„Der Rote Baron“ – Aufwendig inszeniert!

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roterbaron.jpgDass es sich hier um eine der aufwendigsten deutschen Produktionen handelt, merkt man spätestens bei den großartigen Flugszenen, die qualitativ locker mit Hollywood-Produktionen wie „Aviator“ mithalten können. Auch dass neben deutschen Kinostars wie Matthias Schweighöfer und Til Schweiger internationale Stars wie Lena Headey oder Jospeh Fiennes auf der Darstellerliste stehen, ist für eine deutsche Produktion wohl selten. Generell ist das Biopic über den deutschen Manfred von Richthofen, eine deutsche Kampffliegerlegende aus dem Ersten Weltkrieg, äußerst sehenswert.

Freiherr Manfred von Richthofen wird schon als Kind bei der Jagd „Adlerauge“ genannt, später wird er zu einem der besten Piloten des Ersten Weltkriegs, nichts hält ihn auf der Erde, der Krieg ist für ihn ein Spiel, das Fliegen sein Leben, der Abschuss eines feindlichen Flugzeugs ist ein sportliches Erfolgserlebnis, das Auslöschen eines Feindes steht nicht im Vordergrund. Schnell wird er zum Helden und Idol der deutschen Flugstaffel und für den deutschen Kaiser und sein Militär zum Aushängeschild. Richthofen färbt sein Flugzeug daraufhin rot, um in der Luftschlacht aufzufallen, was ihm den Namen „Der Rote Baron“ einbringt. Als jedoch sein jüngerer Bruder ebenfalls in seine Fliegerstaffel kommt und das Töten vom Flugzeug aus deutlich aggressiver umsetzt und Richthofen zudem merkt, wie er zu Propagandazwecken missbraucht wird, ändert sich seine Einstellung zum Krieg…

In Deutschland muss man ja immer vorsichtig sein, wie man seine eigenen „Helden“ in Szene setzt. Hier gelingt es allerdings, eine außergewöhnliche deutsche Persönlichkeit in den Mittelpunkt zu stellen und zu zeigen, wie verblendet und motiviert man im 20. Jahrhundert in den Krieg zog. Ein Film über einen Jungen, der erst sehr spät erwachsen wird und erst dann erkennt, dass aus seinem Spiel schon langer blutiger Ernst geworden ist. Diese Charakterentwicklung wird hervorragend in Szene gesetzt, die historisch nicht belegte Liebesstory mit einer belgischen Krankenschwester, die dem Piloten die Augen öffnet bezogen auf den Krieg, hätte man aber vermutlich weglassen können, sie wird nicht wirklich ausgebaut und wirkt recht konstruiert. Beeindruckend sind aber in erster Linie die Flugszenen, die wirklich großartig inszeniert worden sind.

Schauspielerisch gibt es nicht viel zu meckern, aber überdurchschnittliche Leistungen gibt es nicht zu sehen. Matthias Schweighöfer spielt den Baron sehr sympathisch, Til Schweiger fügt sich in seine Nebendarstellerrolle, ohne sich in den Vordergrund spielen zu wollen, was für ihn schon eine Leistung ist, und die internationalen Gaststars Joseph Fiennes und Lena Headey haben einfach zu unspektakuläre Rollen, um besonders aufzufallen.

Insgesamt aber ein schönes Biopic, das zeigt, dass sich das deutsche Kino inzwischen problemlos mit internationalen Standards messen kann. Weiter so!

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2 Kommentare

  1. naja, war jetzt nicht so knülle. streckenweise recht öde und die flugsequenzen viel zu rar und verwirrend. da wollte einfach keine spannung aufkommen. ok, es war ein biopic, aber etwas mehr hätte da ruhig kommen können.
    also ich hab wirklich gedacht, dass das mal ein interessanter deutscher film werden könnte, aber leider wurde ich mal wieder in dieser hinsicht enttäuscht. schade.

  2. Nun, da streife ich mal ein wenig bei den Apple Movie Trailers entlang… und was sehe ich da?

    Genau!:
    2 Jahre nach deutschem Kinostart wurde nun „Der rote Baron“ synchronisiert und nach Amerika verschickt, wo er im Frühling 2010 in den Kinos anlaufen soll. Hier mal en Link zum synchronisierten Trailer:

    www.apple.com/trailers/independent/theredbaron/

    Nun, mal sehen wie die Amerikaner den Film annehmen werden, wo er ja eigentlich einer der ersten Deutschen Filme ist, welcher auch Übersee läuft… ich bin gespannt :D

    LG Moviemaster

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