„Nick & Norah – Soundtrack einer Nacht“ – Teenagerliebe

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Vorletzten Montag gab es in der Osnabrücker Sneak Preview die melancholische Teenager-Romanze „Nick & Nora – Soundtrack einer Nacht“ zu sehen, dessen deutscher Starttermin gerade auf den 26.02.09 verschoben worden ist. In dieser Adaption des gleichnamigen Buches durchleben die kurz vor dem College stehenden Teenager Nick und Nora eine gemeinsame Nacht durch Großstadtstraßen und Clubs, um festzustellen, dass sie nicht nur in musikalischer Hinsicht seelenverwandt sind.

Inhalt

Nick (Michael Cera), melancholischer Bassist und virtuoser Mixtape-Kreateur, trauert seiner Ex-Freundin Trish hinterher. Norah (Kat Dennings) ist ebenfalls im Begriff, sich von ihrem oberflächlichen Freund zu trennen. Als beide durch Zufall in einem Club aufeinander treffen und Norah Nick zu ihrem Scheinfreund für fünf Minuten auserkort und ihm einen Kuss auf den Mund drückt, ahnen beide noch nicht, wie die Nacht ausgehen wird. In einer abenteuerlichen Odyssee durch das nächtliche New York kommen sich die beiden immer näher und durchleben eine ereignisreiche Nacht, stets auf der Suche nach dem geheimen Auftritt der mysteriösen Band „Where’s Fluffy?“…

Review

Der Film zeigt hierbei Nick und Nora als Seelenverwandte, die beide nach einem Beziehungsmalheur feststellen, wie viel es wert ist, wenn beide Beziehungspartner harmonieren. Und auch wenn auf Klischees zurückgegriffen wird (der musikalisch begabte, kreative Schüchterne mit kleinem, schrottreifem Auto), sind die Protagonisten angenehm zurückhaltend, eigen und sympathisch. Beide werden gut von Cera und Dennings gespielt und die Chemie zwischen ihnen stimmt ebenfalls, auch wenn man beide schon mal in nahezu gleichen Rollen gesehen hat. Auch Nicks schwule Bandkollegen, die auch immer wieder an Ort und Stelle des jeweiligen Geschehens sind, gehen dem Zuschauer absolut nicht auf die Nerven.

Doch obwohl die beiden Hauptcharaktere recht sympathisch daherkommen, unter anderem, da sie bewusst der Masse entgegenwirken und so beispielsweise keinen Alkohol trinken, sind sie teilweise schlicht und ergreifend nicht ganz glaubhaft. Ihre tiefgründigen Beziehungs- und Liebespläne wirken für ihr jugendliches Alter ein wenig unglaubhaft. Außerdem versteht man nicht einmal ansatzweise, wieso Nick die ganze Zeit seiner hohlen Tussi-Ex hinterhertrauert, die ein nuttiges Partydasein führt und das absolute Gegenteil von Nick ist. Gleiches gilt für die stille Rebellin Norah, die über drei Jahre lang (!) mit einem stumpfen Macho zusammen gewesen sein soll. Dieses auf der einen Seite schüchterne, stille Individuentum passt nicht zu dem Rummachen mit den Mainstream-Tussis/Machos auf der anderen Seite.

„Nick & Norah“ ist angenehm langsam und steht ganz im Zeichen nächtlicher Großstadtmelancholie. Diesem Bild der ungestressten, romantischen Teenie-Romanze wirken allerdings die Szenen mit der verschollen gegangenen Freundin von Norah entgegen, die sturzbesoffen immer wieder aufs Neue verloren geht. Diese total albernen und nicht recht in den Stil des Films passenden Einlagen werden dann auch noch völlig unnötig mit Ekelhumor gepaart. So übergibt sie sich nicht nur in Großaufnahme ins Toilettenbecken, sondern muss anschließend mit der Hand ihr verlorengegangenes Kaugummi herausholen, welches dann anschließend in so ziemlich jedem Mund aller beteiligten Personen landet. Das hätte einfach nicht Not getan, zumal diese „Caroline-geht-ununterbrochen-verloren“-Geschichte auch nicht im Buch vorkommt. Generell scheint man mit dem Buchstoff recht frei umgegangen zu sein und einiges verändert zu haben.

Fazit

Alles in allem ist „Nick and Norah’s Infinite Playlist“, wie der Originaltitel lautet, ein kleines bisschen „Lost In Translation“ auf Teenie-Ebene mit einer Menge rockiger Indiemusik. Der Film ist sicherlich keine Perle, aber hebt sich größtenteils doch aus dem Brei der ganzen platten Teenie-Liebeskomödien heraus und ist nett anzusehen. Ein ungestresster Film, der vermutlich hätte besser, aber auch deutlich schlimmer werden können.

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