„Radio Rock Revolution“ – Piratenmusik im Meer

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Manchmal gibt es kleine Filmperlen, die man erst entdeckt, wenn sie auf DVD erschienen sind, so ging es mir jedenfalls mit „Radio Rock Revolution“, der bereits im April 2009 in unseren Kinos lief. Dieser Film ist eigentlich gar nichts besonderes, aber er macht Spaß, wird nicht langweilig und die Musik der 60er rundet ihn ab. Regisseur Richard Curtis hat für seine zweite Regiearbeit eine Reihe toller Darsteller bekommen können, die aus den DJs des Piratensenders auf dem Meer tolle abwechslungsreiche Typen machen. Wer die Musik der 60er mag, sollte sich dieses Filmchen nicht entgehen lassen.

Das Radioprogramm im England der 60er ist langweilig, aber Rock und Pop lassen die angestaubten Sender nicht zu. So fahren auf dem Meer Schiffe mit Piratensendern, die der britischen Bevölkerung mit tollen DJs und noch besserer Musik das Leben bereichern. Natürlich ist das der Regierung ein Dorn im Auge, und so suchen sie nach Möglichkeiten, der ungeliebten Radiokonkurrenz den Hahn abzudrehen. Auf dem Radioschiff des Senders „Radio Rock Revolution“ geht es allerdings auch außerhalb des Programms sehr chaotisch zu, denn eine Horde durchgedrehter und doch durchweg verschiedener DJs alleine auf einem Schiff ist schon eine verrückte Mischung…

Regisseur Richard Curtis ist wohl in erster Linie als Drehbuchautor von „Black Adder“ oder „Mr. Bean“ bekannt, seine erste eigene Regiearbeit war die ebenso lustige wie romantische Komödie „Tatsächlich … Liebe“. Für seinen neuen Film konnte er wieder Bill Nighy verpflichten, aber auch Stars wie Nick Frost, Philip Seymour Hoffman, Emma Thompson, Jack Davenport und Kenneth Branagh runden den großartigen Cast ab. Dabei haben nicht nur die verrückten DJs die Nase vorne, Kenneth Branagh spielt alle als spießiger Regierungsmitarbeiter an die Wand.

Einen besonders tiefgehenden Film sollte man hier nicht erwarten, aber auch keinen platten Humor, „Radio Rock Revolution“ lebt von witzigen Szenen, komischen Typen und guter Musik, das unterhält problemlos gute zwei Stunden und wird nicht langweilig. Ein schöner Film für einen ruhigen, entspannten Abend.

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4 Kommentare

  1. Ja, der Film ist auf jeden Fall unterhaltsam. Habe ihn damals im Kino gesehen und leider mehr erwartet, als der Film überhaupt hergeben will.
    Es geht um ein Lebensgefühl und die Musikwelt der 60er… dass da ein paar Übertreibungen eingebaut werden, sollte eigentlich nicht wundern. ^^

    Übrigens spielen da auch zwei Schauspieler der ober-genialen Serie „The IT-Crowd“ mit, was zusätzlich Anreiz für Insider sein sollte :-)

    Ansonsten waren Philip Seymour Hoffman und Bill Nighy wieder in Höchstform.

  2. Die Aussage von FM014: „… mehr erwartet, als der Film überhaupt hergeben will“ trifft es wohl.
    Ich weiss noch aus eigener Erfahrung, dass es praktisch kaum möglich war, Beat-, Rock- und ähnliche Musik im Radio zu hören. 1x wöchentlich „Musik aus Studio B“ und „Internationale Hitparade“ auf NDR2, der war damals sehr progressiv. Ansonsten nur „Radio Luxemburg“ (ich meine, auch auf See) und der Piratensender „Radio Caroline“. Soetwas ist heute unvorstellbar, war aber toll. Man hörte so Musik, an die man sonst gar nicht rankam. In Lübeck gab’s nur Lehmensiek … (Das Musikhaus Robert hatte ausschließlich klassische Musik im Programm).
    Daher hatte ich auch gehofft, dass dies im Film noch deutlicher wird. Ansonsten aber: jeder Song ist mir bekannt, damit bin ich gross geworden und irre Typen waren sicher auf so einem Schiff. Auch die Verfolgung durch Regierung u.ä. entspricht den Tatsachen. Die Standorte wechselten ständig.
    Diese Sender haben das Tor geöffnet für den „Beat-Club“ von Radio Bremen, der zunächst auch wieder abgesetzt werden sollte und dann weltweit (!!) kaum Konkurrenz hatte. Alle Top-Stars traten dort auf.

    So, das ist genug „Geschichtsunterricht“. Der Film ist wirklich nett gemacht und erinnert – zumindest mich – an die damalige Zeit und das Aufbegehren gegen „das Establishment“.

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