„The Spirit“ – Frank Millers Film ist LSD auf Zelluloid!

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Danny Colt ist Polizist und eigentlich bei der Jagd nach einem Verbrecher gestorben. Doch Stunden später lebt er wieder. Er beschließt, dies auszunutzen und fortan sein Leben aufzugeben, um als „Seele der Stadt“ seine Metropole zu beschützen. Er will den größten Schurken der ganzen Stadt verhaften: Octopus! Es gibt mittlerweile schon viele Comicverfilmungen, aber diese werdet ihr so schnell nicht vergessen.

Denny Colt will in seinem zweiten Leben als Spirit den Octopus fangen. Dieser will eine antike Vase von Herakles. Die Vase widerum ist in dem Besitz von Sand Saref, einer alten Flamme vom Spirit, die eigentlich den Schatz haben will, den der Octopus besitzt und will außerdem in ihrer alten Stadt um Denny Colt trauern, den sie tot glaubt. Eine äußerst verwirrende Geschichte, die gleichzeitig dünner nicht sein kann.

Dieser Film durchläuft eine Gratwanderung zwischen Actionkino und purer Parodie des Superhelden/Krimi/Noir-Genres. Während der Film streckenweise das Klischee eines Noir/Actionfilms nutzt, wirkt er aber die restliche Zeit wie eine absurde Parodie. Jede Szene steigert sich weiter und wenn man denkt, man hat jetzt wirklich alles gesehen, dann kommt’s aber richtig auf die Zwölfe. In Sachen Parodie habe ich selten etwas so Schamloses und Verrücktes gesehen. Es ist, als hätte Regisseur Frank Miller einen irren Drogentrip gehabt und während dieser Zeit „Spirit“ gedreht.

Die Schauspielerriege ist durchweg gelungen und auch sehr bekannt. Einzig Hauptdarsteller Gabriel Macht brillierte bisher in sehr kleinen Nebenrollen von Hollywoodfilmen. Ansonsten sieht man Samuel L. Jackson, Scarlett Johannson und Eva Mendes. Alle spielen, wie schon gesagt, äußerst passend, wenn aber auch dadurch extrem durchgeknallt. Gerade Scarlett Johannson und vor allem Samuel L. Jackson machen so derbes „Overacting“, was man bisher selten auf solch einem Niveau gesehen hat.

Ich als Comicfan finde Frank Miller aufgrund der sehr selbstverliebten Art, die er in Interviews an den Tag legt und der Tatsache, dass er mittlerweile recht schlechte Arbeit abliefert, unsympathisch. Meine anfängliche Befürchtung, er könne als Regisseur nicht überzeugen, ist immerhin nur zu einem Teil wahr geworden. Fest steht, dass er mit der Kamera umgehen kann. Teilweise erinnert der Stil des Films an „Sin City“, die Vorlage dazu stammte übrigens von ihm, dies ist aber nicht so schlimm ausgefallen wie gedacht. Man könnte sogar sagen, „Spirit“ ist die logische Konsequenz von „Sin City“, in guter wie auch in schlechter Hinsicht, denn der Stil hat sich weiterentwickelt. Der Film spielt mit den Farben und mit den Stilen, dabei sind ein paar echt schön gestaltete Szenen rausgekommen, die sich auch in den Film einfügen können. Leider wirkt der Film auch ein wenig überlastet dadurch.

Womit Frank Miller aber als Regisseur negativ auffällt, ist seine Unfähigkeit in einem Film eine Dramaturgie reinzubringen. Der Film besitzt viel zu lange Dialoge und gerade, da der Film auch eine Parodie ist, verliert er um so mehr Spannung.

Leider hat der Film nur wenig mit der Vorlage gemein. Ein paar Grundbasen sind gleich. Der Mix zwischen Noir/Krimi/Superheldenflair/Parodie und Fantasy besitzen beide, teilweise sind auch ein paar Charaktere übertragen worden, das war es dann aber auch. Millers Version wirkt wie eine irre LSD-Version von Eisners Comic. Das ist gerade frech, wenn Miller ständig sagte, dass er Eisner mit seiner Verfilmung ehren will.

Ein Film, der sich von anderen abhebt und trotzdem schnell vergessen wird. Wenn man es schafft, sein Niveau so weit zu drosseln, dass man den kranken Humor mag, dann wird man unterhalten, mehr aber auch nicht.

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12 Kommentare

  1. Hmm, irgendwie konnte ich dem Film nicht so viel abgewinnen, er hatte zwar einige skurille und lustige Momente, aber dann hätte er sich lieber darauf konzentrieren sollen, auf voller Länge eine Parodie zu sein, ansonsten war die Story einfach zu panne.

    Man merkt einfach, wie wichtig Robert Rodriguez für „Sin City“ war. Aktuell befürchte ich ja, dass Rodriguez keine Lust auf einen zweiten Teil hat, Miller sich aber jetzt für den großen Regisseur hält und selber einen zweiten Teil dreht, der dann nicht mal ansatzweise dem ersten Teil gerecht werden wird.

    Klar, der Stil von „The Spirit“ ist mitunter nicht schlecht, aber einfach zu sehr wie der von „Sin City“ und meiner Meinung nach auch keine wirkliche Weiterentwicklung, schon alleine wenn man überlegt, dass eine leichte Rotfärbung technisch viel leichter zu realisieren ist, als die Einfärbung einzelner Objekte.

    Für mich definitv ein Film, bei dem es auch nicht schlimm ist, wenn man ihn verpasst.

  2. Aus der Sicht von jemandem, der die Comics nicht kennt.

    Die Handlung war total larm. Es wurde überhaupt keine Spannung aufgebaut.
    Der Stil des Films ist ebenfalls nicht so toll (Alles in schwachen Farben oder nur Schwarz/Weiss darstellen und manches durch starke Farben hervorheben). In Sin City kam das noch Neu und Außergewöhnlich rüber, aber das ist halt Sin City und es sollte bei Sin City bleiben.
    Insgesamt wurde zuviel geredet und zu wenig gekämpft.
    Außerdem gab es einige Szenen die total sinnlos waren und überhaupt nicht zum Film bzw zu der Situation passten.
    Das Ende war kurz und knapp. Dass der Showdown ein Showdown war wusste ich erst als der Kampf vorbei war (Kampf kann man eigentlich gar nicht sagen, da Spirit und der Böse sie nicht einmal berührt haben).

    Einzig positives an dem Film waren Eva Mendes und ihre Outfits.

  3. Glaube der fehler des Films war eher das sein Humor da eine düstere umgebung wie in sin city war diese Humor nur beschränkt zulässt, persönlich konnte ich sowieso nie etwas von the spirit abgewinnen, aber hoffte das der film gewisse thetralik hat wie in Sin city.

  4. Uff…wiso machen die sich denn die mühe und suchen erst nen titel wie „the spirit“ … bestimmt gleiche atmo und der ganze rest eben… die könns doch einfach „sin city 2“ nenn und schon renn alle ins kino. Nuja…sin city 2 soll ja sowieso komm…den 1. teil fand ich eigtl. ganz gut. is mal was andres…nur ebn das schwarz weiß und manches bunt…das erinnert mich irgndwie an schindlers liste…(kleines jüdisches mädchen in rotem kleíd, welches deutlich aus dem schwarzweißfilm herausscticht^^)

    LG Moviemaster

  5. The Spirit ist ein Comic Moviemaster. Sogar ein klassiger. Man muss sagen das bei direkten Comic verfilmungen die gemacht werden auf grenzen stoßt. Jedes einzelne Comic gefällt jeden anders für The Spirit fan wird der Film herrlich gewesen sein, aber für den rest naja. Ich muss sagen ich kenne den Comic nur etwas war noch nie von der Figur angetan aus irgendeinen Grund. Sin City habe ich alle Comics gelesen und fand sie genial, wobei sie ziemlich ähnlich sind zu the Spirit.

  6. Na ja, ähnlich zu den Comics ist relativ. Man kann nicht pauschal sagen, dass für Comicfans der Film herrlich war, weil er einfach nicht viel mit den Comics gemein hatte. „The Spirit“, also das Comic, ist eine Krimigeschichte mit etwas Charme und leichten Thrill und Fantasyeinfluß. Der Film ist eine überdrehte Parodie mit krankem Humor. Abgesehen von den Namen haben Vorlage und Film nicht viel gemein.m

  7. Hab mir den Film grad mal mit englischem Ton angeschaut. Selten so seltsame Dialoge, Szenen und Figuren gesehen. Auch gibt es überhaupt keine Gradlinigkeit in dem Film. Ganz merkwürdig was da auf der Leinwand zu sehen war. Wenn ich skurilität beurteilen sollte, 5 Sterne. So bekommt er aber von mir grade so 1 Stern.

  8. Finger weg von diesem Unfilm!!!

    Ich habe jüngst die DVD-Fassung des Films gesehen (ich vermute mal, dass die identisch mit der Kinofassung ist) und ich muss sagen, dass das mit sehr grossem Abstand der grottigste Film ist, den ich in sehrsehrsehr langer Zeit gesehen habe. Im wahrsten Sinne des Wortes: ein Arschloch von einem Film.
    Die Schauspieler (leidlich) gut, die Atmosphäre super, die Umsetzung des gezeichneten Comicbildes toll – trotzdem – so etwas sinnentleertes gibts nicht nochmal. Hahnebüchene, völlig absurde Geschichte – schade um die vertane Zeit – vermutlich ist sogar der Strafbestand der Körperverletzung erfüllt. Uwe Boll Filme sind ganz grosses Kino dagegen (und ich hätte nicht geglaubt, dass ich so etwas jemals sagen würde)
    Statt eines Sternes würd ich gern ein tiefes schwarzes Loch vergeben.

    Meine DVD, übrigens, werde ich weder verschenken noch verkaufen – ich schmeiss sie einfach weg.

    Achja – aber darauf kommts eigentlich auch nicht mehr an – der Soundtrack war auch mies.

  9. Als Betreiberin einer Videothek- Kette kann ich Eines mit Bestimmtheit sagen:

    Der wohl schlechteste Film der Welt.
    Hier stimmt nichts. Aber auch garnichts.

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