„Wickie und die starken Männer“ – Wikinger für Kinder

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Bully hatte mit „Der Schuh des Manitu“ so groß gestartet, doch seine Filme wie „(T)raumschiff Surprise“ und „Lissi und der wilde Kaiser“ waren nur noch peinlich und ließen nichts mehr übrig von der Hoffnung auf große komödiantische Highlights. „Hui Buh“ war dann direkt auf Kinder ausgelegt und so funktionierte er auch einigermaßen, diesen Weg schlug Michael „Bully“ Herbig auch dieses Mal ein, seine Realverfilmung des Zeichentrick-Klassikers sollte eine Hommage werden, keine Parodie, und natürlich in erster Linie ein Kinderfilm. Das ist er auch geworden, leider, denn ohne ein paar Einfälle, die man wirklich nur Kindern vorsetzen kann, hätte es auch ein für Erwachsene sehr unterhaltsamer Film werden können.

Wickie wohnt im Wikingerdorf Flake. Hier fällt er komisch auf, da er entgegen allen anderen Probleme nicht mit den Fäusten sondern mit dem Verstand löst. Als er so jedoch seinen Vater in einem Wettkampf schlägt, nimmt man sein Talent etwas mehr wahr. Als dann alle Kinder von Flake entführt werden, nimmt auch Wickie an der Rettungsaktion teil…

Ich habe die Serie nicht oft gesehen, daher fällt mir der Vergleich schwer, aber verglichen mit meiner Erinnerung hat man gerade bei den Charakteren schon sehr auf Ähnlichkeit zum Original geachtet. Auch die Story ist grundsätzlich passend, sie ist zwar nicht wirklich beeindruckend, aber sie passt zur Vorlage. Die Schauspieler machen ihre Sache gut, wobei berühmte Nebendarsteller wie Christoph Maria Herbst und Jürgen Vogel den größtenteils unbekannten Schauspielern gegenüber nicht unbedingt die Nase vorn haben.

Vielleicht sind es aber gerade Sachen wie das endlos im Fernsehen ausgetragene Casting, die dem Film schon vorweg einen zu kommerziellen Beigeschmack verpassen. Auch wirken die Asiatin und Bullys eigene Rolle in dem Film unfassbar deplatziert, die hätte man sich sparen können. Generell hätten ein paar kindliche Szenen nicht sein müssen, natürlich hält man sich auch hier ein wenig an die Möglichkeiten in der Zeichentrickvorlage, aber an Lenkdrachen fliegende Schiffe und Wasserski mit Seelöwen war für mich schon etwas viel des Guten.

Grundsätzlich aber einer der besseren Filme von Bully, der sich aber nach „Lissi“ nicht mehr wirklich etwas zu trauen scheint. Kinderunterhaltung scheint ihm zu liegen, allerdings ist es wirklich traurig, dass er zu einem Film wie „Der Schuh des Manitu“ wohl nicht mehr fähig ist.

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3 Kommentare

  1. Wie, keiner hat ein Kommentar geschrieben? Mach ich mal, auch wenn schon älterer Beitrag.

    Was vollkommen Richtig ist das die 3 Filme die aus der Bullyparade entstanden sind von mal zu mal schlechter wurden.
    Ist „Der Schuh des Manitu“ ein klasse Kultfilm, war „(T)Raumschiff Surprise – Periode 1“ zwar nicht wirklich schlecht, aber doch etwas belastender als sein Vorgänger. Während man wohl über „Lissy und der wilde Kaiser“ doch eher schweigen legt. Zumindest meiner Meinung nach hätte sich Bully dieses Machwerk sparen können.

    Ich sehe in diesem Qualitätsverlust aber eindeutig die Schuld am Erfolgsdruck. Bully hatte nie mit einem dermaßen Erfolg bei Schuh des Manitu erwartet und wollte nochmal alles toppen. Witz & Einspielergebnis. Deswegen auch der etwas deplaziert wirkende Auftritt im Wilden Westen. „Lissy“ war wohl mehr ein Experiment und der letzte Versuch mit der Bullyparade-Charakter nochmal Geld zu machen.
    Gott sei Dank, denn hätte Bully da weitergemacht wo er mit Lissy aufgehört hat, wäre er da gelandet wo Otto heute steht: Im Regal für aufgewärmte Speisen, die schon leicht ranzig schmecken.

    Hui Buh hat damit ja nichts Groß zu tun, da Bully ja auch keine Regie geführt hat. Aber ich schätze die Arbeiten daran haben ihn bestärkt einen Kinder (oder eigentlich eher einen Familienfilm) zu machen.
    Denn egal wie Kindisch es an manchen Stellen in beiden Filmen zugeht. Die Zielgruppe sind keines falls NUR Kinder von 6-12 Jahren, sondern auch diejenigen die sich noch an das Orginal erinnern können.
    „Hui Buh“ ist als Hörspiel bekannt geworden und deswegen saßen in dem Film nicht nur Kinder sondern auch noch Haufenweise Leute zwischen 20 und 30 die mit Hui Buh ihre Kindheit nochmals ein bisschen Auffrischen wollten. Deswegen spielt auch Hans Clarin mit, der Hui Buh in den Hörspielen eingesprochen hatte.
    Genau das selbe (und darin liegt ja die Hommage) ist auch in „Wickie und die starken Männer“ passiert. Ich war da mit meinen Eltern im Kino und der Anteil an 20+ lag entschieden höher als der Anteil der Kinder. Und selbst die Leute von Ü40 haben sich kinderlos in den Saal begeben.
    Umso Blödsinniger fand ich es das ein halbes dutzend Kinderfilmtrailer liefen der die meisten Anwesenden nur gelangweilt hat.

    Ich für meinen Teil hab die Serie früher sehr oft gesehen und kann dir sagen Pau das die Vorlagen die von der Serie stammen mehr als nur ein bisschen Vertreten waren. Auch die Szenen mit den Lenkdrachen die das Schiff zum fliegen bringen oder dem Seehund-Wasserski sind beinahe 1:1 von der Serie übernommen. Auch kleinere Anspielungen kommen vor, wie die „Büchse der Pandora“.
    Also als Hommage funktioniert der Film 100% und ich muss sagen Bully hat sich sehr viel Mühe gegeben die Zeichentrickserie für die Leinwand tauglich zu machen.
    Das betrifft hier auch die Charaktere.
    Das das Casting einen „kommerziellen Beigeschmack“ verleiht ist klar und das der Kommerz eine wesentliche Rolle bei diesem Film (wie bei den letzten Bully-Filmen eben auch) das merkt man an dieser riesigen Werbetrommel an der ja Firmen wie McDonalds sich nicht unbeteiligt zeigen.
    Trotzdem war es glaub ich für diesen Film trotzdem nicht schädlich die Schauspieler so zusammenzuglauben. Bekannte Gesichter in den Hauptrollen hätten die Idee kaputt gemacht und schauspielerisch nichts gebracht. Denn der Film war schauspielerisch so angelegt das die Rollen unnatürlich und überzogen gespielt werden mussten, was anders eigentlich gar nicht funktioniert hätte.
    Deswegen schneiden die bekannten Nebendarsteller Jürgen Vogel (den ich eigentlich sowieso nicht wirklich mag), Christoph Maria Herbst (den ich eigentlich sehr mag, auch ohne Stromberg) und Günther Kaufmann relativ schlecht ab. Wobei letztgenannter für diese Rolle des schrecklichen Sven schon fast geboren schien.
    Seichte Unterhaltung also.
    Bully´s Charakter hätte freilich weggelassen werden können, aber da behaupte ich mal das der Herr Herbig dafür ein zu großes Ego hat, was ihm Karrieretechnisch jedoch wohl erst soweit gebracht hat.

    Ich denke Bully wird weiterprobieren und das soll er auch machen. Auch wenn ich nicht hoffe das es zu einem 2. Wickie-Teil kommt. Da reicht meiner Meinung einer Vollkommen. Als Storyline könnte ich mir sowieso nur die Teile mit den Graumännern oder dem dänischen König vorstellen.
    Gute Bully arbeit nun bitte was neues.

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