Die RAF im Film vor „Der Baader Meinhof Komplex“

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Der „Deutsche Herbst“ und das Thema RAF sind auch aus heutiger Sicht immer noch sehr spannend und natürlich angesichts der grandiosen Verfilmung „Der Baader Meinhof Komplex“ nach der Vorlage von Stefan Austs Standardwerk auch wieder deutlich mehr in den Mittelpunkt gerückt worden. Doch der Kinofilm und der kurz darauf erschienene TV-Film „Mogadischu„, in dem es detailliert um die Flugzeugentführung 1977 geht, sind nicht die einzigen Verfilmungen, die es bisher zu dem Thema gegeben hat:

Stammheim (1986)
Dieser Film ist sicher nur was für wirklich Interessierte. Nach einem Drehbuch von Stefan Aust wurde in diesem Film der Gerichtsprozess gegen die RAF in Stammheim in einem Spielfilm umgesetzt. Man hat sich hier original an die vorhandenen Tonbandaufnahmen des Prozesses gehalten. Schauspieler wie Ulrich Tukur und Ulrich Pleitgen sind hier in Hauptrollen zu sehen. Der Film gibt einen interessanten Einblick in den Prozess, bei dem beide Seiten nicht unbedingt gut bei weg kommen. Mein Lieblingszitat: „Frau Meinhof, ich entziehe ihnen das Wort wegen Weitschweifigkeit!“

Todesspiel (1997)
Der TV-Zweiteiler mischt Spielfilmelemente mit Interviews und Dokumentaraufnahmen. „Todesspiel“ handelt von den Ereignissen im Herbst 1977, also der Schleyer-Entführung und der Flugzeugentführung der Landshut. Auch gerade die Seite des Staates wird hier sehr interessant behandelt. Neben bekannten deutschen Schaupielern wie Sebastian Koch, Manfred Zapatka und Ulrich Matthes spielt Hans Brenner den Hanns Martin Schleyer. Brenner ist der Vater von Moritz Bleibtreu, der im „Baader Meinhof Komplex“ Andreas Baader verkörpert hat. Regie hat übrigens „Buddenbrooks“-Regisseur Heinrich Breloer geführt. Der insgesamt dreistündige Doku-Spielfilm ist eine großartige Erweiterung für den neuen Kinofilm, bei dem diese Ereignisse ja nur sehr kurz abgehandelt wurden.

Baader (2002)
Diesen Film habe ich bisher selber noch nicht gesehen und überlege immer noch, ob ich es tun soll. Auf der Basis der wenigen Fakten über Andreas Baader wurde hier ein Film gedreht, der sich nicht immer an historische Tatsachen hält, so wird Baader hier am Ende bei der Festnahme erschossen und nicht wie in Wirklichkeit ins Gefängnis gebracht. Der Film mag vielleicht ein interessantes Experiment sein, aber solche gravierenden Änderungen machen den Film für mich bereits ungesehen nicht sehr sehenswert.

Es gibt noch ein paar andere Spielfilme, die das Thema RAF behandeln und natürlich eine Menge Dokumentationen, aber diese Verfilmungen sind wohl neben den beiden neuen Filmen die, die sich mit Stoff am meisten befassen. Ich persönliche empfehle jedem weiterhin noch die zweiteilige Dokumentation „Die RAF“ (2007) von Stefan Aust und Helmar Büchel. Hier wird in insgesamt drei Stunden mit vielen Interviews und Originalaufnahmen die Geschichte der RAF sehr umfangreich wiedergegeben.

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Ein Kommentar

  1. Hmm, habe jetzt auch „Baader“ gesehen, aber irgendwie muss man den echt nicht gesehen haben, die Schauspieler spielen recht grottig, generell wirkt der Film billig und derartige künstlerische Freiheiten darf man sich bei sowas meiner Ansicht nach nicht nehmen.

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