„1 1/2 Ritter“ – Proletenhumor von und mit Til Schweiger

nur miesschlechtfast mittelmäßigmittelmäßigfast gutgutfast sehr gutsehr gutfast einzigartigfast einzigartig   3,60 (5 Stimmen)
Loading...

Der Trailer ließ schon nicht gutes erwarten, aber nachdem ich Til Schweigers großartige Filme „Keinohrhasen“ und „Barfuss“ gesehen habe, dachte ich mir, so mies wird dieser Film vielleicht doch nicht. Weit gefehlt, der Film war so peinlich und unlustig, dass er sogar „7 Zwerge 2“ und „Siegfried“ unterbietet. Warum Til Schweiger nach seinem Erfolg mit „Keinohrhasen“ so tief in die Abgründe des deutschen Humors greifen musste, versteht vermutlich nur er selber.

Ritter Lanze ist ’n Toller und er steht auf die Prinzessin Herzelinde. Aber die will der König mit so ’nem Doofmann verheiraten. Doch dann wird sie entführt und Lanze und ein Gaunertrottel wollen sie befreien. Aber eigentlich ist das alles nur ein Komplott, Lanze ist noch Jungfrau und der Gauner erfindet mit Roberto den Döner, Didi verkauft neben Pferden auch französische Fahrzeuge, die Enten, und im Puff ist es doch auch schön, das weiß auch der schwarze Ritter…

Aus Til Schweiger werde ich nicht schlau, da macht er einerseits grandiose, unterhaltsame und lustige Filme wie „Barfuss“, „Keinohrhasen“ oder „Wo ist Fred“, um dann wieder absolut negativ wie mit „Die Daltons vs. Lucky Luke“ oder „Far Cry“ aufzufallen. Und mit diesem Film hat er jetzt seinen Tiefpunkt erreicht. Nach den „7 Zwerge“-Filmen und „Siegfried“ hätte ich eigentlich einen Bogen um deutsche „Mittelalter-Komödien“ machen sollen (Na gut, eigentlich schon davor…), aber aufgrund von Schweigers Mitwirken habe ich gedacht, dieser Film würde nicht so tief sinken können. Doch dann bedienen sich alle seiner Charaktere nur noch eines derben Proletenvokabulars und schaffen es nicht mal ansatzweise, auch nur einen guten Gag zu landen. Man hatte fast das Gefühl, Tom Gerhardt hätte die Dialoge geschrieben.

Da helfen auch Gastauftritte von Dieter Hallervorden, Thomas Gottschalk, Udo Kier oder Roberto Blanco nicht, wobei man hier ja auch nicht gerade von der Schaupielelite Deutschlands reden kann. Auch Rick Kavanian nervt wieder extrem, nur Tobias Moretti fällt nicht ausschließlich negativ auf in seiner Rolle als schwarzer Ritter.

Schrecklich ist dabei eigentlich nicht in erster Linie, dass es solche Filme gibt, offensichtlich braucht der Pöbel diesen Schrott ja wirklich, um lachen zu können, nein, das Traurige ist, dass jemand wie Til Schweiger, in dem offensichtlich so viel Potential steckt, dieses zugunsten eines solchen Rohrkrepierers über Bord wirft. Und das dann auch noch, wo er kurz vorher zeigen konnte, zu was für guten Filmen er tatsächlich fähig ist. Nach diesem Film ist auch das letzte bisschen Vorfreude auf „Keinohrhasen 2“ verschwunden…

Bildergalerie (zum Vergrößern anklicken)


Verwandte Artikel

2 Kommentare

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.