„Krabat“ – Kein Potter-Klon

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„Krabat“ ist die Verfilmung eines berühmten und mit Preisen überhäuften Buchs, welches auf einem serbischen Märchen basiert. Der Film ist eigenständig und nicht als Klon der modernen Fantasy-Filme zu bezeichnen. Weder moderne Sprache, hippe Elemente der heutigen Jugendkultur oder Kämpfe voll mit CGI-Effekten erwarten einen. Es erwartet einen vielmehr ein Film mit vielen Details, die gut umgesetzt wurden, doch leider ist „Krabat“ nicht rundum perfekt.

Krabat ist ein Junge, der seine Eltern verloren hat und zu der Zeit des 30-jährigen Krieges durch Deutschland wandert und bettelt. Doch eine Stimme in seinen Träumen führt ihn zu einer Mühle. Hier trifft er auf den Meister, der ihn als einen seiner vielen Lehrlinge im Handwerk des Mühlen aufnimmt. Doch neben dem normalen Handwerk führt der Meister ihn in die dunklen Künste der Magie ein und Krabat lernt eine gefährliche neue Welt kennen.

Der Film ist entgegen der Kritiken kein Potter- oder Narnia-Klon, sondern stellt etwas eigenes auf. Gerade die vielen liebevollen Details fallen auf. Die Gegend, wo der Film gedreht wurde, ist sehr gut ausgewählt. Obwohl die Geschichte in Deutschland spielt, hat man den Film in Osteuropa gedreht. Es ist vielleicht auch eine Frage des Budgets gewesen, doch es sorgt dafür, dass man wunderschöne Landschaften einfangen konnte. Der Zuschauer erlebt alle vier Jahreszeiten in der alten Mühle und man hat jede Jahreszeit gut umgesetzt. Der Winter wurde düster und unheimlich gestaltet, so wie der Frühling strahlende Farben hat.

Die Auswahl der Schauspieler ist zum Teil auch sehr gelungen. Der Meister wurde sehr gut ausgewählt und auch Daniel Brühl spielt sich perfekt in den Film rein. Allerdings ist Robert Stadlober nur Robert Stadlober und nicht sein Charakter, den er verkörpern soll. David Kross, der Krabat spielt, ist für die Rolle okay. Er schafft es, die Rolle gut umzusetzen. Seine Geliebte, gespielt von Paula Kalenberg, darf leider kaum reden.

Leider ist der Film teilweise zu wirr. Es ist toll, dass viele Fragen im Film offen bleiben, um so mehr wirkt der Film wie ein Märchen, aber vieles ist auch einfach zu unklar. Noch dazu sind viele Charaktere zu einfach dargestellt. Die ganzen Lehrlinge, zwölf an der Zahl, sind aufgrund ihrer Menge kaum dargestellt, ebenso wie Krabats Geliebte. Die Effekte im Film sind gut umgesetzt. Sie sind spärlich gesät, wirken dafür aber umso mehr. Einzig eine Szene mit Holzstäben wirkt, als wäre sie aus „Harry Potter“ geklaut, und die nachfolgende Szene, wo die Lehrlinge mit Holzstäben gegen Soldaten kämpfen, wirkt eher schlecht umgesetzt. Auch die Maske muss man lobend erwähnen. Die Lehrlinge besitzen überall blaue oder rote Flecken im Gesicht ebenso wie Schmutz und auch eine Wasserleiche, die man als Zuschauer sieht, wirkt wirklich wie eine echte Leiche, die lange im Wasser gelegen hat. Kurz: Es wirkt vieles wirklich authentisch.

Das Buch habe ich leider nicht gelesen und kann daher nicht darüber urteilen, wie viel man beim Film gekürzt oder gar anders umgesetzt hat.

Trotz der vielen Nachteile, die ich jetzt aufgezählt habe, meiner relativ schlechten Wertung und den meist noch schlechteren Wertungen von anderen Kritiken ist der Film trotzdem sehr sehenswert. Er besitzt halt viele Ecken und Kanten, an denen er noch überhaupt nicht ausgereift ist, aber die Grundlage des Films lohnt sich trotzdem noch genug, damit man ihn sehen sollte.

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3 Kommentare

  1. Hmm, der Film war ok, aber ein weiteres Mal schauen muss ich ihn nicht, dafür war er zu einfach gestrickt. Optisch konnte sich das sicher sehen lassen, aber wirklich beeindruckend war da auch nichts und die Riege der Schauspieler blieb weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Keine Ahnung, ob man aus der Buchvorlage mehr hätte rausholen können, aber der Film hat mich nicht gerade umgehauen…

  2. Ich hatte mir den Film ausgeliehen, weil er hier als „sehenswert“ beurteilt wurde, und muss ehrlich sagen, dass ich enttäuscht war.
    Der Film zieht sich am Anfang einfach zu lange hin. Er hatte bei mir bereits verloren, als er dann endlich anfing. Es gibt keine richtige Spannungskurve.
    Wie BATEMAN sagt, es sind zu viele Charaktere, daher kann man sie nicht darstellen. Die Beziehungen zwischen den Rollen sind auch nur soweit klar, weil immer wieder erwähnt wird, dass sie Einzelkämpfer sind. Aber auch die „Hassbeziehungen“ kommen nicht wirklich durch.
    Ich gebe dem Film nur eine Chance, weil ich weiß, dass er so schlecht war, weil ich Erwartungen hatte. Hätte ich keine gehabt, wäre ich vielleicht sogar etwas positiv überrascht gewesen.

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