„S. Darko“ – Das Donnie-Darko-Fortsetzungs-Desaster!

nur miesschlechtfast mittelmäßigmittelmäßigfast gutgutfast sehr gutsehr gutfast einzigartigfast einzigartig   4,00 (6 Stimmen)
Loading...

Vermutlich hat keiner eine wirklich hohe Erwartungshaltung an diese Fortsetzung des Meisterwerks „Donnie Darko“ gehabt, aber so schlimm, wie sie dann letztendlich wirklich geworden ist, hätte ich mir absolut nicht vorstellen können. „S. Darko“ nimmt echt eine ganz besondere Rolle in den aktuell so beliebten überflüssigen Fortsetzungen ein, hier hat man sich offensichtlich überhaupt nicht mit dem Original beschäftigt und zusammenhanglos Symbole und Ideen übernommen, ohne deren Sinn bei „Donnie Darko“ überhaupt zu hinterfragen. Fans sollten hier wirklich die Finger von lassen und so tun, als würde „Donnie Darko“ weiterhin unantastbar in seinem eigenen Filmolymp existieren.

Samantha Darko hat den Tod ihres Bruders Donnie vor sieben Jahren nie verkraftet und zieht derzeit mit einer Freundin durch die Lande. In einem kleinen Dorf passieren plötzlich seltsame Dinge und Samantha bekommt verrückte Visionen. Ein Irak-Veteran überlebt einen Meteoriteneinschlag nur, weil er von einer Vision der toten Samantha rechtzeitig weggeführt wird. Außerdem verschwinden immer wieder Kinder in der Kleinstadt. Mit Hilfe des Buchs über Zeitreisen versucht Samantha herauszufinden, was passiert und wie sie es verändern kann.

Oh man, ich war echt geplättet von soviel Frechheit! Hier passt echt nichts zu den Vorgaben von „Donnie Darko“, die Macher haben sich offensichtlich alles geklaut, was optisch ansprechend aussah und da das typische „Junge-Mädchen-in-wenig-Klamotten-mit-Alkohol“-Klischee übergestülpt. Wenn Tote in Visionen erscheinen, sehen die hier gleich wie Zombies aus, klar, das mögen die Leute ja auch. Dann gibt man Samantha schnell noch das Buch über Zeitreisen (Woher soll sie das haben?!), lässt den Irakspinner eine fiese Hasenmaske basteln (Wie schlecht!), die auf einer Zeichnung von Donnie in dem Zeitreisebuch basiert (Alter!! Donnie hat weder das Buch gehabt noch jemals Franks Hasenkostüm gesehen, so wie das Original schließlich aufgehört hat!!), die wasserähnlichen Zeitstrahlen, die aus der Brust der Menschen kommen, entwickeln hier auch tolle Eigenarten und wickeln sich mal kurz um ein Kreuz nach oben, ich hätte gerne gesehen, wie der Mensch seinem Zeitstrahl folgt, hätte sicher lustig ausgesehen.

Zur dämlichen Story gesellen sich absolut miese Schauspieler, schlechte Musik, miese Effekte und unfassbar grauenvolle Dialoge. Alles ist so schrecklich klischeehaft, dass man am liebsten heulen würde, in der Stadt gibt es den coolen Schönling, der sicher nicht umsonst an Robert Pattinson erinnert und wenn er redet, außer Coolness keinerlei Emotionen vermitteln kann, hmm, Coolness eigentlich auch nicht, der Nerd ist leicht erkennbar daran, dass er eine Hornbrille und zu große Hemden trägt, der Irak-Veteran ist einfach nur peinlich übertrieben verrückt und Samanthas Freundin die typische Ficktusse. Ach ja, Samantha fällt jetzt nicht wirklich negativ auf, aber auch nicht positiv, eine große Filmkarriere scheint hier nicht zu winken.

Hier mal ein schönes Beispiel der schrottigen Dialoge: Samanthas Freundin will die Geistervision eines toten Jungen berühren, stößt dabei aber an eine Front wie Donnie im ersten Teil mit dem Spiegel, dann fragt sie den Jungen, warum sie ihn nicht anfassen kann und er antwortet total ernst: „Das geht nicht, dann würden wir explodieren!“. Großartig, oder? Hier schafft man es sogar, über die Peinlichkeit des Machwerks zu lachen, was einem bei dem Rest des Films aufgrund ständigem Fremdschämens nicht möglich ist. „S. Darko“ toppt sogar „Indiana Jones 4“, „Eiskalte Engel 2“ und „Lost Boys 2“, eine große Beleidigung für alle, die für „Donnie Darko“ verantwortlich waren.

In einem Interview mit /Film hat sich „Donnie Darko“-Regisseur Richard Kelly ebenfalls nicht besonders positiv zu dem Sequel geäußert und betont, dass er damit nichts zu tun hat und sich den Film vermutlich auch nicht ansehen wird, um sich seinen wirklich einzigartigen Film nicht damit zu zerstören. Offensichtlich hat er sogar versucht, das Filmstudio von der Fortsetzung abzubringen, aber die waren aufgrund von Verträgen nur dazu verpflichtet, ihn zu informieren und haben schnell klar gemacht, dass sie die Fortsetzung in jedem Fall machen würden. Oh man, die Filmwelt entwickelt sich immer mehr zu einer Müllkippe…

Verwandte Artikel

6 Kommentare

  1. Sehr gut….
    dann weiß ich welchen film ich mir nicht anschauen brauch! Danke ^^
    so lass ich donnie darko ungeschlachtet in meiner erinnerung.
    war so ca bei dem neuesten akte x film…

  2. @Pau
    Donnerknispel.
    Dass Du den Film nach diesem unterirdisch beschissenen Trailer überhaupt noch gesehen hast, zeugt von einem eisenharten Willen und extremen Durchhaltevermögen. Vielleicht offenbahrt es aber auch nur eine bisher verborgene masochistische Ader…
    Oder aber es war einfach nur blöd…
    Ich jedenfalls passe.
    ^^

  3. Ich habe mir das Sequel angeschaut und war im positiven Sinne überrascht.
    Der Anfang ist vielleicht etwas langatmig, aber mit der Zeit wird der immer besser!!!
    Bildet euch eure eigene Meinung!

  4. Ich dachte mir, es könne nich soo schlimm werden. Aber es war noch viel viel schlimmer als hier beschrieben. Ich konnte mir den Film nicht bis zum Ende ansehen, es ist einfach alles zu zusammenhangslos aneinandergereiht. ich empfand den film nicht nur einfach langweilig, er hat mich richtig wütend gemacht. donnie darko fans kann ich nur darum bitten, seht euch s. darko nicht an, lass euch nicht das meisterwerk donnie darko versauen!

  5. Auch wenn der Film teilweise nette Bilder mit netter Musik verbindet (teilweise dann allerdings wieder sehr billig anmutet); ist das Hauptproblem, dass krampfhaft versucht wird, alle möglichen bekannten Donnie-Darko-Dinge einzubauen (bis hin zu nächtlicher Party mit Trampolin-Springen etc.); aber das meiste macht definitiv keinen Sinn und wirkt extrem gekünstelt. Die Hasenmaske war fast so schlecht eingebunden wie wie „Ninja“-Maske in „Hannibal Rising“. Auch unabhängig von „Donnie Darko“ hätte mich der Film wohl auch nicht überzeugt, da wirklich in erster Linie nur viele typisch kitschig-klischeebeladene Teenie-Momente vorkamen, aber als dessen „Fortsetzung“ ist schon frech, wie mit den Donnie-Elementen umgegangen wird. Ich kann also auch nur raten: Fans von „Donnie Darko“ sollten ihn sich nur mit niedriger Erwartung aus Interesse ansehen oder am besten gar nicht.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.