„Sommer vorm Balkon“ – Wie das Leben

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„Sommer vorm Balkon“ gehört zum jungen deutschen Film, der Anfang 2006 in die Kinos kam. Es geht um zwei Freundinnen, Katrin (Inka Friedrich) und Nike (Nadja Uhl), deren Leben man einen Sommer lang miterlebt. Der Regisseur, Andreas Dresen, schwärmte dabei so vom Drehbuch, da es wie das Leben sei. Und genau so ist es, im positiven wie auch im negativen Sinne. Der Film vermeidet Klischees und erzählt das Leben so, dass manche sich sicherlich drin erkennen können, dafür ist der Film langatmig und ohne richtiges Ziel. Wie das Leben halt.

Am Anfang des Sommers sind Katrin und Nike noch beste Freundinnen und verbringen fast jede Nacht mit einer Flasche Wein auf dem Balkon von Nike. Doch beide sind Singles und versuchen auf Krampf, einen Mann zu finden, auch wenn es der falsche Mann sein möge. Nike muss dabei mit ständigem Selbstzweifel über ihre eigene berufliche Existenz leben und Katrin versucht trotz langer Arbeitslosigkeit ihren Jungen irgendwie zu erziehen und erlebt einen Absturz nach dem anderen. Als Opfer eines Überfalls mit versuchter Vergewaltigung bis hin zum Alkoholismus bleibt da nichts aus.

Der Film versucht vielen Klischees aus dem Weg zu gehen. Sowohl die Figuren sind recht realistisch gehalten, aber auch das Drehbuch geht nicht den normalen Weg. Man schwankt in der Geschichte der beiden Frauen zwischen dramaturgischen Höhepunkten und eher stilleren Tönen. Dabei ist die Geschichte so geschrieben, dass man nicht weiß, in welchem Teil des Films man sich gerade befindet. Ähnlich verhält es sich mit dem Humor, der auch eher auf Situationsbasis läuft.

Doch diese ganzen Versuche den Film wie das Leben zu machen, wirken teilweise eher wie ein gigantischer Krampf. Es wirkt zu gezwungen, all den ganzen Gewohnheiten Hollywoods möglichst aus dem Weg zu gehen. Dabei kommt hinzu, dass der Film für eine Tragikkomödie zu wenig Dramatik besitzt und einfach zu unspektakulär ist. Der Film wirkt eher wie eine Fernsehproduktion.

Für Fans von Independent-Produktionen ist dieser Film noch interessant, für Fans des deutschen Films sicherlich auch, allen anderens sei aber geraten, lieber etwas anderes zu schauen.

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