„Religulous“ – Religion macht dumm!

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Natürlich muss man bei dieser Dokumentation mit US-Comedian Bill Maher genauso vorsichtig herangehen wie bei Michael Moore und doch trifft er mit seinem Thema einen sehr interessanten Nerv und eine Theorie, die ich ebenfalls vertreten kann: Es gibt auf der Welt keine größere Gefahr, als Menschen, die aufgrund ihrer Religion zu dummen Mitläufern werden, jeglichen Verstand über Bord werfen und am Ende anders denkende, fühlende oder handelnde Menschen trotz ihres von ihrer Religion eigentlich vorgegebenen Gleichberechtigungsgefühls diskriminieren, ausgrenzen oder sogar töten. Glaube kann Gutes bewirken, Religion hingegen oft nur Schlechtes!

Bill Maher reist um die Welt, um sich mit Vertretern verschiedener Glaubensrichtungen zu unterhalten und sie auf der Basis ihrer Religionsgrundlagen zu dem Verhalten ihrer Anhänger zu befragen und ihnen die Unlogik ihrer Denkweise aufzuzeigen. Er versucht, Gläubigen zu demonstrieren, dass sie an ein nicht nachvollziehbares Konstrukt glauben, dass gerade Bücher wie der Koran und die Bibel unglaublich diskriminierende Passagen, Vorgänge und Aufforderungen enthalten, und versucht Antworten zu erhalten, die den sinnlosen Glauben und eine komplette Auslegung des Lebens auf etwas, dass rational keinen Sinn macht, erklären könnten…

Ich frage mich, ob Anhänger einer bestimmten Glaubensrichtung zu mehr fähig sind als Totschlagargumenten wie „Das kann man nicht erklären, man kann es nicht glauben.“ Natürlich sind in dieser Doku die dümmsten Antworten dargestellt, es wird nicht wirklich versucht, der anderen Seite eine wirkliche Chance zu geben, aber dennoch finde ich es wieder erschreckend, wie sinnlos viele Gläubige argumentieren. Warum werden gewissen Geschichten nicht als Gleichnis dargestellt, sondern unbedingt geglaubt, weil sie in der Bibel stehen, einem Buch, das sich nach heutigen menschlichen Standards mal vom grausamen Alten Testament trennen sollte.

Bitte versteht mich nicht falsch, auch wenn ich selber nicht an Gott glaube, ist es für mich absolut ok, dass andere Menschen an eine höhere Macht glauben und die Botschaften, die Jesus Christus zugeordnet werden, als Grundlage nehmen und Gutes tun. Aber warum glaubt man an den Papst, ein von Menschen berufenes Wesen? Wieso gibt es so einen Konflikt zwischen den Religionen, wenn sie doch alle an ein höheres Wesen glauben, zueinander nett sein und andere Menschen respektieren sollen? Wie kann man sich Kirchen anschließen, in deren Namen mehr Greueltaten begangen wurden als aus anderen Gründen in der menschlichen Geschichte? Wie kann man damit leben, dass der Holocaust irgendwie zu Gottes Plan gehört hat, das Alte Testament lesen und trotzdem äußern, dass es sich bei Gott um ein gütiges, mitfühlendes, die Menschheit liebendes Wesen handelt?

Bill Maher geht sehr fies mit derartigen Fragen auf seine Interviewpartner los, und deren Antworten sind oft wirklich erschreckend: „Jesus hat es gegeben.“ – „Nein, das hat es nicht.“ – „Es gab Augenzeugen!“ – „Keiner, der in der Bibel über ihn geschrieben hat, hat ihn wirklich gekannt“. – „Naja, die sind ja aber nur wenige Jahrzehnte von Augenzeugen entfernt.“ (!!!) Hey, dann schreibe ich bald mal ein Buch über den Zweiten Weltkrieg, bin ja fast Augenzeuge!

Wenn Gläubige ihren Glauben verteidigen, wird es oft lächerlich, gerade weil die Grundlagen der ganzen Religionen ja alle auf nicht gerade haltbaren Grundlagen stehen, ich finde es daher immer wieder schockierend, wie Gläubige schreckliche und nicht nachvollziehbare Taten begehen und meinen, alles im Name Gottes rechtfertigen zu können. Dazu zählt auch die Aufgabe der eigenen Mündigkeit und des logischen Denkens!

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4 Kommentare

  1. Klingt ja prinzipiell nicht uninteressant, aber wenn du den Film mit Michael Moore vergleichst, kommt wohl nicht viel dabei herum. Wenn hier nur manipulativ und einseitig an das Thema herangegangen wird, kommen die Atheisten (zu denen ich mich aus vollster Überzeugng zähle) letztlich durch so einen Film dann insgesamt wieder schlechter weg, da man ihnen Intoleranz und unwissenschaftliches Arbeiten (was ja eigentlich übelste Ironie ist) vorwerfen wird…

    ps. Über den Satz „auch wenn ich selber nicht an Gott glaube“ kann ich nur schmunzeln.

  2. Für mich ist das ein durchaus sehenswerter Film. Da sind sicherlich auch einige Extrembeispiele herausgepickt worden – aber schließlich gibt’s die ja. Und für manipulativ halte ich das Ganze auch nicht, weil die Absicht des Films und das Vorgehen dabei nicht verschwiegen sondern klar dargestellt werden. Es wird für mich wesentlich offener und ehrlicher vorgegangen, als Michael Moore das bisweilen macht. Daher tuen bestimmte Sequenzen auch richtig weh !
    Mir jedenfalls spricht der Film aus dem Herzen.

  3. Ich habe diesen Film mindestens zweimal gesehen und bin immer wieder fasziniert von den Gesprächen und Gedankengängen… bzw. den Fragen, die der Film aufwirbelt.

    Sicherlich muss man vorsichtig sein bei all den Thesen und Meinungen, aber mit etwas Abstand betrachtet hat dieser Film großen Unterhaltungswert.

  4. Was soll ich sagen mir diese mir täten einige in tiefsten Herzen. Ich wollte ihn mir nicht anschauen da ich selber agnostiker bin ich kann diese frage nicht beanworten aber schließe nicht die Möglichkeit aus. Er interessant zu betrachten einige Sequenzen sind gut.
    Das Ende wo über die Gemäßigten Religösen redet hat mir überhaupt nicht gefallen. Was mich noch störte er hat nur die monotheistische weltreligionen abgefragt mich hatten auch die anderen wie zum beispiel buddhismus und hinduismus interessiert.
    Mir kam etwas manipulativ vor, aber nicht stark.

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