„The Happening“ – Shyamalan hart wie nie zuvor

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M. Night Shyamalan kann einem schon ein wenig Leid tun. Nach „The Sixth Sense“ wurde er als Wunderkind Hollywoods gefeiert und war ein gefragter Name, nur um mit jedem Film weniger Geld, weniger Ansehen und stärkere Kritik zu erlangen. Wer glaubt, nach dem „Mädchen aus dem Wasser“ wäre kein weiterer Tiefstand möglich, der irrt: Die Kritiker sind sich einig wie nie, dass „The Happening“ einfach nur unglaublich schlecht ist. Meiner Meinung nach hat der Film diese vernichtenden Kritiken nicht verdient, auch wenn er nicht Shyamalans Meisterwerk ist.

Im New York Central Park beginnt es: Ganze Menschenmassen begehen urplötzlich Selbstmord. Elliot und seine Frau Alma, mit der er in einer Ehekrise steckt, verlassen mit den anderen Menschen die Stadt. Doch die vermeintlichen Terroranschläge stellen sich als keine heraus, eine natürliche Macht ist am Werk. Schon bald müssen Elliot und seine Frau vor der unsichtbaren Bedrohung um ihr Leben rennen…

Wieder einmal bleibt Shyamalan seinem Prinzip treu, Mystery, Charaktere und Atmosphäre zu kombinieren und dabei so minimalistisch wie möglich zu bleiben. Allerdings dafür so brutal wie nie zuvor, es ist der erste Film von Shyamalan, der R-Rated ist. Die deutsche Version ist geschnitten. Um zu erfahren, welche Szenen geschnitten wurden, auf „Spoiler zeigen“ klicken.

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Nachdem ich erstmals von der Thematik gehört habe und erfuhr, dass Mark Wahlberg Hauptdarsteller wird, war ich ein wenig enttäuscht, habe mich aber trotzdem auf den Film gefreut, da ich bis jetzt mit all seinen Filmen etwas anfangen konnte (richtig gelesen, auch mit dem Ultra-Flop „Lady In The Water“). Doch trotzdem habe ich nicht so viel erwartet, durch die Kritiken dann noch weniger, und wurde so letztlich positiv überrascht.

Shyamalan kann perfekt Atmosphäre aufbauen. Diesmal allerdings mehr durch Gewalt als mit Spannung. Nicht nur die Thematik, auch die Bilder sind deutlich. Aber er schafft es, den Zuschauer mitfiebern zu lassen und an einigen Stellen zu schocken. Und dies, obwohl der ganze Film sehr langsam ist. Wahlberg als Hauptperson funktioniert prinzipiell auch, auch wenn er nicht ansatzweise an eine Leistung von Joaquin Phoenix oder Bryce Dallas Howard herankommt.

Dennoch muss sich “The Happening” (unglaublicherweise ohne deutsche Titelentsprechung) allerdings auch Kritik gefallenlassen, denn er ist wohl leider trotz allem Shyamalans schlechtester Film.

Ein großer Kritikpunkt ist zweifelsohne das Drehbuch, für das wie immer Shyamalan selbst verantwortlich ist. Die Grundidee ist ganz nett (und wie oft bei ihm von metaphysischer philosophischer Botschaft), aber erstens nicht neu, zweitens nicht ausgereift und unlogisch und drittens von „Krieg der Welten“ und ähnlichen Filmen stark abgekupfert, die Originalität fehlt.

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Auch die Charaktere wirken leider eher oberflächlich. Shyamalan hat ja immer eine interessante Charakterstudie im Vordergrund gehabt und das Szenario nur als Rahmen eingesetzt. Doch die Beziehungen wirken hier leider sehr uninspiriert, die Ehekrise etwas aufgesetzt, Alma etwas unnötig freakig. Elliots Entscheidungen und Schlussfolgerungen sind oft nicht ganz nachvollziehbar. Auch die Dialoge sind teilweise erstaunlich klischeehaft und einfallslos. Während „The Village“ nicht der große Schocker war, den man erwartet hat, war aber gerade dieser Film genial wegen den tiefgründigen Charaktere und der Emotionen. Auch „Lady In The Water“ hat die (merkwürdige) Geschichte nur zum Vorwand genommen. Diese bewegenden Charaktere vermisst man bei „The Happening“ schmerzlich. Die „Erklärung“ des Ganzen kommt schon sehr früh und es passiert wenig Unvorhergesehenes. Ein shyamalanscher Aha-Effekt bleibt diesmal gänzlich aus, das Ende ist auch ein wenig mau. Die Musik war leider auch wenig genial wie bei den Vorgängern und zu oft eingesetzt.

Dennoch profitiert der Film im Gegensatz zu Pendants wie „Krieg der Welten“ davon, dass auf Kitsch größtenteils verzichtet wird und selbst die humoristischen Einlagen wirken in dem Horrorszenario nicht Fehl am Platz. Nur ist der Film leider viel zu plakativ, da hätte man Shyamalan mehr zugetraut. Aus dem Szenario hätte definitiv mehr werden können. Hoffen wir mal, dass Shyamalan irgendwann zu seiner alten Kreativität zurückfindet, denn er hat schon einen ganz besonderen Stil. Nur wird das mit jedem Film schwerer für ihn werden.

Fazit: Ich bereue meine Kinokarte nicht und mag Shyamalans Stil unheimlich. Ich habe ihn mir gerne angesehen und die Atmosphäre konnte meiner Meinung nach wieder einmal überzeugen. Doch leider war das Drehbuch wenig originell, die Darsteller nur Mittelmaß und das Szenario ein wenig undurchdacht und oberflächlich. Der größte Kritikpunikt ist die Einfallslosigkeit des Skripts, dennoch ist der Film handwerklich recht gut und unterhaltsam. Trotzdem hat der Film auch noch genug Positives zu bieten, als solch vernichtende Kritiken zu verdienen.

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8 Kommentare

  1. Ok, der Film hat eigentlich nur 3 Sterne verdient, aber angesichts dessen, wie schlecht man den Film (zu Unrecht) macht, gibt es noch einen Troststern dazu. Denn der Film hat zwar seine Schwächen angesichts Darstellerauswahl und Story, aber er bringt trotzdem wieder die für Shyamalan typische Thrill-Stimmung rüber. Hier und da ein schöner Schockeffekt und ein konstantes Unwohlgefühl im Magen, so macht gruseliges Kino Spaß.

    Wenn man die letzten Filme von Shyamalan kennt, weiß man, dass die Auflösungen nicht immer das große Ding in seinen Filmen sind, es ist einfach die Atmosphäre der Filme, die zu unterhalten weiß.

    Vermutlich ist das das Problem der Kritiker gewesen. Diese Herangehensweise ist eben nicht typisch. Allerdings sehe ich es auch so, dass der Regisseur seit „The Sixth Sense“ nicht unbedingt an Klasse zugelegt hat. Aber immerhin gehört er noch zu denen, die sich nicht den Wünschen der Masse beugen, sondern weiterhin die Filme drehen, die sie selber drehen wollen und trotzdem Erfolg haben.

    Also nicht von den Kritiken verschrecken lassen und selber testen. Dass Spiegel.de Shyamalan glatt mit Ed Wood verglichen hat, hat er wirklich nicht verdient.

    Ach ja, ich war übrigens echt verblüfft, dass der Film in Deutschland geschnitten läuft. Ich fand den so schon recht hart, mehr Details mussten da gar nicht sein.

  2. mir hat der film subjektiv sehr gut gefallen, muss aber auch sagen dass die geschnittene fassung wirklich angenehm zu sehn war. irgendwelche hardcore verstümmelungen wären zu viel und eher unpassend gewesen. also bewertung für die deutsche version *thumbs up*.
    mir ist jetzt die darstellerwahl nicht so negativ aufgefallen. wahlberg passte in die rolle des biolehrers ^^. seine frau wirkte doch anfangs etwas psycho, aber es ging, kann ja sein.
    der film lebt eigentlich von der beklemmenden atmo: es wird schon früh klar, was für das ganze verantwortlich ist und daher is man schon nicht ganz so gelassen, wenn sie da pausenlos über irgendwelche wiesen maschieren.

    ZUR AUFLÖSUNG:
    [SPOILER]
    dass die pflanzen irgendwie auf die gefühle der menschen reagieren fand ich ne hübsche idee und auch ne ganz gute message, die der film da mitbringt. ich kanns gut verstehn, wenn es denen auf den sack geht, wenn irgendwelche menschen daherkommen und sich wegen irgendeinem scheiß auf deutsch gesagt lautstark in die haare bekommen.
    vor allem bei den kleinen grüppchen später fiel stark auf, immer wenn sich da leute gezofft haben, sind sie dann dahin gerafft. also weniger zanken und friedlich mit einander auskommen, dann killn die pflanzen uns auch nicht ^^.
    [/SPOILER]

    FAZIT: wer einen super-schocker-horror-hiergehtgleichallesindieluft-diemonsterwerdenunskriegenundzerfetzen-wirsindeigentlichalletotwirwissensnurnicht-film erwartet, sollte sich den gang ins kino noch mal überlegen. wer allerdings auf einen romantischen aufklärungsfilm über die zerstörung unseres planeten durch den menschen aus ist, könnte sich an den doch noch zahlreich vorhandenen schock- und brutalen momenten stören.
    man könnte den film mit einem hot dog (achtung: parallele zum film :D ) vergleichen ^^: statt einem wiener würstchen findet man eine thüringer bratwurst im brot, um dem junkfood-konsumenten auch mal ne vernünftige wurst zu servieren ;) .
    meine 0,02€.

  3. Die Atmosphäre war wunderbar gelungen… es war nicht so aufdringlich, aber son seltsames Gefühl hatte man trotzdem dennoch die ganze Zeit im Magen. Einige SChockeffekte… hehe, obwohl der Kerl neben mir ist einige Male zusammengezuckt.
    Aber so manche Szenen… boah.. war das ekelhaft. ^^ Also auch kein Film für zart besaitete.

    Aber insgesamt war der doch mit der Botschaft und allem wirklich gut gelungen.

  4. Hmmm, irgendwie wohl nicht meine Welt… also mal ehrlich, da ist doch wirklich gar nichts passiert in dem Film… und der Dialog mit dem Gummibaum… also mal ehrlich… Was wollte der Autor mir damit sagen?

  5. Also…ich finde den Film einfach nur gelungen. Ich finde ist ist ein richtig guter Horror-Thriller den sich jeder 16-jährige mal ansehen sollte, aber wirklich jetzt, denkt an das FSK Gebot! Ich habe den Directors Cut auf DVD Zuhause. Echt heftig. Ich hab auch Aliens VS. Predator 2 auf DVD Zuhause, der ist, im gegenteil zu the happening (ab 16), ab 18! Dabei finde ich, ist The Happening um einiges härter und ich hätte als FSK Prüfer zumindest den Directors Cut ab 18 beantragt. Denn dieser Film ist echt nichts für seeehhrrr schwache Nerven! Mein Kumpel musste bestimmt 15 mal aufs Klo, als wir den geguckt haben (bei mir Zuhause). Ok, wir sind beide noch keine 16, aber trotzdem. Echt heftig, aber krass gelungen.

    In Zukunft will Shyamalan ja auch die inderserie von Nick „Avatar“ (Trickfilm) als Realfilm rausbringen. Was soll das denn werden??? Eine Serie ab 6, gemacht von einem Horror Regisseur???…die armen Kinder. Die gehen dann ganz verstört aus dem Kino^^

    LG Moviemaster!

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