„Juno“ – Teenagerkomödie mal anders

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„Juno“ machte Wirbel durch die Drehbuchschreiberin des Films. Diese hört auf den leicht merkwürdig klingenden Namen Diablo Cody und schrieb vor diesem Entwurf nur ihre Erlebnisse als Stripperin in ihrem Blog nieder. Die Handlung um ein Mädchen, das beim ersten Mal gleich schwanger wird und beschließt, das Kind zu bekommen, aber zur Adoption freizugeben, ist gelinde gesagt für mein Geschlecht und Alter nicht unbedingt interessant. Trotzdem ist dieser Film sehenswert, denn er ist für eine Teenagerkomödie herrlich unkonventionell.

Juno ist ein junges Mädchen, die mit ihrem Verehrer zum ersten Mal Sex hat. Wochen später erfährt sie durch einen Test, dass sie schwanger ist und obwohl sie ihr Kind abtreiben will, überlegt sie es sich in der Abtreibungsklinik anders und will das Kind nach der Geburt weggeben. Doch als sie die zukünftigen Eltern ihres Kindes kennenlernt, wird ihr nur kurze Zeit später bewusst, dass das Leben nicht immer so einfach ist, wie es manchmal scheint.

Diablo Cody, eine Stripperin aus den USA, schrieb ihre beruflichen Eindrücke in ihrem Blog nieder. Die Besucherzahlen schnellten in die Höhe und es kam dazu, dass jemand vom Filmstudio, der ihren Blog las, auch ihren Drehbuchentwurf bekam und begeistert war. Der Film wurde bei mehreren Shows nominiert, gewann dann u.a. den Oscar für das beste Drehbuch. Auch in Deutschland lernte man Diablo Cody kennen. Egal ob im Spiegel, Stern oder lokalen Zeitungen, überall las man von ihr.

Der kurzelebige Kult um Cody war berechtigt. Das Drehbuch ist herrlich anders, erfrischend und witzig. Die Thematik um Schwangerschaft in jungen Jahren und die dazugehörige Verantwortung besticht durch flotte Dialoge, die das ganze auch für Männer unterhaltsam macht. Generell konzentriert sich die Geschichte mehr um das Mädchen als um das Kind, bleibt trotz der rotzfrechen Sprüche der Hauptperson in der Botschaft aber immer ernst. Dabei bleibt der Film recht unspektakulär und kommt ohne Ekelhumor aus. Man könnte dem Film vielleicht eine falsche Botschaft ankreiden, denn die Hauptperson vergibt das Kind und hat selten Mühe, auch nur einen Gedanken an das Kind zu verwerfen. Als könnte sie danach wieder zur Schule und alles wäre wieder gut, als würde man nach einem Alptraum aufwachen.

Neben dem originellen Drehbuch besticht der Film mit tollen Darstellern. Allen voran die Hauptdarstellerin Ellen Page, bekannt aus „X-Men“ und „Hard Candy“, die passend zum Drehbuch die freche Juno gut verkörpert. Außerdem ist Jennifer Garner, bekannt aus „Alias“ oder „30 über Nacht“, in einer Nebenrolle zu sehen.

Als letztes kann man noch die gut gemachte Regiearbeit erwähnen. Der Regisseur inzeniert den Film durchaus solide und bringt an Stellen, wo es passt, auch stilistische Elemente hinein wie beim tollen Vorspann. Dazu kommt noch der tolle Soundtrack des Films, der mit Independent-Akustikrock/pop besticht.

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Ein Kommentar

  1. Einfach toll! Mal wieder ein Film, der sich von der Masse abhebt, toll gespielt, lustige und doch sehr gefühlvolle Story, bis in die Nebenrollen perfekt besetzt.

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