Wäre Frank Darabonts „Indy 4“-Skript besser gewesen?

Ja, ein müßiges Thema mit anscheinend unendlich viel Gesprächsbedarf. Der mehr als enttäuschende „Indiana Jones und der Rest des viel zu langen dämlichen Titels“ war eine Katastrophe und führt nun bereits zur Angst vor einer weiteren Grabschändung mit einem fünften Teil. Doch gehen wir ein paar Schritte zurück und erinnern uns an die peinliche, lange andauernde Phase der Drehbuchschreibung zu besagtem Filmmalheur. Frank Darabont hatte ebenfalls ein Drehbuch entworfen, welches seinen Weg ins Internet gefunden zu haben scheint. Und nun stellt man sich natürlich die große Frage: Wäre es besser gewesen?

Frank Darabont (Skript zu „Die Verurteilten“, „Green Mile“, „Der Nebel“) hat an dem Drehbuch zu „Indy 4“, welches von Spielberg als drittbestes Skript, was er je gelesen habe, betitelt wurde, von Ford auch geliebt, aber von Lucas abgelehnt worden ist, über ein Jahr lang geschrieben. Dieses Skript hatte allem Anschein nach seinen Weg ins Internet gefunden, allerdings nur für kurze Zeit. Es ist wohl nicht hundertprozentig sicher, ob es das Darabont-Skript war, aber wohl so gut wie.

Ich gehöre nicht zu den Glücklichen, die es gelesen haben, aber man kann so einiges über das Skript aus dem Internet herausfinden. Und nach dem hundsmiserablen Drehbuch, was nun verfilmt worden ist, stellt man sich natürlich die Frage, ob Darabonts Skript besser gewesen wäre oder ob man George vielleicht sogar danken müsse, dass er einen vor etwas noch viel Schlimmerem bewahrt hat. Und da scheinen sich die Leute uneinig zu sein. Oder eher: Die meisten sagen, dass auch dieses Skript nicht wirklich klasse sei, aber immerhin besser als das tatsächliche Shooting-Script. Ich werde hier ein paar Fakten zusammentragen.

1. Die Grundstory ist mehr oder weniger die gleiche, sie basiert ja auch auf den Vorgaben von Lucas (ja, genau der hat’s mal wieder verbockt). Die Kirstallschädelgeschichte und der Götter/Aliens als-Wiege-der-großen-Hochkulturen-Geschichte kommt anscheinend samt UFO am Ende vor. Die Aliens sollen allerdings deutlich böser und bedrohlicher sein.

2. Auch der Kristallschädel soll mystischer und bedrohlicher sein.

3. Es gibt keinen Mutt Williams, Indy hat keinen Sohn.

4. Marion Ravenwood kommt vor, allerdings in einer größeren, aktiveren Rolle mit Funktion. Sie soll angeblich nicht nur einen Sinn haben, sondern auch wieder absolut ihrem alten Charakter entsprechen. Es fanden die meisten besonders schade, dass man dieses zugunsten ihres peinlichen Auftritts im tatsächlichen Film geändert hat.

5. Die Atomexplosion kommt vor samt Überleben im Kühlschrank. Allerdings soll das ein kleines bischen besser gelöst worden sein.

6. Die Szene, wo man von der Klippe in einen Baum fällt, im Wasser landet, der Baum zurückschlägt und die Bösen trifft, kommt vor.

7. Man fällt ganze vier mal einen Wasserfall herunter.

8. Indy betrinkt sich am Anfang und klaut das Idol aus „Raiders“ aus einem Museum zurück.

9. Es soll generell sehr viele Anspielungen auf die alten Filme geben, auch die Kistenlagerhalle kommt vor, allerdings wohl später.

10. Es sollen wohl Menschenopfer und ein Flugzeug-Duell vorkommen.

11. Indy hat wohl seine Angst vor Schlangen überwunden und wird vor einer riesigen Schlange gefressen.

12. Die Russen sind zwar die Bösen, aber der Charakter von Blanchett kommt nicht vor. Dafür wohl recht viele „größerer Böse“.

13. Der Charakter von Winstone ist auch Doppelagent, allerdings soll das deutlich besser ausgearbeitet worden sein und er fast schon wie Beloq Antagonist sein, auf jeden Fall deutlich böser.

14. Sallah und Indys Vater haben Cameoauftritte.

15. Der Filmtitel wäre „Indiana Jones and the City of Gods“ gewesen.

Dies sind nur ein paar Unterschiede zum finalen Skript. Obwohl auch hier viele der schlechten Stellen aus dem Film bereits vorkommen, soll aber Darabonts Skript insgesamt logischer, zielgerichteter und stimmiger sein. Was auch daran liegt, dass Indy die ganze Zeit aktive Hauptperson und treibende Kraft ist und nicht von einem Mutt Williams mitgeschleift wird und ihm die Action überlässt. Auch soll dieses Skript härter und für Erwachsene ausgelegt sein und alles andere als die familienfreundliche Version, die wir nun präsentiert bekommen haben. Die Witze sollen größtenteils nicht so platt daherkommen und den Chrakteren mehr entsprechen. Auch sollen viele Dialoge die alten Filme aufgreifen, z.B. soll Indy diesmal sagen: „Es ist nicht Materialverschleiß… es sind die Jahre“. Einige sagen, dass die ersten zwei Akte viel zu viele Anspielungen auf die alten Filme haben, der letzte und das Finale aber wirklich gut sei (Indy schießt darin mit seiner Waffe dem Kristallschädel zwischen die Augen).

Alles in allem würde ich sehr gerne das Skript lesen, um mir ein eigenes Urteil bilden zu können. Aber deutlich wird, dass auch dieses Skript sicher nicht das gelbe vom Ei gewesen wäre, aber vielleicht wenigstens in sich schlüssig mit einem alten Indy voll und ganz als Hauptperson, den Charakteren treu ist und nicht so lau-kindgerecht gewesen wäre. Aber was soll es, der Zug ist und bleibt nunmal abgefahren.

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5 Kommentare

  1. Oh man, wenn man hier so liest, dass die Schrottstory mit dem Kristallschädel und den Ufos schon immer Vorgabe war, naja, dann ist es wohl echt egal, welches Script man liest. George Lucas ist echt eine Niete!

  2. Leider muss dich berichtigen führer war er keine Niete ,jetzt ist er eine Niete geworden das ist mir bis zu heutigen ein Rästel schade er hatte so ein Talente zu guten filmen, er hat so viel verbogt die neuen Star Wars Filme, Indy 4 und jetzt Star Was the Clon Wars.
    Die Vorlage ist genauso schlecht und damit hat sich. Sollte Indy 5 kommen dann werde ich ihn ignorieren.
    Einfach Schade ich habe Star Wars und Indy geliebt, Lucas war früher einer meiner Lieblings Regisserure.

  3. Ich weiß, was du meinst, daher kommt ja auch mein Hass auf George Lucas.

    Er hatte so viel Potential und er hat mit den alten „Star Wars“- und „Indiana Jones“-Filmen so große Klassiker geschaffen, dass ich nicht verstehe, wie er zu dem heutigen Idioten verkommen konnte. Und vor allem, dass er es selber nicht merkt und sich immer noch für den Größten hält.

    Und natürlich FÜR DIE FANS. Niemand anders behauptet so oft, etwas für die Fans zu machen und sich einen Dreck darum zu kümmern, was diese wirklich davon halten.

    Peter Jackson hat bei seinen „Herr der Ringe“-Filmen auch viel von der Vorlage verändert, aber der war wenigstens immer mit Fans in Kontakt und hat sich wirklich schlau gemacht, welche Änderungen den Fans wirklich sauer aufstoßen würden.

    George macht einfach nur Mist und behauptet dann noch, dass wir, die Fans, das alles so gewollt hätten. Das ist einfach unfair!

  4. Ich hasse Lucas nicht, ich habe soagr mitleid mit ihn ich hoffe das er eines tages wieder der wird der er mal war das gleiche gilt bei Steven Spielberg.
    DIE HOFFNUNG STIRBT ZULETZT!!!!

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