„Public Enemies“ – Johnny super, ansonsten unspektakulär!

nur miesschlechtfast mittelmäßigmittelmäßigfast gutgutfast sehr gutsehr gutfast einzigartigfast einzigartig   4,00 (4 Stimmen)
Loading...

Christian Bale wäre für mich vielleicht schon Grund genug gewesen, diesen Film zu sehen, aber durch Johnny Depp wurde er zur Pflicht. Umso mehr war ich enttäuscht, wie wenig „Public Enemies“ zu bieten hatte, Bale spielte nicht wirklich beeindruckend, Depp spielte mal wieder großartig und doch wird diese Leistung sicher schnell in Vergessenheit geraten, die Story war nicht wirklich spannend und auch nicht besonders informtiv, wenn man bedenkt, dass es sich doch in gewisser Weise um ein Biopic handelt, und auch die wenigen gelungenen Szenen, Kulissen und Kameraeinstellungen konnten nicht dazu beitragen, diesen Film wirklich gut werden zu lassen.

In den 30er Jahren ist der Bankräuber John Dillinger ein Held der Massen und zugleich Staatsfeind Nr. 1 in den USA. Durch seine Banküberfälle und seine spektakulären Gefängnisausbrüche sorgt er für Begeisterung in der Bevölkerung zur Zeit der großen Depression und ist der Staatspolizei gleichzeitig natürlich ein Dorn im Auge. J. Edgar Hoover setzt daraufhin seinen besten Mann Melvin Purvis auf Dillinger an, der von nun an fast schon besessen das Ziel verfolgt, Dillinger zur Strecke zu bringen. Doch der ist seinen Verfolgern immer einen Schritt voraus…

Wenn Filme einem eine historische Person näher bringen wollen, sollte man danach nicht unbedingt nachlesen müssen, um wen es da eigentlich ging. In diesem Fall weiß man zwar, dass Johnny Depp den Dillinger toll spielt, aber was den nun wirklich so besonders gemacht hat, bleibt im Unklaren. Genauso wird sein Verfolger nicht wirklich gut herausgearbeitet, fast 2,5 Stunden Lauflänge hatte man zur Verfügung, zusammen mit Marion Cotillard sogar drei großartige Schauspieler in den Hauptrollen, mit Michael Mann einen routinierten Regisseur, wieso dann ein so zusammenhangloser und überflüssiger Film dabei herauskommen konnte, will sich einem wirklich nicht erschließen. Zeitweise hatte ich sogar das Gefühl, eine Szene verpasst zu haben, weil ich dem roten Faden nicht mehr folgen konnte, und das lag garantiert nicht an verschiedenen Erzählebenen, auch hier war der Film sehr einfach gestrickt.

Der Film hat ein paar schöne Szenen wie die Verfolgung eines Gangsters von Purvis durch eine Apfelbaum-Plantage, wenn Dillinger ganz entspannt durch ein Polizeigebäude wandert, ohne erkannt zu werden oder auch die Szene, in der man seine Freundin gefangen nimmt und ihn selber gar nicht wahrnimmt, diese kleinen Highlights gibt es, auch Kostüme, Kulissen und Kamera lassen eigentlich nicht viel Kritik zu, und doch hat man am Ende das Gefühl, seine Zeit vergeudet zu haben. Der Film wurde nicht wirklich langweilig, aber auch nicht wirklich spannend. Bei der Vorlage und den Möglichkeiten ist die Enttäuschung natürlich noch um einiges größer.

Verwandte Artikel

3 Kommentare

  1. Ich kann der Kritik voll und ganz zustimmen der Film landete auch nur auf meiner Wunschliste wegen Johnny Depp.

    Während des Films hatte ich auch das Gefühl, dass ich irgendwas verpasst hatte, woraufhin man dann insgeheims nur noch auf das Ende des Film gewartet hat.

    Was auch nicht unbedingt für eine Film spricht, wenn man merkt wie ewig lang er ist.

    Wenn man mich nach einen Urteil gefragt hatte, konnte ich immer nur sagen, dass der Film gut war, weil die schauspielerische Leistung wirklich toll war. Die Story ist eigentlich auch viel versprechend, ein Gauner der Heldenstatus in der Gesellschaft erreicht hat.
    Aber man kam einfach nicht richtig rein.
    Eventuell liegt es daran, dass eine menge Vorwissen in den USA über Dillinger vorhanden ist, was mir fehlt. Man weiß es nicht.

    Unterm Strich für mich ein wenig enttäuschend…

  2. Bin zwar spät dran mit meinem Kommentar; aber mir fällt trotzdem keine positive Ergänzung zum bisher Gesagten ein. Irgendwie doch ziemlich enttäuschend …

  3. Mir sagte der Film eher zu, da ich ein faible für den ganzen ModernArt-Kram habe – vielleicht liegt es daran. Da ich ein bißchen fit in Geschichte bin, weiß ich einiges um die Gründungszeit des FBI´s, a bisserl was über Dillinger und überhaupt die ganze Lebensweise…
    …aber ich schließe mich meinen Vorrednern an. Hübsch gemacht, aber ohne Seele.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.