„Long Weekend“ – Ökohorror

nur miesschlechtfast mittelmäßigmittelmäßigfast gutgutfast sehr gutsehr gutfast einzigartigfast einzigartig   3,34 (3 Stimmen)
Loading...

Wir verschmutzen unseren Planeten tagtäglich und die Rache der Natur wurde sonst in Filmen immer als Naturkatastrophe und Klimawandel dargestellt. Hier ist es eher die subtile Attacke von Mutter Natur auf ein zerrütteltes Ehepaar. „Long weekend“ ist ein Film, den man schwer kategorisieren kann, denn er fällt aus dem Muster der üblichen Horrorfilme.

Eigentlich wollten sie sich mit einem anderen Ehepaar an einem bestimmten Ort am Meer treffen. Doch der Zufall will, dass sie nachts mitten im Wald rasten müssen und am nächsten Morgen beschließt das Ehepaar, dass sie an diesem abgeschiedenen Ort ihr Wochenende verbringen. Beide haben Probleme mit dem anderen und beide haben insgeheim die Hoffnung, dass sie sich mit dem anderen wieder versöhnen können. Doch aufgrund von fehlender Kommunikation verschlimmert sich die Situation und dann häufen sich noch mysteriöse Vorkommnisse. Ein merkwürdiges Tier scheint nachts immer laut zu weinen, etwas Großes schwimmt im Meer und die Vögel sind aggressiver. Die Rache der Natur?

Der Film wirkt wie ein billiger Horrofilm, wenn er anfängt. Ein zerstrittenes Ehepaar fährt an einem abgeschiedenen Ort. Doch „Long Weekend“ ist mehr eine Mischung aus Mystery und Drama. Mystery wegen der seltsamen Ereignisse, die das Ehepaar erlebt und scheinbar die Rache der Natur ist wegen dem respektlosen Verhalten der Hauptpersonen und Drama, weil die Probleme des Ehepaars immer wieder in den Vordergrund gestellt werden und schlussendlich auch der Aufhänger des Ganzen sind.

Damit hat der Film irgendwie kein richtiges Publikum, da er für Fans von Dramen zu sehr wie ein Horrorfilm wirkt und gerade für Horrorfans viel zu wenig Blut und Leichen beinhaltet, dabei ist der Mystery-Teil gar nicht so schlecht und auch der Aspekt der Eheprobleme ist intelligenter und realistischer dargstellt als das meiste andere in letzter Zeit.

Die Schauspieler spielen solide. Am Anfang wirkt es oberflächlich, doch im späteren Verlauf merkt man, dass vieles absichtlich so gespielt wurde und es ist faszinierend, wie die Sympathien zu beiden Figuren wechselt. Der Aspekt „Rache von Mutter Natur“ ist trotz der netten Mysterysachen prinzipiell eher lächerlich und auch der Soundtrack wirkt, als hätte hier das Budget nicht mehr gereicht, denn es klingt wie 80er Jahre Keyboard in richtig schlecht. Übrigens ist es ein Remake und das Original stammt aus dem Jahr 1978. Es wurde an vielen Originalschauplätzen gedreht.

Schwieriger Film, den man nicht einsortieren kann und weder Fisch noch Fleisch ist. Gerade das Ende ist unbefriedigend, aber insgesamt kein Totalausfall.

Der Film wurde im Original gesehen. Ob und wann er im Kino erscheint, ist noch nicht bekannt.

Bildergalerie (zum Vergrößern anklicken)


Verwandte Artikel

Ein Kommentar

  1. Hm. Joa. Kann man wirklich jetzt sehr schwer einordnen. Also ich fand ihn nicht völlig schlecht, aber gerade das Ende ist dann definitiv nicht so recht überzeugend. Aber dennoch hat der Film sehr schöne Aufnahmen und man kann ihn sich ansehen.

    [spoiler] Dass der Film so brutal werden würde, hatte ich gar nicht erwartet. Das Problem ist wohl, dass am Ende tatsächlich sich die Natur an den Menschen rächt, was irgendwie einfach lächerlich ist. Man denkt die ganze Zeit, dass sich die zwei das nur einbilden; als dann die Leichen der anderen auftauchen, denkt man, da wäre irgendwo ein Killer; aber dass es nachher alles tatsächlich nur die Natur sein soll, fand ich dann doch ziemlich schlecht. [/spoiler]

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.