„Der Informant!“ – Wirklich unfassbar!

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Es gibt Filme, die einen echt aufregen, und bei diesem hätte ich gestern Abend am liebsten die Leinwand zerkloppt! Nicht falsch verstehen, der Film ist echt klasse und wirklich zu empfehlen, aber einen so unfassbar bescheuerten Menschen, wie den von Matt Damon gespielten Marc Whitacre, kann wirklich nur die Realität erfinden. Schon nach einer halben Stunde ist man fassungslos, wie dämlich und uneinsichtig ein Mensch sein kann, aber es wird immer schlimmer. Eigentlich will man jedes Mal wieder laut loslachen, wenn Whitacre sich wieder entgegen jeglicher Logik verhält, aber das Lachen bleibt einem echt im Halse stecken. Regisseur Steven Soderbergh erzählt die verrückte Geschichte auf wunderbar unterhaltsame Weise und Matt Damon macht den Vollidioten Whitacre echt unvergesslich.

Marc Whitacre soll mit dem FBI reden, weil die Agrarfirma, in der er sehr erfolgreich arbeitet, erpresst wird. Doch dann rückt er mit Informationen über illegale Preisabsprachen heraus und wird so zu einem Informanten des FBI. Doch die ahnen nicht, mit wem sie da zusammenarbeiten, denn je nachdem, woher der Wind weht, ändert Whitacre seine Meinung. Immer mehr kommt heraus, wie sehr dieser zu seinem eigenen Vorteil agiert und das FBI erkennt viel zu spät, was für einen Lügner und Wendehals sie sich da ins Boot geholt haben. Whitacre hingegen hält sich immer noch für einen der Guten mit ehrenwerten Absichten…

Am Anfang habe ich mich wirklich gefragt, wohin es bei dem Film gehen wird, da ich mich nicht viel zuvor informiert hatte. Ein pummeliger Matt Damon mit Schnauzer, der ständig über Mais redet, ist ja auch für den Anfang eine komische Ausgangslage. Aber schon nach kurzer Zeit ist man drin in der Handlung und gefesselt von der Spannung, die nicht unbedingt aus den Ermittlungen des FBI resultiert, sondern daraus, was Whitacre eigentlich als nächstes tun wird oder was er wieder verheimlicht oder vertuscht hat. Vor allem diese Überzeugung, mit der Matt Damon die Ansichten von Whitacre rüberbringt, machen einen so fertig, dieser sieht sich ja die ganze Zeit im Recht, glaubt weiterhin an eine glänzende Karriere bei der Firma, die er gerade ans FBI verkauft, und meint die ganze Zeit, eine reine Weste zu haben, er bezeichnet sich sogar selber als „0014“, da er sich für doppelt so schlau wie James Bond hält.

Wie gesagt, so einen Menschen kann nur die Wirklichkeit erfinden, diesen Fall hat es in der 90ern tatsächlich gegeben. Matt Damon bietet eine der besten Darstellungen seiner Karriere und Regisseur Steven Soderbergh schafft es, mit lustiger Musik und fast schon an Comedy grenzenden Schnitten in der Handlung eine Leichtigkeit in seinen Film zu bringen, die einen die unfassbare Realität manchmal fast vergessen lässt.

Wer den Film nicht gesehen hat, wird sich sicher auch über das komische Filmplakat wundern, aber danach weiß man, warum es so gut passt. Mark Whitacre stellt wirklich alle Idioten in den Schatten, die die Filmwelt bisher zu bieten hatte. Unbedingt ansehen, aber Menschen, die wie ich dazu neigen, emotional Anteil an Filmen und deren Charakteren zu nehmen, sollten diesen Film mit Vorsicht genießen, Aufregen ist hier garantiert!

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