„New York für Anfänger“ – Mittelmäßiges mit Simon Pegg

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Diesen Montag gab es in der Osnabrücker Sneak Preview die romantische Komödie „How To Lose Friends & Alienate People“, in Deutschland mit dem furchtbar einfallslosen „New York für Anfänger“ betitelt, zu sehen. Obwohl Simon Pegg („Hot Fuzz“) wieder einmal sein komödiantisches Talent unter Beweis stellt, leidet der Film an der Tatsache, dass er sich nicht zwischen schwarzhumoriger Szenekritik, einer oberflächlichen Liebesgeschichte und unoriginellen Witzen entscheiden kann. Wäre Simon Pegg nicht wieder einmal grandios, hätte der Film nicht viel zu bieten.

Inhaltlich dreht sich der Film um Sidney Young (Simon Pegg), den Herausgeber eines kleinen Klatschmagazins, für das er sich ständig als uneingeladener Gast in Promipartys einschleicht. Doch als er von Clayton Harding (Jeff Bridges) ein Jobangebot in New York vom berühmten Magazin „Sharps“ erhält, wittert er die Chance seines Lebens und nimmt an – um schnell festzustellen, dass seine satirisch-verächtlichen Berichte dort nicht erwünscht sind. Er steht nun vor der Wahl, sich zwischen Anpassung, beruflichem Aufstieg und heißen Schauspielerinnen wie Sophie Maes (Megan Fox) und seinen Prinzipien, seiner tollpatschigen Individualität und seiner Kollegin Alison (Kirsten Dunst) zu entscheiden…

Ein ironischer Film über die Glamourwelt der Promis und das zweifelhafte Interesse der Journalistik darüber war sicherlich keine schlechte Idee, doch leider hat man sich nicht recht dazu entschließen können. So ist der Film ein Mix aus oberflächlicher Liebesstory, Slapstick und für eine englische Produktion wenig schwarzen, sondern durchaus massentauglichen Durchschnittshumor. Der Satireanteil fällt somit leider gering aus. Und Aufnahmen von künstlichen sekundären und eingequetschten primären Geschlechtsteilen eines Transvestiten zu präsentieren, gehört doch eigentlich in die Unterschichtenkomödien aus den USA. Zum Glück nimmt dieser Zotenhumor nie Überhand und einige Gags können zünden. Alles in allem kann man den Film vermutlich noch am nächsten mit „Run Fatboy Run“ vergleichen, der ebenfalls zum Ansehen gereicht, aber nicht wie „Hot Fuzz“ oder „Shaun Of The Dead“ einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

Simon Pegg für die Hauptperson zu engagieren, ist in einer englischen Komödie selten ein Fehler. Er spielt wie üblich den sympathischen Loser, und wäre er nicht in diesem Film, hätte dieser kaum Unterhaltungswert. Pegg rettet das untergehende Schiff und macht wieder einmal Spaß.

Auch die Nebenrollen sind neben der weiblichen Hauptperson Kirsten Dunst bekannt besetzt; so gibt Jeff Bridges den desillusionierten Chef, Megan Fox das dümmlich-aufreizende Starlett und als ihre kalte Managerin kann man Gillian Anderson sehen. Alle spielen souverän bis bemüht, am ehesten überzeugen naturbedingt vielleicht sogar Megan Fox’ Versuche, eine schlechte Schauspielerin, die sich gerne halbnackt vor Zusehern präsentiert, gekonnt darzustellen.

Interessant zu erwähnen ist vielleicht auch, dass der Film auf dem autobiografischen Roman von Toby Young und dessen Scheitern bei „Vanity Fair“ basiert.

Fazit: Zusammenfassend kann man sagen, dass der Film nichts besonderes ist, aber alleine durch Simon Pegg sicherlich zum einmaligen Ansehen taugt. Wer schwarzen Humor, Kritik an der Welt von Journalismus und Promis oder ein wenig Ernsthaftigkeit erwartet, wird vermutlich eher enttäuscht werden. Ein interessanter Stoff, der mehr zu bieten hätte, wurde souverän zu einer (vorher)sehbaren romantischen Komödie umfunktioniert.

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3 Kommentare

  1. Joa, netter Film, tut nicht weh, muss man aber auch nicht. Simon Pegg macht Spaß, aber seine Leistungen sind trotzdem weit weg von „Hot Fuzz“ und „Shaun Of The Dead“.

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