi-authentisches Horrorszenario zu stecken und zu schockieren wie nie zuvor?

Während „Blair Witch Project“ gerade aufgrund der Tatsache, dass eigentlich kaum etwas passiert, so genial war und „Cloverfield“ effektbeladenes Hollywoodspektakel geboten hat, kommt nun aus Spanien die Horrorantwort des Konzepts. Wobei der Film aufgrund des Katastrophen- und Infektionsthemas sicherlich mehr an „Cloverfield“ erinnert, nur mit mehr Schockeffekten und Ekel.

Mit 87 Minuten kurz gehalten kommt während des Films kaum Langeweile auf; dieser ist pausenlos mitreißend. Die Charaktere bleiben alle (wenn überhaupt) nur Stereotypen, aber bei einem Horrorfilm zählt wohl auch in erster Linie der Spannungsfaktor. Durch verstörende Geräusche, enge Treppenhäuser, dunkle Räume, spärliche Beleuchtung und natürlich durch die scheinbar dokumentarische Kameraführung mit eingeschränkter Sicht kann dieser Film Schockmomente und Gruselstimmung garantieren. Die Atmosphäre der Panik und Verwirrung ist gut eingefangen worden. Der Film ist sicherlich nichts für schwache Nerven; für Gewaltfans, Blutjunkies, Zombieliebhaber oder Horrorfreaks wohl allerdings ein Muss.

Allerdings ist die Idee der Machart nun schon ein wenig ausgelutscht. Technisch gesehen war der Film zwar einwandfrei, aber die Ideen, wie man mit der Kamera spielen kann, waren dann allerdings meist nicht neu. Eine Menge erinnerte an „Cloverfield“. Und natürlich plant Amerika bereits ein absolut unnötiges Remake.

Mein Fazit lautet also: Auch, wenn man wenig Neues sieht, ist das Altbekannte schön neu montiert worden und für Horrorfans sicherlich nicht das Schlechteste, was es zur Zeit im Kino gibt. Der Film ist sicherlich kein Meilenstein, aber kann kurzweilig fesseln.

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4 Kommentare

  1. Kann mich dem nur anschließen, inzwischen nichts neues mehr, aber in diesem Fall sehr schön umgesetzt. Man kann jetzt schon sicher sein, dass das Ami-Remake wieder schlechter sein wird.

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