„The International“ – Langweiliger Thriller

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Ich hatte mal einen Trailer gesehen und den Film dann von meiner Liste gestrichen, aber in letzter Zeit fragten alle, ob ich den Film zur internationalen Bankenkrise schon gesehen hätte. Dann habe ich mir „The International“ doch angetan und ich bekam das, was man schon vom Trailer erwarten konnte, einen langweiligen Thriller mit einer schlecht durchdachten Story und vielen Logikfehlern. Und der Witz schlechthin, bis auf die Tatsache, dass es hier um Machenschaften einer Bank geht, hat es mit den aktuellen Bankproblemen so absolut gar nichts zu tun. Aber Glück für den Film, dass das viele glauben, sonst würde ihn wohl gar keiner sehen.

Schon über Jahre versucht Interpol-Agent Salinger die kriminellen Machenschaften einer großen internationalen Bank aufzudecken und doch ist deren Macht zu groß, um an sie heranzukommen. Zusammen mit der Anwältin Whitman kommt er seinem Ziel immer näher, doch dann gibt es die ersten Toten. Salinger jagt durch ganz Europa, um Beweise zu sammeln, doch die Bank ist ihm immer einen Schritt voraus und schreckt vor nichts zurück.

Tom Tykwer hat mit Filmen wie „Lola rennt“ oder „Das Parfüm“ bewiesen, was er drauf hat. Dieser Film nimmt ein interessantes Thema und gute Darteller und versagt auf voller Linie. Clive Owen spielt gut, Naomi Watts darf überhaupt nicht wirklich agieren und bei Armin Müller-Stahl frage ich mich inzwischen wirklich, ob er mehr als nur die eine Rolle spielen kann. Wenn der Film mal wieder in seiner eigenen Unlogik hängen bleibt, schmeißt er die Handlung mal wieder in eine andere europäische Stadt oder greift am Ende sogar auf eine endlose übertriebene Ballerei zurück, die so gar nicht zum ansonsten auf Thrill nicht Action ausgelegten Film passen will. Die Story ist ziemlich verworren und der Verlauf der Handlung ist recht vorhersehbar und unoriginell.

Aber es sind auch Kleinigkeiten, die einen nerven, wenn Clive Owen jemanden aus seiner Wohnung holt, weil die verwanzt ist und ihm dann eine Handvoll Wanzen aus seiner Wohnung zeigt, die er noch in der Tasche trägt. Mag sein, dass man die zerstören kann, aber man sollte sie sicherheitshalber nicht mehr in der Tasche tragen, oder? Auch die Story mit dem zweiten Schützen in Italien will nicht so richtig funktionieren. Irgendwie hat der Drehbuchautor versucht, immer wieder interessante Storylines zu bauen, aber keine wirklich zu Ende durchdacht.

Traurig, falls sich hier ein deutscher Regisseur mit tollen Filmen in die Etage gefilmt hat, wo er mit großen Stars drehen kann, aber dafür seine Klasse verliert. Wobei man nicht so unfair sein darf, die Handlung als Hollywoodmüll abzutun, die ist ja von der Grundidee sehr speziell, aber die Umsetzung hat leider nicht wirklich hingehauen. Und es gibt inzwischen genug „Wow, der traut sich da aber an ein heikles Thema ran“-Filme, um einen Filme nur deshalb gut zu bewerten.

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Ein Kommentar

  1. Eine ziemlich verworrene und für mich nicht gerade nachvollziehbare Geschichte, dann auch noch schlecht gemacht (zum Beispiel 5 Minuten Dauerfeuer ohne erkennbaren Grund); also das ist nicht doll …

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