Clint Eastwood – Revolvermann mit großem Herz

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Clint Eastwood war schon eine wahre Größe Hollywoods, als er in schäbigen Klamotten mit grimmigem Gesicht und eine Knarre in der Hand den Wilden Westen unsicher machte. Die Westernreihe mit „Für eine Handvoll Dollar“, „Für ein paar Dollar mehr“ und „Zwei glorreiche Halunken“ gilt bis heute als eine der besten des Genres. Doch wie viel in dem Revolvermann steckt, zeigt sich gerade in den letzten Jahren durch seine wirklich großartigen Regiearbeiten wie „Million Dollar Baby“ oder „Gran Torino“.

Eastwood ist aus dem Westerngerne nicht wegzudenken, aber auch seine „Dirty Harry“-Filme sind bis heute Filmklassiker. Und doch wird er sicher zu Unrecht von vielen noch in die Reihe der Ballerriege um Charles Bronson und Chuck Norris gesteckt, die Typen, die immer anderen auf die Schnauze hauen, mit Waffen fuchteln und immer ’nen coolen Spruch parat, aber ansonsten nicht viel mehr auf dem Kasten haben. Doch davon ist Clint Eastwood Lichtjahre entfernt, der Westerncharakter, den er geprägt hat, ist zeitlos, generell ist Eastwood nicht einfach ein Schauspieler, er ist ein Stil. Clint Eastwood ist einzigartig, ihn zu kopieren hat noch keiner geschafft.

Doch neben seinem großartigen schaupielerischen Talent ist er ein Regisseur mit einem Händchen für kleine, aber einfühlsame Geschichten. Schon Klassiker wie „Der Texaner“ oder „Honkytonk Man“ zeigten, das mehr hinter der bärbeißigen Schale des einsamen Westernhelden steckte. Gerade Meisterwerke wie „Erbarmungslos“ und „Space Cowboys“ waren beispielhaft, wie weit sein Spektrum reichte. Inzwischen zieht er sich auch gerne mal hinter die Kamera zurück und inszeniert wirklich unter die Haut gehende Filme wie „Mystic River“, „Million Dollar Baby“ oder „Der fremde Sohn“, ohne selber als Schauspieler mitzuwirken. Zahlreiche Auszeihnungen konnte er seitdem entgegen nehmen.

Clint Eastwood ist eine Legende, in so vieler Hinsicht hat er die Kinowelt immer wieder revolutioniert und ist mit dem Alter immer besser geworden. Sein aktueller Film „Gran Torino“ ist ein wunderbares Beispiel für seine Karriere. Hier haben wir den grummelnden Eastwood, wie wir ihn schon in den Western und Actionfilmen liebten und das in einer kleinen, aber wirklich mitreißenden Geschichte.

Man kann sich nur wünschen, dass der inzwischen 78-jährige noch einige Jahre lebt, um uns mit weiteren Filmen zu beglücken. Und wenn nicht, weiß ich, dass ich vermutlich viele seiner großartigen Filme von früher noch gar nicht kenne. Gerade habe ich „Honkytonk Man“ gesehen, Eastwood spielt hier einen fertigen Musiker, der zusammen mit seinem Neffen nach Nashville will, um sich dort seinen Lebenstraum zu erfüllen, aber die Reise verläuft nicht gerade wie geplant. Auch hier übernahm Eastwood schon 1982 Hauptrolle und Regie und zeigte, dass er sogar als Countrysänger überzeugen kann.

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3 Kommentare

  1. Er wird nun Regie für einen übernatürlichen Thriller mit Matt Damon in der Hauptrolle führen. Ich dachtte, er wollte nach „Gran Torino“ aufhören? Wenn er noch ein wenig länger lebt, um Filme zu drehen, um so besser!

  2. Ich kann behaupten, dass mich noch kein Mann zum heulen gebracht hat. Aber in Gran Torino und Million Dollar baby, war es … so kurz… davor. Ehrlich.

    Clint Eastwood ist nicht nur ein Mannn, er ist Legende. Gerade als er wie andere Ikone ganz oben im zenit seines Tuns war, hat er sich nicht wie blöde auf andere Sachen konzentriert, sondern sich mit kühlem verstand auf frische Projekte gestürzt. Man vergleiche nur mal zwischen Mel Gibson und C.E. :
    Beide sehr gute Schauspieler, nur einer von ihnen ist als Regisseur wahnsinnig geworden.
    Soll der mann solange noch weitermachen, bis er nicht mehr kann oder nicht mehr will .

    Meinen Segen hat er.

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