„Ein einziger Augenblick“ – Gut gespielt, aber unspannend

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In diesem Film (Originaltitel „Reservation Road“) von Terry George („Hotel Ruanda“) geht es um einen tragischen Autounfall und dessen Auswirkungen auf die Psyche der Beteiligten. Der Sohn eines Ehepaares, dargestellt von Joaquin Phoenix und Jennifer Connelly, wird von einem Autofahrer (Mark Ruffalo) überfahren und kommt um. Dieser begeht jedoch Fahrerflucht. Fortan beschäftigt sich der Film nun mit der geistigen Entwicklung der Hauptpersonen und thematisiert das „Leben danach“. Doch obwohl die Darsteller gut spielen, kann die dürre Story und Dramatik nur wenig fesseln.

Dwight (Mark Ruffalo) ist nachts mit seinem Sohn unterwegs, einen Moment unaufmerksam und überfährt den Sohn von Ethan (Joaquin Phoenix) und Grace (Jennifer Connelly). Aus Angst begeht er Fahrerflucht. Während Grace diesen Verlust relativ schnell verkraftet und nach vorne blicken will, steigert sich Ethan zunehmend in Hass gegenüber dem Täter und setzt alles daran, diesen zu finden. Dieser jedoch hat tiefe Schuldgefühle und überlegt, sich der Polizei zu stellen. Verkompliziert wird das Ganze dadurch, dass Ethan ausgerechnet Dwight als Anwalt nimmt und seine Tochter bei dessen Frau Klavierunterricht bekommt…

Zweifellos ist der Film gut gespielt, allen voran von den beiden Hauptdarstellern Phoenix und Ruffalo. Die Nebenfiguren erhalten leider wenig Raum, sind aber auch gut besetzt. Gut gemacht ist ebenfalls, dass sowohl die Seite von Täter als auch von Opfer gezeigt wird und keine verurteilt wird. Leid und Schuld sind die Schlüsselbegriffe dieses Films.

Doch die Themen von Verlust eines Familienmitglieds und wie man damit umgehen sollte, ebenso das der Selbstjustiz, sind wenig tiefgründig. Aber das Hauptproblem des Films ist, dass seine Thriller-Elemente nicht recht ziehen wollen und er schlichtweg unspannend bleibt. Zudem wirken die zufälligen Überschneidungen der Personenkonstellationen ein wenig gekünstelt.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass der Film sicherlich nicht schlecht ist und das unangenehme Thema von Tod, Leid und Verlust angeht, im Vordergrund allerdings die Psyche der zwei Hauptpersonen steht und die Spannung auf der Strecke bleibt. Gut gespielt, aber zu wenig Story, um zu fesseln und teilweise auch zu vorhersehbar und ungenügend tiefgehend. Ich gebe zwei Sterne – mittelmäßig.

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