Kurz kritisiert, Vol. 1: Von Zombies, Kevin und Eddie

paureview4Ok, ich schaue zu viele Filme und habe nicht die Zeit, allen hier meine Aufmerksamkeit zu gönnen und eine lange Kritik zu schreiben. Und doch gibt es immer wieder gerade ältere Filme, über die ich stolpere und doch mal ein paar Sätze sagen will. Dieses Mal sind „Zombie Woman„, „Brassed Off„, „Eagle vs. Shark„, „Kevin – Allein zu Haus„, „Casper„, „Auf der Suche nach dem Goldenen Kind“ und „Nur 48 Stunden“ dran, die ich in der letzten Zeit (mal wieder) gesehen habe.

Zombie Woman (USA 2004)
Wow, ich dachte wirklich, Uwe Boll würde schlechte Filme machen, aber Ulli Lommel toppt ihn da noch um Längen. Schon lustig, dass ich bei einem „Duell der schlechtesten Filme“ „Daniel der Zauberer“ vorgeschlagen habe und „Zombie Woman“ als würdiger Gegner ins Rennen geschickt wurde, lustigerweise beide von Lommel aus dem Jahr 2004. Bei „Zombie Woman“ geht es um einen sadistischen Cop, der Frauen entführt und tötet, bis eine davon mit einem Voodoozauber belegt wird und alle toten Frauen aus ihren Gräbern kommen, um sich zu rächen. Das ist aber wirklich alles so unfassbar mies umgesetzt, dass es sich nicht in Worte fassen lässt, Schauspieler, Story, Kulissen, Maske… ach, verdammt, das war so unfassbar scheiße und offensichtlich nicht mal beabsichtigt. Und der größte Witz ist das Cover mit den fiesen Zombiefratzen, die man sich wohl irgendwo gekauft hat, im Film geht die Zombiemaske nicht über weiße Gesichter mit schwarz umrandeten Augen hinaus. Manche Filme kann man echt nicht glauben, bevor man sie gesehen hat, und oft danach auch noch nicht.

Brassed Off – Mit Pauken und Trompeten (GB 1996)
Ewan McGregor und Pete Postlethwaite spielen in einer Blaskapelle und kämpfen um ihre Jobs im Kohlewerk. Das ist nett, und Blasmusik hat noch nie so gut geklungen, aber wirklich gesehen haben muss man den Film nicht.

Eagle vs. Shark (Neuseeland 2007)
In Neuseeland leben wirklich komische Leute, wie auch dieser Film wieder zeigt. „Eagle vs. Shark“ ist vermutlich wirklich nur was für Freaks, die einen Film über seltsame Leute bis zum Ende durchhalten. Der Film handelt von Lily, einem lieben Mauerblümchen, die sich in Jared verliebt, der sich bei seinen Versuchen, kein Trottel zu sein, immer mehr zu einem macht. Wie bei „Napoleon Dynamite“, dem hier beizeiten noch ein eigener Post gegönnt wird, weiß man die ganze Zeit nicht, was der Film mehr bietet als skurille Charaktere, erst danach merkt man, einen wirklich besonderen Film gesehen zu haben. Kleiner Geheimtipp, kommt aber nicht an „Napoleon Dynamite“ heran.

Kevin – Allein zu Haus (USA 1990)
Als Kind fand ich den Film total toll, heute funktioniert er nicht mehr ganz so gut, aber er hat immer noch seinen Unterhaltungsfaktor. Kevin wird beim Urlaub der Großfamilie aus Versehen zu Hause vergessen und während seine Mutter versucht, aus Paris zurück in die USA zu kommen, verteidigt Kevin das Haus gegen zwei verrückte Einbrecher. Krass finde ich den Gewaltlevel für einen Kinderfilm, ok, die haben dann immer nur kleines Aua, aber holla, die Fallen sind schon ganz schön brutal. Aber muss das Kind ständig in die Kamera schreien??

Casper (USA 1995)
Und wieder so ein toller Film von früher, der heute echt viel verliert, wenn man ihn nicht mehr mit den Augen eines Kindes sieht. Dr. Harvey ist Geisterpsychologe und soll die Geister aus einem Geisterhaus vertreiben, doch der liebe Geist Casper fühlt sich eher zu Harveys Tochter Cat hingezogen und seine fiesen Geisteronkel freunden sich auch bald mit dem Austreiber an. Als Kinderfilm funktioniert „Casper“ sicher großartig, aber ansonsten bietet er außer den für die Zeit recht fortschrittlichen Effekten leider nur eine ziemlich durcheinander gestolperte Story und Schauspieler, die ihre Rollen drehbuchgerecht klischeehaft in Szene setzen.

Auf der Suche nach dem Goldenen Kind (USA 1986)
Hey, Eddie Murphy war in den 80ern wirklich mal lustig! Eddie soll hier ein Kind beschützen, welches übernatürliche Kräfte hat, und muss bald die ganze Welt gegen einen Haufen böser Kerle verteidigen, die die Macht des Kindes brechen wollen. Ok, dieser Film ist eigentlich schon ein ganz schöner Haufen Müll, aber er nimmt sich eben überhaupt nicht ernst und so macht er mit allen blöden Sprüchen auch heute noch Spaß.

Nur 48 Stunden (USA 1982)
Und noch mal Eddie Murphy, in Kombination mit Nick Nolte in vielleicht seinem besten Film. Dieser Film bietet wirklich großartige Sprüche und wohl eins der lustigsten Film-Duos aller Zeiten. Nolte soll als Bulle einen geflohenen Copkiller wieder einfangen und holt für 48 Stunden den Gauner und Schnacker Murphy aus dem Knast, der ihm dabei helfen soll. Spannung, Action, Humor, großartige Mischung. Schade, dass es der zweite Teil bei uns bis heute nicht auf DVD geschafft hat.

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4 Kommentare

  1. Bei allem Respekt – aber 1 klitzekleiner Satz zur Handlung sollte auch bei der kürzesten Kritik drin sein – oder ändere die Überschrift in „Zu kurz kritisiert“.

  2. So, hier noch ein paar kurze Handlungsangaben. :)

    Dafür kommt vom JeP jetzt ja aber wohl ein Kommentar zu den Filmen, oder?

  3. Na, dann muss ich wohl.
    Also von oben nach unten durch:

    „Zombie woman“ kenn ich nicht und will ich auch nicht kennen lernen. Auch nicht kurz mal rein gucken.

    „Brassed off“ seh ich etwas anders. Natürlich muss man den Film nicht gesehen haben. Das gilt ja aber irgendwie für alle Filme, oder?
    Wer sich aber ein kleines bisschen für die Europa vorgelagerte Insel und die Leute, die auf ihr leben interessiert, der wird an diesem Film seine helle Freude haben. Die menschenverachtende Politik Margaret Thatchers hat England am Ende des letzen Jahrhunderts massgeblich geprägt. U.a. die „striking miners“ hatten einen riesigen Einfluss nicht nur im lokalen politischen Geschäft sondern weit darüber hinaus. Nicht zuletzt auch in die Musik. All dies gibt der Film nicht primär wieder, sondern er fängt die Atmosphäre dieser Zeit ein. Für mich ein Film zum immer wieder anschauen. Fette 4,5 Sterne. – Aber gesehen haben MUSS man ihn nicht ;-D

    „Eagle vs. Shark“ ist ein seltsamer Film. Teilweise verhalten sich die Menschen so dermaßen dämlich, dass man ein Stück aus der Tischkante beissen möchte. Und man fragt sich warum Lily denn unbedingt an Jared ihr Herz verschenken musste?! Auch in Neuseeland muss es doch bessere Menschen zur Auswahl geben. Aber auf der anderen Seite tut einem dann Jared auch schon wieder leid, wie er sich selbst immer wieder so penetrant im Weg steht… All diese Gedanken und viel viel mehr kommen aber erst auf, nachdem man den Film gesehen hat. Ebenfalls hat man (zumindest ich) nach dem Film das Gefühl, als würde man die Leute (ich meine alle Mitwirkenden, nicht nur die Hauptdarsteller) schon das ganze Leben lang kennen.
    Meiner Meinung nach macht so etwas einen wirklich guten Film aus.
    Auch hier fette 4,5 Sterne!
    Ach ja – und ein neues Lieblingszitat: -„Pferd“
    (man muss ihn gesehen haben, um das zu verstehen…)

    „Kevin“ und „Casper“ hab ich nicht gesehen und habs auch nicht vor.

    „Auf der Suche nach dem goldenen Kind“ ist, da stimme ich zu, auch heute noch ein grosser Spass.

    „Nur 48 Stunden“ ist ein Walter Hill Action-Film. Er steht in einer Reihe mit „The warriors“, „Strassen in Flammen“, „Johnny Handsome“, „Trespass“, und „Last man standing“ um nur einige zu nennen. Und er ist in der Tat grossartig. Ich schliesse mich den 4 Sternen an.

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