„Lola rennt“ – Nach wie vor ein Meisterwerk

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Hier mal eine Rezension zu einem Klassiker der jüngeren Filmgeschichte: Ich habe mir wieder einmal Tom Tykwers Geniestreich angesehen, der sogar in den USA als „Run Lola Run“ großen Erfolg hatte, und bin nach wie vor sehr angetan. Dieser Film, der geradezu vor Kreativität und einfallsreichen Ideen strotzt, ist und bleibt ein kleines Meisterwerk, das schon fast an Kunst grenzt und mit sehr geringen Mitteln nicht nur Berlin-Ode, sondern auch Träger philosophischen Inhaltes ist.

Inhalt

Lola bekommt einen Anruf von ihrem Freund Manni. Dieser hat eine Tasche mit 100.000 Mark verloren und muss dieses Geld in den nächsten zwanzig Minuten einem Autoschieber überbringen. Lola hat nun also genau diese zwanzig Minuten Zeit, das Geld zu beschaffen, und sie rennt los…

Review

„Mir geht es darum, etwas sehr Eigenes in einer eigenen Sprache zu vermitteln“, das hat sich Tom Tykwer, der bei „Lola rennt“ das Drehbuch geschrieben und Regie geführt hat, als Ziel gesetzt. Und das ist ihm zweifelsfrei gelungen. Der Film nutzt sämtliche technischen Möglichkeiten, die das Medium Film hergibt und sorgt so für eine einmalige Bilderflut. Die extrem reduzierte Story gibt dennoch unglaublich viel her, auf jede Kleinigkeit kommt es in diesem perfekt durchdachten Film an. Und dass dies mit so einfachen und kostengünstigen Mitteln erreicht werden konnte, sollte den großen Filmemachern eine Lehre sein: Es kommt auf die Idee an, nicht auf das Geld, was man in einen Film pumpt.

Die Idee, den Schmetterlingseffekt und die Auswirkungen der kleinsten Zufälle im Leben in solch einer rasanten Art und Weise darzustellen, überzeugt sofort. Jede Nebenfigur besitzt Tiefe, jede scheinbare Zufälligkeit ist keine. Ein Film, über den man regelrecht philosophieren kann – so war er auch angelegt. Sind die drei Versionen nun gleichrangig? Werden Lola und Manni jeweils für ihr Handeln bestraft oder gibt es gar einen religiösen Ansatz? Unfassbar, wie eine so simple Grundstory derart zum Nachdenken anregen kann.

Auch spielen die Schauspieler sehr gut besetzt und wirken einfach echt. Neben Franka Potente, die mit dem Film durchgestartet ist, sind vor allen Dingen auch Moritz Bleibtreu, Armin Rohde oder Herbert Knaup zu erwähnen, die trotz ihrer kleinen Rollen sofort überzeugen.

Perfekt harmoniert auch die Musik zu den Bildern, die sehr der Spannung und Geschwindigkeit des Films zuträglich ist. Und obwohl ich absolut kein Technofan bin, finde auch ich die Musik einfach gelungen.

Fazit

Technisch ohnehin experimentell und eigen wie selten ein Film, ist und bleibt dieses Werk einer der deutschen (sogar mal Nichtkriegs-) Filme, den jeder einmal gesehen haben sollte. Und wer dies getan hat, wird das flippige Girlie mit den roten Haaren so schnell nicht wieder vergessen. Für diesen absoluten Ausnahmefilm gibt es von mir fünf Sterne.

Bildergalerie (zum Vergrößern anklicken)


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