„Slumdog Millionär“ – Berechtigter Oscar-Gewinner!

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Wenn ein Film dermaßen bei den Oscars absahnt wie „Slumdog Millionär“ in diesem Jahr, ist meine erste Reaktion immer irgendwie Abneigung dem Film gegenüber, warum auch immer. Trotzdem habe ich die Chance genutzt, mir den Film doch einmal anzuschauen und ich war begeistert. Der Film ist lustig, romantisch, brutal, bedrückend, spannend und einfühlsam, und das alles zusammen greift wunderbar ineinander. Das Portrait des harten Lebens eines Slumdogs in Indien und seiner Chance, diesem zu entfliehen, ist großartig in Szene gesetzt.

Jamal, der in den Slums Indiens groß geworden ist, sitzt in der indischen Version von „Wer wird Millionär“ und ist nur noch eine Frage vom Hauptgewinn entfernt. Doch die Entscheidung wird in die nächste Sendung verschoben. Kurz darauf ergreift ihn die Polizei und verhört ihn brutal in dem Glauben, er habe in der Sendung betrogen. Doch dann erzählt er die mitreißende Geschichte seiner Kindheit in den Slums und wie ein Slumdog Antworten auf Millionenfragen durch sein von vielen Schicksalen geprägtes Leben erhalten kann.

Regisseur Danny Boyle hat einen Film geschaffen, der einerseits eine Liebesgeschichte und andererseits eine knallharte Darstellung des harten Lebens in Indiens Slums ist. Die Laiendarsteller, gerade Dev Patel und Freida Pinto, spielen ihre Rollen sehr glaubhaft und die hervorragende Kameraarbeit tut dem Film ebenfalls gut. Jamal ist ein Sympathieträger, ein Typ, der schon so viel durchgemacht hat und sich trotzdem immer treu geblieben ist. Ein Außenseiter, den die Zuschauer der Sendung lieben und die Macher lieber früher als später versagen sehen wollen. Die Geschichte von Jamals Kindheit geht unter die Haut, schockiert und bringt zum Lachen. Der Film ist teilweise sehr spannend und bietet als Kontrast die romantische Geschichte der Liebe zwischen Jamal und Latika, die sich schon als kleine Kinder kennen lernten und doch vom Leben immer wieder getrennt wurden.

Sicher ist es kein Zufall, dass dieser derart vielschichtige Film in dem Land spielt, das mit seinen Bollywood-Filmen gerade dafür bekannt ist, in jedem Film quer durch alle Genres zu springen. Aber Danny Boyle vollbringt in jeder Form das Kunststück, die Elemente wirklich so gut zu verbinden, dass ein großes Ganzes daraus wird. „Slumdog Millionär“ ist ein Geheimtipp, ein Außenseiter, und somit ein wirklich verdienter Oscar-Abräumer.

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6 Kommentare

  1. Diese Review hat mir sehr gefallen, weil ich die Bewertung ähnlich sehe. Es ging mir ebenfalls so, dass ich nicht wusste, wie ich den Preis-Abräumer-Film einschätzen sollte. Dann habe ich mich zum Kinobesuch entschieden und bin beeindruckt gewesen. Dieser Film ist wirklich ein verdienter Gewinner.

  2. Der Review ist wirklich nichts mehr hinzuzufügen. Es hat sich gelohnt, den Film zu sehen; er hat sich seine Oscars verdient

  3. Er hat wirklich die 8 Oscars verdient das einzige was mich einbisschen gestört hat war die 20.000 rp frage, aber es war klar das sie kommen würde ,als end frage. Ein wirklich schöner film!!

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