„Frontier(s)“ – 3 Stichwörter: Bäh, blöd und Nazikannibalen

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frontiers.jpgIch habe ein Faible für europäische Dramen und wie auch für Slasher/Psychothriller; „Frontier(s)“ gehört zum letzteren, allerdings ist es auch irgendwie ein persönliches Drama, diesen Film anzuschauen. Diese schlechte „Texas Chainsaw Massacre“-Kopie macht all das falsch, was das große Vorbild richtig machte und schafft es, in der hauchdünnen Geschichte noch Logikfehler reinzumachen.

Vier französische Teenager flüchten aus einer Pariser Vorstadt, nachdem sie viel Geld geklaut haben. Gejagt von der Polizei wollen sie sich in jeweils Zweiergruppen in einem alten Hotel nahe der deutschen Grenze treffen. Doch das Hotel wird von Nazikannibalen (!) geleitet und diese haben etwas gegen den Moslem und das dunkelhaarigen Mädchen in der Gruppe. Außerdem braucht der erste Sohn des Familienvaters, Karl von Geißel (!), auch noch eine Ehefrau.

Diese Inhaltsangabe ist kein Witz. Ich habe sie mir echt nicht ausgedacht oder übertrieben. Wenn all das nicht ernst gemeint wäre so wie bei „Severance“, dann wäre es vielleicht noch kurzweiliger Trash. Aber es ist leider voll ernst gemeint.

Der Film fängt mit Schema F eines Slashers an. Die Hauptpersonen werden kurz, hier sogar sehr kurz, erläutert, treffen bei ihren späteren Mördern an und diese sind sehr kurios und dann wird geschlachtet. Bis zum eigentlichen Gemetzel fällt der Film kaum auf. Er ist ein mittelmäßiger Horrorfilm, der irgendwie nichts hat. Als es dann aber losgeht, versucht man möglichst auf Gewaltszenen zu gehen. Ich bin persönlich keiner, dem Gewalt wichtig ist und gewaltlose Horrorfilme sind oftmals besser, deswegen urteile ich über diese mal nicht. Diese Szenen sind aber sehr detailliert, dementsprechend sollten Unerfahrene neben den ganzen anderen schlechten Eigenschaften schon einmal generell die Finger vom Film lassen.

Dieser Film macht es einem echt schwer, dass man die Hauptpersonen mögen kann. Irgendwie ist das leider ein Trend der heutigen Horrorfilme, diesmal sind sie aber noch asozialer, als man es schon kennt. So hat man überhaupt keine Sympathien zu ihnen, Spannung kommt aber auch generell nicht auf, womit der Film schon einmal ganz nach unten fällt. Wenn die „Bösen“ zur Sache kommen, schaltet das Interesse aber ganz weg, vorher war man wenigstens noch ein wenig gespannt, wie sich all das entwickelt. Das Leiden der Guten wird hier besonders pervers dargestellt, da sie ab einer Stelle nur noch heulen und gestört schluchzen.

Generell kopiert der Film viel von dem sehr gelungenen Remake „Texas Chainsaw Massacre“ von Michael Bay, macht dabei aber fast alles falsch. Die gelungene Spannung durch eine geniale Inzenierung vom Original findet man nicht wieder, statt spannenden Dialogen kommt hier nur Gewalt vor. Während die Mörderfamilie bei „Texas C. M.“ recht interessant ist, wird hier nur peinlich kopiert. Es gibt auch einen Cop und eine Pflegebedürftige in der Familie, wie bei „Texas C. M.“, aber hier kommt kein Schrecken beim Zuschauer auf. Denn die Schauspieler spielen die bekloppte deutsche Nazikannibalenfamilie so dermaßen schlecht und übertrieben, wie ich es selten gesehen habe.

Spoiler zeigen

Einzig herauszuheben ist die nette „Location“, das ländliche Frankreich, und die „guten“ Darsteller spielen passabel. Außerdem ist der Bildstil, also der Stil des Films, für einen Horrorfilm sehr passend, da er sehr schmutzig wirkt.

Zusammenfassend kann man sagen, dass jeder, der klar denken kann, diesen Film meiden sollte. Er ist nahezu pervers und menschenverachtend, obwohl ich z.B. „Texas Chainsaw Massacre“ mochte, dieser ist also im Vergleich um einiges niveauloser. Dazu eine langweilige Inzenierung und Logiklöcher. Einzig heraus sticht die unfreiwillige Komik der Nazikannibalen, die ist aber leider nicht von den Machern gewollt.

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