„District 9“ – „[REC]“ trifft auf „Krieg der Welten“

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Der Hype kann viele Filme zerstören und vielleicht hätte ich „District 9“ ganz ahnungslos auch besser gefunden. Doch gerade bei einem Independent-Film ist es schade, wenn man inhaltlich trotz des guten Ansatzes auf Blockbuster-Niveau sinkt. Trotz alledem ein guter Film, der durch seine Andersartigkeit hervorsticht.

Nur wenige hundert Meter über der Stadt Johannesburg in Afrika schwebt ein gewaltiges Raumschiff. Die Insassen sind alles Flüchtlinge, unterwegs zu einem ganz anderen Planeten, doch eine Panne verursachte, dass sie das Schiff nicht mehr starten können. Sie werden direkt in Johannesburg in einem eigenen Bezirk für sie einquartiert, dem District 9. Doch zwanzig Jahre später beschließt die zuständige Behörde MNÜ, dass sämtliche Aliens umgesiedelt werden müssen und zwar in einem abgelegeneren Ort. Während des Umsiedelns gerät ein Mitarbeiter der MNÜ in Kontakt mit einer gefährlichen Alien-Flüssigkeit, die dafür sorgt, dass er sich langsam zu einem Hybriden entwickelt.

Der Ansatz und die Umsetzung von „District 9“ sind so einfach wie genial. All die politischen Probleme, die wir auf Erden mit Einwanderern und Flüchtlingslager haben, kann man auf interessante Weise auch außerplanetarisch darstellen. Dabei sind die Flüchtlinge Aliens, die nicht weg können und deren eigener Bezirk mehr ein Slum als ein Zuhause ist. Schilder in den Straßen und das Verhalten der Menschen selber zeigen eine ablehnende Haltung und all das wird von der Ironie noch übertroffen, dass der Schauplatz ausgerechnet Afrika ist, wo die Menschen selber Jahrhunderte lang Versklavung und Diskriminierung erdulden mussten und immer noch müssen. All das wird in eine Art „Doku-Style“ mit Wackelkamera dargestellt, „[REC]“ lässt grüßen. Und auch der ganz eigene visuelle Stil passt zu der Geschichte perfekt.

Leider versinkt dabei die Thematik mehr oder weniger in die Belanglosigkeit, wenn die Geschichte um den Hybriden, der von jedem gejagt wird, in dem Mittelpunkt steht. Sicherlich hat die eigentliche Handlung auch was mit dem interessanten Ansatz (Diskriminierung) zu tun, wenn die Hauptperson vor seiner Verwandlung zu den Leuten gehört, die den Aliens auch nicht zu hören wollten und später ausgerechnet bei jenen Schutz findet. Doch dafür drängt sich das Action-Gedöns einfach zu sehr in den Mittelpunkt, abgesehen davon, dass auch die Menschen generell zu sehr wie Abziehbilder wirken, wenn ausnahmslos alle dem Hybriden mit Haß bzw. Furcht entgegenkommen.

Die Effekte sind für eine „Independent-Produktion“ unglaublich gelungen und sehen oft echter aus als die aus den Blockbustern. Der Realismus kommt natürlich auch aufgrund des Doku-Stils. Die Aliens muss man ganz besonders loben, da sie, wenn auch nicht immer mit ausdrucksstarker Mimik, doch sehr echt aussehen und die Ironie mit dem Aussehen als Insekten gelungen rüberkommt.

Insgesamt ein sehr guter Film, der für mich trotzdem eine kleine Enttäuschung ist. Wäre der Hype nicht dargewesen, wäre auch meine Haltung zum Film anders, aber so bleibt leider ein sehr guter Ansatz und viel zu viel Action.

Der Film wurde im Original gesehen und kommt in Deutschland ab dem 10. September in die Kinos.

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9 Kommentare

  1. Also dann gilt es für mich, nun jeglichen News im Netz und TV zu entgehen, damit ich für den Kinobesuch relativ unvoreingenommen bin.

    Den Film will ich jedenfalls sehen :-)

  2. Ich hatte vorab nichts über den Film gehört, ausser dass ich hier die Story mal grob überflogen habe.

    Somit ist ein alles kaputtmachender Hype mal wieder an mir vorbeigegangen.

    Die Story ist in meinen Augen gut gelungen. Dem Menschen wird in dem ersten Drittel vorgehalten, wie mies wir teilweise mit Einwanderen umgehen. Das 2. Drittel zeigt wie abartig kaltblutig und machtbesessen Menschen handeln können. Im letzten Drittel gehts dann mehr um … hm.. Beziehungen im Allgemeinen…die eigene Ehre…???

    Der Film war wirklich gut. Grad wenn man die von mir kurz zusammengefassten Themen betrachtet, könnte der Film echt trocken und ernst rüberkommen. Doch es gibt genauso viele Lacher wie Ekelmomente, völlig übertriebene Ballerszenen tun ihr übriges, so gab es einen guten Mix.

    Destrict 9 war für mich somit eine Überraschung.
    An einer der relativ vielen Stellen, bei dem das gesamte Kino ein „aärgh“ losgelassen und sich in den Sitzen verloren hat, ist mir aufgefallen dass ich im gesamten Kino, wenn überhaupt 5 gleichgeschlechtliche, humane Wesen aufhielten.

    An all die Männer, geht da rein!
    Der ist echt gut!
    Mädels, überlegt es euch gut…

  3. Tja, in dem Kino, in dem ich saß, waren mindestens doppelt so viele Frauen. (aber natürlich noch mehr Herren) ^^

    Also, der Film war echt krass. Ich habe mich an manchen Stellen geekelt, an anderen gelacht und ordentlich mitgefiebert. Mit anderen Worten: Kino, wie es sein sollte!
    Mein Vorteil war natürlich, dass ich fast nichts über die Handlung im Vorfeld wusste. Und somit war ich mir bis zum Ende nicht sicher, wie es ausgehen würde.

    Nach all den flauen Sommer-Filmen (Terminator 4, Transformers 2, Harry Potter 5 und G.I. Joe) kommt hier endlich mal ein Film mit Substanz und Intensität.
    Mensch vs. Alien – wer ist das schlimmere Monster?

    Ich bin jedenfalls begeistert und überlege, ob ich den Film ein zweites Mal sehen werde.

    MfG
    F.

    @Jessi: Hut ab, ich finde es toll, dass auch Frauen sowas freiwillig sehen und sogar sich unterhalten fühlten. ^^

  4. Ganz klar, großes Kino! Unterhaltsam und spannend bis zur letzten Minute, dazu der eigenwillige Stil, die interessante Story, ein Film, den man wirklich nur empfehlen kann.

    Dann warten wir mal alle auf „District 10“, geplant ist der auf jeden Fall! ;)

  5. Fand den Film auch sehr unterhaltsam. Wirklich umgehauen hat es mich, was man mit (vergleichsweise wenigen) 30 Mio. Dollar alles anstellen kann, wenn man will; den Film kann man ja schon guten Gewissens als Effekt-Kino bezeichnen, was ich so gar nicht erwartet hätte. Und im Vergleich zu deutlich teureren Produktionen sahen die Effekte sogar ziemlich gut aus. Und der „Clovefield“-Stil bringt sogar Realitätsnähe in den Film, auch wenn er ansonsten ja sehr weit weg davon ist. Eine mal wieder einfallsreiche Idee mit einer interessanten Umsetzung; kann man sich also gut mal ansehen!

  6. Ich war beeindruckt das er 30 Mio gekostet, wirklich sehenwert, die Alien wirkten vollkommen echt die Wackelkamera Tat den film sichtlich gut. Mir ging der Film an den nieren er ist sehr org ein bisschen ekig weil sie Alien essen habe gehört dass das auch eine Ironie da Albinos ebenfalls gegessen werden (Afrikanische Mindert) ist der glaube an der Veiheißung, bestimmter Zauber unglaublichen Reichtum bescheren kann.
    Der Kritisiert Intoleranz und zeigt wie Minderheit, Auslander oder asylanten behandelt werden. Der Film hat mich berührt. deswegen gebe ich ihn 4 Sterne.

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