„Falco – Verdammt, wir leben noch“ – Rockt!

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Ich habe den Falco-Hype nie bewusst miterlebt und doch bin ich in den 80ern natürlich nicht an seiner Musik vorbei gekommen. Und gerade nach seinem seltsamen Tod war schon ein gewisses Interesse geweckt. So habe ich mir jetzt die Verfilmung seines Lebens angesehen, die aufgrund der guten Schauspieler, der toll ausgewählten Musik und der interessanten Geschichte des österreichischen Stars durchweg Spaß gemacht hat.

Hans Hölzel träumt schon als Kind davon, Popstar zu werden. Aber er will anders klingen und versucht schon früh in seinen Bands neue Wege einzuschlagen. Dann benennt er sich um in Falco und baut um diesen Namen einen eigenen coolen Charakter. Nachdem zuerst niemand etwas mit seiner Musik anfangen kann, riskiert der deutsche Produzent Horst Bork die Veröffentlichung der Single „Der Kommissar“. Diese schlägt ein und Falco wird schnell ein Star, selbst international. Doch kämpft er die ganze Zeit gegen den immer größeren Druck, sich selber zu überbieten. Auch privat wird er immer mehr Falco und wird von Frau und Tochter in regelmäßigen Abständen immer wieder verlassen. Er verliert sich immer mehr in Alkohol und Drogen. Sein großes Comeback erlebt er aufgrund eines Autounfalls nicht mehr…

„Der Kommissar“, „Rock Me Amadeus“, „Vienna Calling“ und natürlich „Jeanny“ fehlen nicht bei diesem Film. Selbst die Videoclips wurden teilweise nachgedreht und Hauptdarsteller Manuel Rubey spielt Falco so unglaublich gut und bringt Gestik und Mimik derart genial rüber, dass man häufig vergisst, dass er nicht das Original ist. Auch Christian Tramitz kann in der Rolle des Musikproduzenten überzeugen. Wer schon immer etwas für Falcos Musik übrig hatte und immer mal ein paar Einblicke hinter die Fassade einer der wohl speziellsten Popstars der 80er haben wollte, sollte sich dieses Biopic von Regisseur Thomas Roth auf keinen Fall entgehen lassen.

Allerdings würde ich vielleicht noch bis zur DVD-Veröffentlichung am 16. Oktober 2008 warten, den für einen Deutschen ist es mitunter echt schwer, der österreichischen Sprache zu folgen. Schon witzig, aber manchmal hätte ich wirklich gerne Untertitel gehabt.

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Ein Kommentar

  1. Falco war schon ein sehr eigenwilliger Künstler, auf der einen Seite eine Fassade aus Selbstinzinierung, gnadenloser Selbstüberschätzung und einem guten Stück Genialität, auf der anderen Seite Depressionen, Flucht aus der erschaffen Welt bis hin zum Verlust der eigenen Identität und Selbsthass. Der Film hat es geschafft dies alles zu vermitteln und den ewigen Zwang von Falco sich zu beweisen und von seiner Umwelt als Star wahrgenommen zu werden. Er geht nicht über Leichen, aber überschreitet andauernd die Grenze zum Extremen. Wie er selber sagte: „Ich lebe nur einmal, aber wenn man so wie ich lebt, dann reicht einmal auch“.

    Rundum sehenswert, aber die Untertitel wären von Vorteil ;)

    4 Sterne!

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