„Der unglaubliche Hulk“ – HULK SMASH!

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Marvel fährt ein neues Konzept auf, welches beinhaltet, sämtliche große Helden zu verfilmen und die Geschichten schon ansatzweise miteinander zu verknüpfen. Die neueste Produktion „Der unglaubliche Hulk“ ist gewissermaßen ein Remake, denn es gab schon vor einigen Jahren eine Verfilmungen des Stoffes von Ang Lee, der damit finanziell und auch bei den Kritikern scheiterte. Wird diese neue Verfilmung nun mehr überzeugen? So viel will gesagt sein, der große grüne Riese wird von einer Heckenschere im Schnitt verstümmelt.

Es geht um die Flucht Banners, nachdem er den radioaktiven Unfall hatte und zum Hulk wurde, der sich jetzt in Südamerika versteckt. Doch lange kann er sich da nicht aufhalten, denn das US-Millitär, welches ihn einsperren und untersuchen will, findet seine Fährte. Er flüchtet wieder nach Amerika, um da die Frau zu sehen, die er liebt und um mit einem mysteriösen Menschen in Kontakt zu kommen, der ihm per Chat versprochen hat, eine Heilung zu finden. Doch das Millitär ist ihm auf der Spur und setzt noch dazu einen Soldaten auf ihn an, der vor nichts zurückschreckt, er würde sich sogar selber in ein Monster verwandeln lassen, um den Hulk zu besiegen. Er wird zu Abomination…

Während die alte Verfilmung stark dialoglastig war, zumindest für einen Hulk-Film, soll es in dieser Verfilmung nur so krachen. Die Action stimmt und macht Laune. Wenn es fetzt, dann fetzt es so richtig und jeder Kampf dauert auch lange. Man sieht zerstörte Städte, auf dem Boden explodierende Hubschrauber, einer gegen einen Kampf mit dem Hulk. Doch leider ist die Action immer recht spärlich gesät. Es gibt im ganzen Film drei Kämpfe, einen am Anfang, einen im Mittelteil und halt das Finale. Zwischen den Kämpfen ist der Film sehr dialoglastig. Man hat den Anschein, als könne der Film sich nicht entscheiden, was er sein soll. Denn der Regisseur ist bekannt für „The Transporter 1 und 2“ und damit ein Actionregisseur, während der Hauptdarsteller Edward Norton das Drehbuch, das viele ruhige Momente hat, zusätzlich noch schrieb und ein bekennender Hulk-Fan ist. Angeblich sollen noch knapp 30 Minuten geschnittenes Material auf die DVD später kommen, überwiegend mit ruhigen emotionalen Szenen, die Norton in die Kinoversion wollte, aber von den Produzenten rausgeschnitten wurden.

Doch abseits der Fisch/Fleisch Thematik macht der Film immerhin einiges richtig. Die Schauspieler sind allesamt bekannt und spielen gut, auch wenn Liv Tylers Charakter sehr blass wirkt. Dafür sind Norton und Tim Roth um so besser. Leider hatte ich oft den Effekt, immer die alten Schauspieler zu sehen, denn zumindest Jennifer Connelly ist eine viel bessere Darstellerin als hier Liv Tyler. Die Animationen wechseln zwischen mittelmäßig bis gut und wie gesagt, die Action macht schon Spaß. Der Film nimmt sich nicht sehr ernst, wie man an manchen Stellen merkt, was dem Film zugute kommt. Im Film wurde auch oft die Wackelkamera eingesetzt, was, ähnlich wie bei „24“ und Co., gut wirkt. Für mich persönlich bringt die doch recht einfache, aber gut inzenierte Story bis zu dem Punkt Spaß, als sie Mr. Blue einführen. Die Verwandlung von Tim Roth zu Abomination und Mr. Blue selber sind unlogisch und es wirkt ab dann irgendwie blöd.

Generell ist die Thematik um Hulk natürlich Blödsinn. Die Frage, ob dieses pseudowissenschaftliche, gammamagnetische Gegurke Sinn macht, ist natürlich überflüssig. Es ist Fiktion und wer Fan der Comics ist, oder generell Fantasy-Fan ist, dem wird dieses Gemisch aus “ Der Schöne und das Biest“, „Frankenstein“ und natürlich „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ gefallen.

Erwähnen muss man aber auch noch die schlimme FSK 12 Version des Films. Da Deutschland wohl das einzige Land war, welches „Der unglaubliche Hulk“ nicht mit FSK 12 bewerten wollte, hat der Verleih Concorde schnell eine geschnittene Version zusammengebastelt. Diese ist so dermaßen, tut mir leid, beschissen, da kann man nicht viel mehr sagen. Es waren „nur“ drei/vier Minuten, aber die waren fast alle im Endkampf vorhanden, deswegen ist von diesem nicht mehr so viel übrig und es wurde noch sehr dillethantisch geschnitten. Die Musik bricht immer abrupt ab und man kann dem Kampf nicht mehr folgen. Diese FSK 12 Version kann und darf man sich nicht anschauen. Ich bewerte daher jetzt die FSK 16 Version, auch wenn ich die vier weiteren Minuten nie gesehen habe, aber der gekürzten Version kann ich nur einen Stern geben, da der Film dadurch ruiniert wurde! Es ist ein Witz, dass die FSK 16 Version nur an ca. 25 Kinos verteilt wurde.

Ansonsten merkt man noch sehr stark, dass Edward Norton als Drehbuchschreiber mit viel Liebe an diese Thematik rangegangen ist. Es gibt einen Cameo-Auftritt von Stan Lee, natürlich, dem Erfinder vieler Marvel-Helden, einen von Lou Ferrigno, dem Hauptdarsteller aus der Hulk-Serie vor mehr als dreißig Jahren, und sehr viele Anspielungen auf die Comics bzw. auf Charaktere, die in den Comics auftauchen. Außerdem ist das Kinoposter von „Der unglaubliche Hulk“ umwerfend, denn es ist eine Hommage an das bekannteste Spiderman Cover, welches dann von vielen anderen Künstlern bei anderen Covern für andere Reihen geklaut bzw. kopiert wurde. Die letzte Szene des Films beinhaltet noch einmal ein besonderes Schmankerl, denn ein ganz bekannter Held aus einem anderen Marvelfilm kommt da vor und schlägt die Brücke zu dem „Rächer-Film“, der in paar Jahren kommen soll. Hier kann man Marvel und die Studios nur belobigen, denn D.C., Comicschmiede für Batman und Superman, schafft es außer Batman keine/kaum gute Verfilnmungen zu machen, oder diese gar noch zu verknüpfen. Der „JLA-Film“, das Gegenstück von den „Rächern“, ist da ja auch geplant, aber dieses Projekt steht ja unter keinem guten Stern.

Für Fans der Comics und für Actionfans/Fantasyfans kann man den Film empfehlen. Wenig Logik, leider auch wenig Action, die aber dann sehr überzeugend , alles gemischt mit tollen Schauspielern.

„HULK SMASH!!!!“

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Ein Kommentar

  1. Ok, ich gehöre auch zu den Leuten, die Comics als minderwertige Lesemöglichkeiten sehen und auch als Kind so gut wie keine gelesen haben. Und doch lasse ich mich gerne mal vom Comicverfilmungen unterhalten. „Batman“ genießt da einen besonderen Status, aber auch die Verfilmungen der „X-Men“ oder „Hellboy“ waren klasse und da gibt es sicher noch ein paar mehr.

    Allerdings gibt es dann doch einige Superhelden, deren Daseinsberechtigung sich mir nicht so wirklich erschließt, „Iron Man“ ging gerade noch durch, aber „Hulk“ ist nun wirklich ein absolut überflüssiger Charakter. Trotzdem hatte ich mich schon mit der ersten Verfilmung berieseln lassen, vermutlich habe ich die aufgrund der unfreiwilligen Komik noch irgendwie ansatzweise unterhaltsam in Erinnerung.

    Da Edward Norton ein guter Schauspieler ist und ich mich doch gerne von potentiellem Popcorn-Kino locken lasse, habe ich mir die Neuverfilmung (natürlich FSK 16) auch mal angesehen und muss sagen, dass der Film zwar Trash ist, aber wenn man sich darauf einlässt, ganz nett unterhält. Für einen 08/15-Kinoabend kann man sich den Film ruhig mal vornehmen, aber wer kein Comicfan ist und auch keinen Spaß daran findet, seinen Verstand bei einem solchen Film für knapp zwei Stunden mal auszuschalten, sollte dann doch die Finger davon lassen.

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