„Horst Schlämmer – Isch kandidiere!“ – Der neue Kerkeling

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Ich bin zugegebenermaßen ein Anhänger des Humors von Hape Kerkeling. Ich mochte seinen frühen Werke „Kein Pardon!“, „Die Oma ist tot“ oder „Club Las Piranjas“. Dann gab es Zeiten, da gab es von Hape nur noch Allerweltskram. Nichts Originelles mehr, was an seine Jahre mit „Total normal“ erinnerte. Keine gewagten Auftritte bei sich wichtig nehmenden Menschen mehr, sondern eher eine zu massenkompatible und gleichzeitig zu abgedrehte Reste-Suppe. Doch irgendwann erfand er den „Horst Schlämmer“, wie er erzählte eher aus Zufall, da er noch einen letzten Charakter für sein Bühnenprogramm brauchte. Horst Schlämmer wurde von der breiten Masse angenommen und gefeiert, und auch wenn ich eigentlich einen großen Bogen um sowas machen müsste, kann ich nicht verleugnen, dass auch ich dem Charme des Grevenbroichers irgendwie verfallen bin. Doch nun zum Film…

Horst Schlämmer kandidiert spontan, um einer Frau zu gefallen, für das Amt des deutschen Bundeskanzlers, zieht in den Wahlkampf und erfährt, was es bedeutet, Bundeskanzlerkandidat zu sein. Keine große Story, keine frischen Ideen, aber ein auf Schlämmer genau zugeschnittener und funktionierender, fingiert-dokumentarischer Film. Man kann hier und da mehr als schmunzeln und sieht die Politik mit sanften Mitteln ein wenig auf die Schippe genommen. Nicht beißend, nicht überraschend, aber trotzdem solide. Die Charaktere (ich glaube, ein paar werden nicht von Kerkeling gespielt) sind nett… Uschi Bluhm singt toll und endlich sieht man mal Jürgen Drews wieder auf der großen Leinwand. Alles, was gerne Rang und Namen hätte, ist dabei und versucht zu überzeugen.

Soll ich den Film empfehlen? Ganz einfach, wer den Schlämmer mag, der mag auch den Film. Allen anderen sei ans Herz gelegt lieber ein Parteiprogramm in der Zeit zu lesen.

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2 Kommentare

  1. Zitat: „Ganz einfach, wer den Schlämmer mag, der mag auch den Film.“
    Exakt meine Meinung.

    Ich mag die Figur und habe ergo den Kinobesuch nicht bereut. Es war wirklich herzlich erfrischend, die Politik unter diesem Licht betrachtet zu sehen.

    Und so politikverdrossen macht der Film auch nicht, wie ich befürchtet hatte. :-)

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