„Akte X – Jenseits der Wahrheit“ – Murks ohne Mystery!

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„The X Files“ war wohl eine der besten Serien der 90er, doch irgendwann war die Idee verbraucht, was die Produzenten aber nicht davon abhielt, die Serie bis zur neunten Staffel auszuwalzen, nach der dann wirklich kein Fan mehr übrig geblieben war. Jahre später, zwischendurch hatte es immer wieder Aussagen gegeben, die Darsteller würden für einen weiteren Film nicht zur Verfügung stehen, hat sich „Akte X“-Erfinder Chris Carter dann doch zu einer späten Fortsetzung hinreißen lassen. Diese ist aber nicht nur aufgrund der falschen Synchro von David Duchovny ein einziger Reinfall.

Mulder und Scully arbeiten lange nicht mehr für das FBI, die X-Akten sind geschlossen. Doch als eine FBI-Agentin verschwindet und ein Priester Visionen bekommt, aktiviert man die alten Agenten. Gemeinsam versucht man die Agentin mit Hilfe des Priesters zu finden und weitere Entführungen zu vermeiden. Doch die Suche im Schnee von Virginia gestaltet sich nicht besonders leicht…

Ein Priester mit Visionen und blutenden Augen und ein wenig Frankenstein-Mythos, das war es dann auch mit dem Mystery-Anteil in diesem Film. Dass es dieses Mal nicht um Aliens gehen würde, war ja klar, aber ein „Monster of the Week“ hatte man sich dann doch erhofft. Doch obwohl Chris Carter persönlich für Drehbuch und Regie verantwortlich war, gab es nur eine absolut peinliche Abfolge von blödsinnigen Handlungsverläufen und noch mieseren Versuchen, Elemente aus der Serie wieder einzubinden. So wirkt es schon stümperhaft, wenn in Mulders Haus das Ufo-Poster, die Stifte an der Decke und die Sonnenblumenkerne nicht fehlen dürfen, so ist es dann doch etwas zu gestellt. Und dann im letzen Drittel noch mal kurz Skinner für einen Moment auftauchen zu lassen, allerdings ohne wirklichen Bezug zur Handlung, war dann noch armseliger.

Doch der ganze Plot war langweilig und ohne jeglichen Spaß an der Jagd nach dem Unbekannten wie damals. Mulder und Scully spielen hölzern, scheinen irgendwie zusammen zu sein und doch nicht und das FBI findet Visionen blöd und um sich nicht lächerlich zu machen, erlassen sie alle Anklagepunkte gegen Mulder, damit er dem Typen glaubt, anstatt es selber zu versuchen. Kein Charakter wird richtig ausgebaut, es fehlt ein wirklich interessanter Gegner und die Auflösung ist wohl die peinlichste aller X-Akten-Fälle. Der ironische Humor Mulders fehlt fast völlig, Scully muss trotz aller Erfahrungen mit dem Übernatürlichen bei den Visionen wieder die Skeptikerin raushängen lassen, die Liebesbeziehung der beiden ist überhaupt nicht einzuordnen und der Nebenplot mit einem kranken Jungen, den Scully als Ärztin betreut, hat mit dem Rest gar nichts zu tun und nervt nur.

Schon traurig, dass man angesichts der überhaupt nicht spektakulären Trailer schon befürchten konnte, was einen erwartet und dass die Katastrofe mit David Duchovnys falscher Synchro bei dem ganzen Murks nur noch am Rand erwähnt werden braucht. Offensichtlich hat das Geld gelockt, wirklich motiviert wirkten David Duchovny und Gillian Anderson nicht, aber dass Chris Carter alle Pluspunkte der Serie vergisst und den wohl schlechtesten Fall aller Zeiten für den großen Comeback-Versuch wählen würde, ist nicht nachvollziehbar. Immerhin hatte einen der Trailer schon vorbereitet, die Enttäuschung war also nicht so schlimm wie bei „Indy 4“. Aber wenn man einer totgesendeten Serie einen neuen Start verpassen will, sollte man sich vorher Gedanken machen, was die Serie ausgezeichnet hat und nicht Darsteller mit Geld ködern und den ersten auf dem Klo eingefallenen Storygedanken verfilmen.

Traurig, aber eine neue „Akte X“-Ära wird dieser Müll garantiert nicht auslösen. An alle Fans hier also der Appell, sich lieber die ersten fünf Staffeln und vielleicht den ersten Kinofilm noch einmal anzuschauen und so zu tun, als hätte es danach nichts mehr gegeben…

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8 Kommentare

  1. Kennt jemand den Grund für die neue Syncro von David Duchovny? Bei Californication hat er doch auch seine normale Stimme. O.o

  2. Leider sind bei diesem Film alle meine Befürchtungen wahr geworden – nichtmal das Niveau einer durchschnittlichen Akte X TV Folge hat dieser Film erreicht. Ich als Fan von Akte X finde sowas nur schade – es gibt einen Punkt wo man einsehen muss, dass es besser ist eine Legende ruhen zu lassen.

  3. Was war denn das bitte für ein Film?! Unglaublich was die da fabriziert haben.. Hätte die Charaktere Mulder und Scully nicht erkannt, wenn sie nicht die alten Schauspieler genommen hätten.. Ich muss jetzt erstmal Akte X Folgen schauen, damit ich wieder glaube, dass Akte X toll ist.

  4. Ich kann mich nur voll und ganz der Kritik anschließen. Dieser Film ist wirklich in jeder Hinsicht enttäuschend und man fragt sich wirklich, wie man außgerechnet eine so langweilige Handlung, die in der Serie gerade mal eine Füll-Folge abgegeben hätte, für das große Comeback ausgewählt hat. Aber nicht nur die Hauptstory war mehr als dürftig… wie gesagt, die Kritik schreibt bereits das wichtigste. Einzig allein der Abspann hat mir gefallen; der war nett gemacht.

  5. Das wird vermutlich nichts werden, schon klar, aber vielleicht geben sie sich nach diesem furchtbaren Reboot-Versuch wieder mehr Mühe; der Film soll ja angeblich spätestens 2012 in die Kinos kommen und dann auch wieder mit dem Hauptplot der Kolonisation zu tun haben, der ja in diesem Jahr gipfelt… Und vielleicht bekommt Mulder dann auch wieder seine richtige Synchronstimme… Also ich würde mich freuen, wenn die Serie noch einen besseren, würdigeren Abschluss bekommt; aber da der zweite Film jetzt wirklich hundsmiserabel war, befürchte ich, dass das nichts wird, auch wenn der Inhalt vielleicht wieder interessanter wird. Hoffen wir mal, dass da nichts mehr kommt, aber wenn, dass sie sich dann wirklich Mühe geben und alles besser machen… ich merke gerade, wie unsäglich optimistisch das gerade ist…

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