„Carriers“ – Aus wenig Budget viel gemacht

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Eine Flasche Wein muss eine bestimmte Zeit reifen, damit er lieblich ist; bei Filmen ist allerdings das Gegenteil der Fall. Man hat selten mit Filmen gute Erfahrungen gemacht, die erst Jahre später erscheinen. „Carriers“ wurde 2006 abgedreht, wurde dann allerdings im Archiv gelagert. Man wartete mit der Ausstrahlung auf einen besseren Zeitpunkt. Nun mit der Schweinegrippe in den Nachrichten und der Tatsache, dass der Hauptdarsteller mit „Star Trek“ über Nacht berühmt geworden ist, ist der Zeitpunkt gekommen und trotz aller Befürchtungen ist der Virenfilm wirklich spannend geworden. 

Ein tödlicher Virus ist ausgebrochen und wer ihn sich einfängt, stirbt binnen Tagen. Ganz Amerika ist daran erkrankt und es gibt nur noch wenige Menschen, die nicht infiziert sind. Ryan macht sich mit seinem Bruder und zwei Freundinnen auf, die Sache an einem Ort ihrer Jugend auszusitzen, bis es ein Serum gegen die Krankheit gibt, doch die Reise dauert lange und in ganz Amerika ist der Ausnahmezustand verkündet worden.

„Carriers“ besaß nicht viel Budget und ist trotzdem gelungen. Das lag an der geschickten Nutzung des Geldes. So nahm man einen attraktiven Jungdarsteller, den keiner kannte und Piper Perabo, die zwar Talent und vor allem Erfahrung hat, allerdings nie wirklich den finanziellen Durchbruch erreichte, dazu inzenierte man das ausgestorbene Amerika so geschickt, dass man mit wenig Aufwand ein glaubwürdiges Szenario erschuf.

Am meisten loben muss man den Film wegen der Tatsache, dass er nicht in die Tiefen der 08/15-Slasher oder Zombiefilme gerutscht ist und sich so etwas wie Würde bewahrt hat. Statt viel Blut, kuriose Sterbeszenen und billige Schockeffekte ist der Film wirklich gelungen inzeniert, so dass jeder Schockeffekt geschickt gemacht wurde, gleichzeitig besitzt der Film lediglich ein Mindestmaß an Blut und Tote sucht man vergebens. Obwohl viele Merkmale des Films nahezu nach einem Teenie-Film schreien, sei es der Road-Trip an sich oder die Tatsache, dass der Film mit Jungdarstellern gemacht wurde, hat er es geschafft, sich gut davon zu distanzieren.

Generell wurde vieles minimal eingesetzt und wirkt damit umso glaubwürdiger. Die Geschichte mit einem ausgestorbenen Amerika ist zwar recht opulent, nahezu episch, allerdings sind die Schauplätze verlassene Häuser in der Wüste oder Senioren-Residenz-Heime. So wird auch zur Einleitung erklärt, wie schlimm es um die Welt steht, der eigentliche Konfliktpunkt des Films ist allerdings die kleine Gruppe selber, die lernen muss zusammenzuhalten oder unterzugehen. „Wie viel ist die Familie wert, wenn das eigene Leben in Gefahr ist?“ oder „Würdest du Fremden helfen, wenn sie dich mit dem Virus anstecken können?“ sind zentrale Fragen, um die es sich dreht.

Es ist eigentlich jeder noch so kleine Faktor, weswegen „Carriers“ ein ansehlicher Film geworden ist. Das Drehbuch ist in sich rund und gut geschrieben, der Regisseur hat Sinn für schöne Bilder wie auch für die Dramaturgie des Films und die Schauspieler spielen zwischen routiniert und gut. „Carriers“ streift dabei verschiedene Filme wie „Dawn of the Dead“ oder „Outbreak“ und ist doch etwas eigenes.

Deutschlandstart ist am 01.10.2009. Der Film wurde im Original gesehen.

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