„Speed Racer“ – Zu grell und bunt!

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Wenn man sich eine poppige asiatische Anime-Serie namens „Mach Go-Go-Go“ aus den 60ern als Vorlage nimmt, muss man die Umsetzung wohl so bunt vornehmen, wie es die Wachowski Brüder getan haben. Doch während sie damals mit „Matrix“ noch die Kinowelt revolutionierten, werden sie mit dieser Art von grellem Actionkino voller billiger Animationen vermutlich nur Jungs im Alter von 12 Jahren erreichen, schließlich sieht alles mehr nach „Matchbox Cars – The Movie“ aus.

Speed Racer tritt in die Fußstapfen seines Bruders Rex, der ein gefeierter Rennfahrer war, dann aber bei einem Rennen ums Leben kam. Da Speed schon bei seinen ersten Rennen großes Talent vermuten lässt, will ihn ein mächtiger Rennsportkonzern unter Vertrag nehmen. Als er jedoch erkennt, wie korrupt deren Welt ist und man ihm sogar droht, wenn er nicht unterschreibt, weckt das seinen Ehrgeiz, den Großen zu zeigen, welche Ideale ein Rennfahrer haben sollte. Doch er hat sich einen mächtigen Gegner ausgesucht…

Die Wachowskis betreten Neuland, das kann man schon sagen, so bunt ist ein Film selten daher gekommen. „Speed Racer“ soll ja auch so wirken, die Effekte sind bewusst als 3D-Animationen zu erkennen, vermutlich steckt da trotzdem eine Menge Arbeit hinter, aber sie wirken eben einfach billig. Die Story ist sehr schlicht, nahezu nicht vorhanden, der Film ist quasi das Podrennen aus „Star Wars – Episode I“ auf voller Spielfilmlänge. Zusätzlich gibt es viel Gequassel über Ehre und Familie, alles in allem eben ein bunter Zeichentrickfilm mit fetzigen Autos, verrückten Rennen, krassen Rennfahrern, ein wenig Pathos …aber eben doch kein Zeichentrickfilm! Die schlechten Einspielergebnisse in den USA zeigen auch bereits, dass die Wachowskis hier keine neue Art des Filmedrehens erschaffen haben, sondern eher auf’s falsche Pferd …äh… Auto gesetzt haben. Der Film kommt einfach zu comic-haft daher, das funktioniert vielleicht in 08/15-Zeichentrickserien, aber für die große Leinwand ist es einfach zu wenig. Da helfen auch Stars wie John Goodman, Susan Sarandon, Christina Ricci und Matthew Fox nicht. Und Emile Hirsch hat in „Into The Wild“ auch schon besser gespielt.

Interessant zu erwähnen ist sicher noch, dass der Film in Berlin gedreht wurde. Das erkennt man nicht zuletzt an zahlreichen Gastauftritten deutscher Stars wie Moritz Bleibtreu, Cosma Shiva Hagen oder Benno Fürmann. Auch dass eine große Arena links und rechts von einem Tor gesäumt wird, dass dem Brandenburger Tor nicht unähnlich ist, kann man sicher als Hommage an den Drehort verstehen.

Fazit: Wer schon immer auf japanische Animes stand und sein Gehirn problemlos auf „Mach Go-Go-Go“ drosseln kann, dürfte gut unterhalten werden und bei diesem bunten Bilderspektakel gut auf seine Kosten kommen. Leider traf das auf mich nicht zu…

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