„Bank Job“ – Langweilig und überladen

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Diesmal lief in der lübecker Sneak-Preview „Bank Job“, ein Film mit Jason Statham und vielen anderen zweitklassigen Schauspielern. Der Film bleibt eigentlich die ganze Zeit über wenig spannend. Als man am Ende erfährt, dass das Ganze auf wahren Begebenheiten basiert, ist man doppelt verwundert: Man kann es kaum glauben, da der Film so unglaubwürdig inszeniert ist und außerdem fragt man sich, warum aus so einer Vorlage mit Potential dann so ein langweiliger Film geworden ist.

Anfang der 70er Jahre bricht ein Gangsterteam über einen gegrabenen Tunnel in eine londoner Bank ein und stielt in einem Wert von über drei Millionen Pfund. Alle erdenklichten Gesellschaftsschichten haben dabei ihre Finger in der Angelegenheit: Geheimdienst, Polizei, Gangsterbosse und politische Radikalisten, und letzten Endes wurde einer der größten Gelddiebstähle der Geschichte vertuscht und keiner der Bankräuber verurteilt.

Ich fand den Film mit den unendlich vielen Parteien unübersichtlich und teilweise konnte ich nicht alle Motivationen nachvollziehen, was aber auch an meinem eher geringen Interesse, das Ganze nachzuvollziehen, gelegen haben mag. So oder so blieben viele Charaktere oberflächlich, unnötig oder unglaubhaft.

Die Schauspieler sind nicht durch Glanzleistung aufgefallen und Jason Statham ist mir einfach unsympathisch und in meiner Meinung einfach eine Fehlbesetzung in einem Film, der nicht nur Transporter-Bang-Boom-Action hat. Er kann einfach keine Emotionen, Charaktertiefe oder Ähnliches transportieren.

Viele Einzelheiten fand ich unlogisch oder zu wenig erklärt. Dass das so (oder irgendwie so ähnlich, schließlich ist vieles bis heute nicht bekannt und die Akten dürfen erst 2054 geöffnet werden) tatsächlich passiert ist, ist erstaunlich und man hätte daraus auch vermutlich einen spannenden Film machen können. Dieser Film ist leider sehr langatmig inszeniert und die vielen Handlungsstränge behindern sich gegenseitig bei der Entfaltung.

Die Zeit der Siebziger fand ich auch nicht allzu authentisch reflektiert, auch wenn man versucht hat, dies zu tun. Allein Stathams kahlgeschorene Glatze und Dreitagebart will einfach nicht in die Zeit passen, der Look anderer Hauptpersonen ebenfalls nicht. Dass man John Lennon und andere Zeitgenossen eingebaut hat, hat nicht viel genützt.

Und okay, ein Film mit Jason Statham in der Hauptrolle ist wohl für männliches Publikum konzipiert, aber tun denn die vielen Busen-Szenen Not? Wenn dauernd entblößte Frauen völlig unnötigerweise und noch nicht einmal ästhetisch, sondern nur pornografisch gezeigt werden, fasse ich das als Armutszeugnis auf.

Fazit: Um sich einfach nur berieseln zu lassen, ist das das falsche Film. Dafür ist er zu konfus, zu wenig actionreich und zu langatmig. Wenn man eine gut aufbereitete Bankraubstory erwartet, ist es auch der falsche Film, da sehr viel Potential durch die Darsteller, die Inszenierung und das verworrene Drehbuch verloren geht. Erschütternde Aussagen oder Gesellschaftskritik kommen viel zu kurz. Der Film tut zwar nicht weh, zum einmal angucken reicht es eventuell auch noch aufgrund der interessanten Vorlage, aber ansonsten ist der Film nicht wirklich gelungen.

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4 Kommentare

  1. also ich sag mal für sneak verhältnisse war er in ordnung: es war keine schnulze (+), es war kein billig produzierter deutscher film (+), ich bin nicht eingeschlafen (+) und ich hatte auch nciht das bedürfnis aus dem kino zu laufen oder mir pausenlos wegen irgendwas an den kopf zu fassen (+).
    nun ja, aber aus freien stücken wär ich für den film eher nicht ins kino marschiert.
    Fazit: der film tut nicht weh, aber auch nicht not :)

  2. Ich sehe das ähnlich wie Schuetti. Es war Popcornkino. Nichts herausragendes, aber ein durchaus ansehbarer Film. Man ist nicht eingepennt, es hat einen aber auch nicht vom Hocker gerissen. Ganz nett halt, wobei ich immer sagen muss, dass solche „ganz nett“ urteile manchmal unfair sind, wenn man bedenkt, dass auch vielArbeit in diesem Film steckt ;) aber ich empfinde ihn eben als mittelmäßig, aber nichts, was ich mir jetzt unbedingt auf DVD kaufen müsste oder weswegen ich „normal“ ins Kino gehen würde.

  3. Puhhh…Für mich ist ein Film spitze, wenn er herrausragend ist ohne irgendwelche Mängel zu besitzen. Ein Film ist gut, wenn er viele positive Aspekte besitzt, aber auch einige negative, oder einfach nichts zum Glänzen hat, ein Film ist durschnittlich, wenn sich negative und positive Aspekte ungefähr die Waage halten.
    Dieser Film besaß aber keinerlei guten Ideen, nette Szenen, tolle Schauspieler oder irgendwas, wofür man ihm ein „durchschnittlich“ geben könnte. Versteht mich nicht falsch. Er ist nicht kompletter Mist, aber er besitzt auch nichts wirklich Gutes. Deshalb nur 2 Punkte.

    Denn die Grundidee ist langweilig und gab es schon tausendmal, die Schauspieler waren alle nicht knülle, die Inszenierung war langweilig und auch der Rest war nicht sehenswert. Für mich war das ein Film, der für keinen Menschen so richtig interessant ist, da er als Actionfilm/Thrillerfilm versagt hatte und wenn man schon unbedingt so einen „Verbrecher rauben etwas aus“-Film sehen will, sollte man eher zu „Ocean’11“ greifen. Der nimmt sich wenigstens nicht so ernst.

  4. Bevor ich es vergesse. Das Poster, welches „threepwood“ oben geposted hat, ist für mich noch das Beste vom Film.

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