Mit einem „Barbie“-Film gegen jede Emanzipation

Ein „Barbie“-Realfilm ist geplant. Es soll anscheinend ein familienfreundlicher Streifen auch für die jüngeren Fans der Puppe werden. Und wieder einmal fragt man sich: a) Fällt der Filmwelt wirklich nichts besseres mehr ein? b) Ist unsere Gesellschaft doch so wenig entwickelt, dass jedwede aufklärerische Gedanken und Emanzipation vergessen werden und nun auch noch auf der Kinoleinwand Barbie eine falsche Vorbildfunktion präsentieren muss?

Die Puppe, die in diesem Jahr ihren mittlerweile 50. Geburtstag feiern konnte, lag immer stark in der Kritik. 90% der Mädchen in Deutschland haben mindestens eine Barbie. Mit ursprünglichen Maßen von 99-46-84, langen Beinen, blonden Haaren und kristallblauen Augen hat sie stets absolut weltfremde Schönheitsideale repräsentiert, von denen die Frauen unserer Gesellschaft nach wie vor stark geprägt sind und darunter leiden (bei den Männern nimmt der Trend erschreckender Weise zu). Die Grace Kelly des Spielzeugschranks wäre mit solchen Maßen nicht einmal lebensfähig. Trotz Realitätsferne, Selbstbewusstseinschwächen der Mädchen und Gendertheorien ist Barbie noch immer weit verbreitet ist.

Immerhin kann man ihr zu Gute halten, dass sie – so lächerlich und illusorisch es mit ihrem rein äußerlich geprägtem Weltbild und ihrer Oberflächlichkeit auch sein mag – sämtliche Berufe bis hin zur Präsidentin erobert hat und man somit fast Ehrgeiz, Unabhängigkeit und Karriere unterstellen könnte. Insofern sind wir gespannt, inwiefern Barbie im Film mehr tun wird als sich zwischen rosafarbenen Miniröcken entscheiden zu müssen.

Wenn man nun also einen „Barbie“-Film fabrizieren muss, dann doch bitte als Zeichentrick oder Animationsfilm, sodass die Weltfremdheit wenigstens stärker deutlich wird; in einem Realfilm werden doch den Kindern erst recht unrealistische Schönheitsideale und gleich dazu Essstörungsambitionen und Minderwertigkeitskomplexe vermittelt… Es lebe der Geist einer postaufklärerischen Zeit.

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Ein Kommentar

  1. Als Mutter einer sechsjährigen bin ich geradezu gewzungen, den harmlosen Barbie-Filmchen zuzusehen. Es vergeht keine Minute, wo ich mir dann kein Buch herbeiswünsche,… so fade und unrealistisch spiegelt die Barbie ihre Welt wieder, dasse s mir graut, dass tatsächlich Männer auf diesen „Ich-erfreue-mich-schon-an-den Farben-einer-Blume-„Frau stehen. Also, wenn der Barbie- Realfim zufällig kein Pono ist, dann ist er a) entweder doch ein 08/15-stinknormaler Zreichentrick-Barbiefilm oder b) eine Biographie über den Erfinder der Barbie.

    Möge Hollywood uns vor anderen Werken dieser Machart bewahren!

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