„Inside Hollywood“ – Mäßiger Einblick in die Filmwelt

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Barry Levinson hat mit „Wag The Dog“ einen tollen Film über die verlogene Welt der Politik gedreht, sicher total überdreht, aber ich sehe Nachrichten seither mit anderen Augen. Da hatte ich an „Inside Hollywood“ auch gewisse Erwartungshaltungen, gleicher Regisseur und Schauspieler wie Robert de Niro, Bruce Willis, Sean Penn, John Turturro, Robin Wright Penn und Kristen Stewart, das hätte doch was werden können. Und doch kommt der Film einfach zu brav daher, der Einblick in das Leben eines Filmproduzenten sieht in der Realität sicher um einiges derber aus, als dieser Film sich traut zu zeigen.

Ben ist Filmproduzent und hat in seinem Alltag mit zahlreichen Problemen zu kämpfen. Da ist der Regisseur vom neuen Film mit Sean Penn, der in der Endszene unbedingt einen Hund erschießen lassen will, Bruce Willis, der sich für seinen neuen Film den Rauschebart nicht abrasieren will, ein Haufen verrückter Agenten und Filmbosse und nebenbei noch eine vergurkte Ehe, die gerettet werden will. Ben versucht in dieser Welt voller Bekloppter nicht selber irre zu werden.

Es ist nicht so, dass der Film nicht hier und da an ein paar Negativseiten der Filmwelt kratzt, aber die Parodie will einfach nicht bissig werden, für ein solches Thema bleibt sie einfach zu brav. Drogen, Sex, Korruption, Machtkampf, Ausbeutung, irgendwie ist das alles am Rand dabei, aber wenn eine Parodie eine derart verrückte Welt so wenig überreizt, dass man sofort sicher ist, die Realität wäre noch um einiges schlimmer, hat der Film sein Ziel verfehlt.

Klar, Bruce Willis mit seinem Rauschebart ist ganz lustig und der Regisseur, der mit der Hundeszene was riskiert, aber von den Studiobossen gezwungen wird, die Szene harmloser zu gestalten, deutet gut an, wie heute jeglicher Versuch, andersartige Filme zu machen, von den Geldgebern unterbunden wird, aber trotzdem hätte ich einfach mehr Biss erwartet wie beispielsweise bei „Hurly Burly“. Eine vergebene Chance, aber aufgrund einiger netter Einfälle noch schaubar.

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Ein Kommentar

  1. Nein. Ich glaube nicht, dass man seine Zeit mit so etwas vertun muss bzw. sollte.
    Schon „Wag the dog“ hielt ich seinerzeit für masslos überschätzt. Mittlerweile ist er auf jeden Fall, wie wir alle wissen, von der Realität überholt worden.
    Dann kam aus der gleichen ‚Ho-ho-wir-nehmen-uns-mal-was-raus-und-machen-eine-bitterböse-Satire‘-Ecke „Thank you for smoking“. Auch so hochgelobt aber leider genauso weichgespült.
    Und nun eben „Inside Hollywood“.
    Nein danke. Auch Bruce Willis mit Rauschbart ist kein Trost und kann mich nicht verlocken.
    Da lobe ich mir den oben angesprochenen „Hurly burly“, gern auch „Fear and loathing in Las Vegas“. Meinetwegen „Living in Oblivion“. Oder was ist mit Altmanns „The player“ (den es aber meines Wissens zur Zeit leider nicht auf DVD gibt)?
    Die zeigen doch, dass es auch anders geht. Und verzichten sogar auf die Stempel „Satire“ und „gesellschaftskritisch“.
    Richtig frustriert bin ich jedoch, wenn ich überlege, was diese Garde an erstklassigen Schauspielern in der gleichen Zeit alles hätte drehen können.

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