„Primeval“ – Trash und Dinos bereits in dritter Runde!

Die Diskussionen um die Serie Primeval sind hier recht beliebt und die Meinungen gehen weit auseinander, während sie für die einen eine tolle Unterhaltungsserie ist, halten die anderen sie für absoluten Schrott. Ich bin der Ansicht, dass sich die Serie oft einfach zu ernst und wichtig nimmt, als Trashserie funktioniert sie ja, aber mit diesen gigantischen Logiklöchern, den schlecht ausgewählten Urzeitviechern und der recht konfusen Story kann man sie eben nicht als gute Serie annehmen. Alles wirkt billig, macht aber auf ganz großes Kino, das passt einfach nicht zusammen. Trotzdem gestehe ich der Serie einen gewissen Unterhaltungsfaktor zu.

Die Serie handelt von Zeitlöchern, durch die Wesen aus der Vergangenheit und Zukunft in das heutige England kommen. Diese „Anomalien“ treten nur kurzfristig auf und eine Gruppe von Leuten, darunter der Evolutionsbiologe Nick Cutter, die Tierpflegerin Abby und Connor, ein ehemaliger Student von Cutter und Experte für Dinosaurier und technische Spielereien, versucht diese aufzuspüren und die Gefahr aus den Anomalien einzudämmen. Durch eine Veränderung der Zeit steht ihnen (ab der zweiten Staffel) ein riesiges Forschungszentrum zur Verfügung, das von der Regierung unterstützt wird. So versuchen sie mit anderen Teammitgliedern die Anamolien zu orten und durch die Zeitlöcher in unsere Zeit geratene Tiere zurück in ihre Zeit zu bringen oder unschädlich zu machen. Cutter sucht zudem seine verschwundene Frau, die aber offensichtlich ein dunkles Ziel verfolgt…

Ab der Hälfte der dritten Staffel ist fast die halbe Originalbesetzung nicht mehr dabei, dafür werden eine Ägyptologin, ein Soldat und ein Cop mit ins Team aufgenommen, die in gewisser Weise die drei fehlenden Charaktere ersetzen.

Ich muss zugeben, dass die dritte Staffel mir mehr Spaß gemacht hat als die ersten beiden, aber trotzdem krankt sie an den gleichen Fehlern. Wenn in England riesige Urzeitmonster die Menschen angreifen und die Gegend verwüsten können, schickt man nicht einfach Teenager, Halbexperten oder wenige Soldaten mit recht niedlichen Waffen. Auch wird sich kein Saurier von Kartons aufhalten lassen! Man schüttelt jedes Mal wieder den Kopf, wie absolut unverantwortlich und undurchdacht auf die Gefahr aus den Anomalien reagiert wird. Klar, hier werden auch immer irgendwelche Nebencharaktere geopfert und die Hauptpersonen können den Kreaturen immer ganz ganz knapp entgehen, das kennt man ja fast aus jeder Serie so, aber hier wirkt das oft eben sehr plump und unrealistisch.

Zudem wagt sich die Serie einfach zu weit vor, bricht mit allen Zeitveränderungsregeln, Klonen oder andere technische Meisterleistungen sind einfach mal möglich, warum weiß keiner und warum dann keine sinnvolleren Aktionen mit diesen Möglichkeiten durchgeführt werden, weiß man auch nicht. Es bleibt auch in der dritten Staffel bei einer kleinen nicht wirklich militärisch ausgebildeten Gruppe, die sich völlig unbedarft großen Gefahren stellt und diesen nicht gerade sinnvoll entgegen tritt. Da stehen ihnen jetzt schon ein riesiges Forschungszentrum, die Regierung, das Militär und Unmengen an Geld zur Verfügung, aber es wird weiterhin nicht wirklich was draus gemacht.

In der dritten Staffel werden weiterhin die gleichen Fehler gemacht, die Vorbereitungen auf die Anomalien und der Umgang damit sind teilweise echt schockierend undurchdacht, die Macher der Serie haben offensichtlich auch nie einen Gedanken daran verschwendet, dass mit ein wenig mehr Konzept die Serie wirklich großes Potential hätte. Aber auch an der Darstellung von Gewalt und dem generell sehr „lieben“ Umgang mit den Gefahren merkt man schnell, dass die Serie eigentlich immer auf ein junges Publikum ausgelegt war. Aber auch hier wird keine klare Linie eingehalten.

Aber das ist den Machern ja auch egal, die Einschaltquoten geben ihnen Recht, weiterhin auf Action und Effekthascherei anstatt auf eine coole, durchdachte Handlung zu setzen. Warum dann aber so peinliche Wesen ausgesucht werden, verstehe ich am wenigsten. Wenn man schon die Saurierfanfraktion vor den Bildschirm locken will, dann doch nicht mit diesen komischen Wesen, klar, es müssen nicht immer Raptoren sein, aber es gibt so tolle Urzeitwesen, da muss man keine Hunde- oder Krokodilsaurier oder noch viel schlimmer Rieseninsekten nehmen.

Wer aber mal ein ganz großes Lob verdient, ist Andrew-Lee Potts als Connor, der mit seiner trotteligen Art wirklich oft die Lacher auf seiner Seite hat. Connor macht Spaß, er hängt wunderbar zwischen seiner Begeisterung für Dinos und Technik und auf der anderen Seite seiner Zuneigung für Abby und dem Versuch, wie ein cooler Draufgänger zu wirken. Ok, „S Club 7“-Star Hannah Spearritt hat als Abby tolle Unterhosen und ist natürlich ganz toll süß blond, aber ansonsten kann sie Connor absolut nicht das Wasser reichen. Die restlichen Darsteller wirken oft recht platt und undurchdacht, sie erfüllen ihren Zweck, aber so richtig funktionieren tun sie nicht.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich die Serie objektiv absolut vergeigt finde, subjektiv aber hier und da meinen Spaß habe. Trotzdem finde ich es krass, wie extrem die Serie hier von ihren Fans verteidigt wird, lustigerweise aber wieder sehr oberflächlich, so wirklich Argumente bringt keiner, in erster Linie wird man hier recht kindisch angemeckert für seine Kritik an der Serie, aber bessere Argumente als die Einschaltquoten hat hier noch keiner bringen können, und die stehen selten für wirkliche Qualität, sondern mehr dafür, dass man mal wieder die primitiven Anforderungen der Masse getroffen hat.

Allerdings muss ich zum Abschluss noch etwas Schockierendes zugeben: Ich will eine Fortsetzung!! Wie kann es wieder sein, dass eine Serie mit derartigen Cliffhangern abgesetzt wird?! Egal, wie schlecht sie ist, keine Serie hat ein Ende mitten in der Handlung verdient. Eine vierte Staffel scheint aktuell unwahrscheinlich, doch sind ein Kinofilm und ein amerikanisches Spin-Off geplant, bei beiden Ansätzen ist aber nicht klar, ob sie der britischen Serie noch zu einem befriedigenden Ende verhelfen oder eigene Wege gehen.

So, „Primeval“-Fans, dann haut mal wieder rein, aber bitte denkt dieses Mal daran, dass meine Meinung nicht weniger wert ist als eure. Freut euch, wenn euch die Serie gefällt und Spaß macht, aber argumentiert hier bitte auf erwachsenem Niveau. Diskussionen sind hier immer willkommen, aber sie dürfen nicht nur aus sinnlosem unbegründetem Gemecker bestehen!

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15 Kommentare

  1. Ich bin ein riesen Fan der Serie, aber du schreibst hier echt viel, was ich schon immer gedacht habe, aber dann doch nicht aussprechen wollte. Ich finde sie müsten viel professioneller vorgehen und auch mal öfters bekanntere Tiere bringen. Mit dem Lob an Andrew- Lee Potts muss ich dir recht geben. Connor ist einfach nur genial und meine absolute Lieblingsperson. Auserdem muss es eine 4.Staffel geben, denn das ende ist echt blöd.

  2. ich habe am WE ein Spiel gespielt, wo es tatsächliche eine Frage gab, in der nach der Rolle dieser Hannah Spearitt gefragt wurde.
    Ich habe „Mädel in Unterhose“ geantwortet….-habe keinen Punkt dafür bekomen ;O(

  3. Nun kommt doch eine 4. und 5. Staffel von Primeval. Sie werden zusammen 13 Folgen geben. Dies ist möglich da sich nun ein Sponsor gefunden hat. Im Jahr 2011 soll es wieder los gehen.
    Der Original Cast von Primeval wird vorkommen.

  4. Die 4. Staffel wird sieben Folgen beinhalten. Derhstart wird 2010 sein und vieleicht wird sie auch noch in diesem Jahr gezeigt. Die 5. Staffel enthält sechs Folgen.

  5. Also,die sieben Episoden umfassende vierte Season soll im Fruehjahr 2011 bei ITV zu sehen sein, die fuenfte Season mit sechs Episoden später im selben Jahr. Die „Primeval“ Stars Andrew Lee Potts, Hannah Spearitt, Ben Miller und Jason Flemyng werden auch in der Fortsetzung zu sehen sein.

  6. hey ich freue mich das primeval ab 2011 wider kommt.

    Am 29. September 2009 wurde bekanntgegeben, dass die Serie nun doch fortgesetzt wird. Zunächst soll es 13 weitere Folgen geben, welche in zwei Staffel aufgeteilt werden sollen, Staffel vier mit sieben und Staffel fünf mit sechs Folgen. Ab März 2010 sollen beide Staffeln hintereinander gedreht werden, sodass Staffel 4 ab Januar 2011 auf ITV und Staffel 5 im März 2011 auf Watch laufen wird. In Deutschland werden beide Staffeln von ProSieben Mitte 2011 gezeigt.

  7. Jason Flemyng (Danny Quinn) wird nur in midestens 3 Folgen zu sehen sein, da er nach der absetzung andere Verträge unterschrieben hatte und jetzt nicht mehr viel Zeit für Primeval hat, aber er wird auf keinen Fall sterben! Die 4 Staffel wird vieleicht schon Dezember 2010 auf Englisch zu sehen sein. Folge 4.1 spielt mehrere monate nach 3.10. Es wird mind. eine neue Charaktere zu sehen sein. Gedreht wird wegen niedrigerer Steuern in Dublin (Irland).

  8. Kann dem Autoren des Textes nur zustimmen …leider …das egsamte Potenzial der Story wurde vergeigt ,schon in der ersten Folge! da kann ein gorgonopsid eine ganze Wand mit Fenster einreissen ,die später huinzukommende mutter denkt natürlich ,es war IHR JUNGE ;-))
    udn Metalltore durchbeulen, aber ein Sperrholz Schultür ist für ihn ein unüberwindbares Hindernis ! das wild feuernde GSG Team kann ihn nicht stoppen, aber der Jugendliche Held mit einen Jeep (ohne Beule!) und einem einzigen Pistolenschuss! und warum die Anomalie ,die ja alles metallische anzieht, so einen großen Respekt vor Waffen Jeansknöpfen (wäre ja mal ein nettes Gimmick für ein paar unfreiwillige Blondie-Strip scenen !) und was noch so alles Metall enthält hat ????und warum man die Anomalien nicht bewacht ? es dort keine Physiker und Ärzte (Viren etc)im team gibt ?…das sind die Logiklöcher, die die Logik der Serie innerhalb ihres eigenen Unsiversums bankrott erklären

  9. durchaus unterhaltsam die serie, leider wie beschrieben geht substanzmäßig alles daneben was kann. aber, dass zumindest einmal eine serie neuzeit inkl. dinos gemacht wird befriedigt schon. jeder junge der welt stand doch auf dinos, oder geht es nur mir so…, also warum nicht mal ne dinoserie mit zum niederkienden leistungen wie sie hugh laurie bringt. unwahrscheinlicher als dessen fälle sind zeitanomalien jetzt auch nicht und die serie ist dennoch dramaturgisch atemberaubend (mit ausnahme der nebensächlichen krankheitsfälle), psychologisch präzise gezeichnet und philosophisch zeitgemäß dem 21. jahrhundert. im gegensatz zu unserer alltagsgesellschaft, die sich mit schlechten dinoserien begnügt.

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