Kurz kritisiert, Vol. 3: Von Häusern, Hunden und Teufeln

paureview4Und wieder einmal habe ich tief in mein Filmarchiv gegriffen und ein paar Filme rausgesucht, die ich lange nicht mehr gesehen habe, dazu kommen einige Empfehlungen von Bekannten, denen ich natürlich auch nachgekommen bin und von denen ich euch mein Urteil nicht vorenthalten will. Tja, so ein Filmgucker hat viel zu tun! Heute sind „Geschenkt ist noch zu teuer„, „Tanz der Teufel„, „Franklyn„, „Bolt„, „Atlantis„, „John Rabe“ sowie „…und dann kam Polly“ mit dabei.

Geschenkt ist noch zu teuer (USA 1986)
Ein absoluter Komödienklassiker aus den 80ern, der auch heute noch gut unterhalten kann. Tom Hanks und Shelley Long durchleben enorme Strapazen, nachdem sich das neu gekaufte Haus als Schrotthaufen entpuppt und die Instandsetzung Nerven und Beziehung bis über die Grenzen belastet. Für mich ist Tom Hanks‘ Lachen, nachdem die Badewanne durch den Boden bricht, das Tollste, was Hollywood an Lachkrämpfen zu bieten hat. Immer wieder herrlich dieser Film!

Tanz der Teufel (USA 1981)
Sam Raimis Horrorklassiker hat damals Maßstäbe gesetzt, was das Horrorgenre betrifft. Und auch, wenn die Effekte heute einen gewissen komischen Charme entwickeln, ist der Film immer noch ziemlich hart und auf jeden Fall ein Kultfilm, der sich von der Masse abhebt. Es geht um ein paar Jugendliche, die in einer Waldhütte mit dem Bösen konfrontiert werden, das Beschwörungsformeln eines Buchs entsprungen ist. Bald müssen die Jugendlichen nicht nur vor dem Haus und dem Wald, sondern auch sich selber Angst haben. Nichts für schwache Nerven, aber für Horrorfans ein absolutes Muss, auch heute noch.

Franklyn (FR/GB 2008)
Eine düstere Gothicwelt, dem gegenüber die nicht minder düstere reale Welt, ein souveräner Ryan Philippe, eine großartig spielende Eva Green und viele unbeantwortete Fragen. Eigentlich eine interessante Mischung, die aber überhaupt nicht zünden will, der Stil der Gothicwelt bleibt billig, die Verbindung zur realen Welt ist dann doch recht unspektakulär und im Endeffekt wird man trotz immer wachsender Erwartungshaltung einfach nur enttäuscht. Ein Film, der groß und besonders sein will, aber bei dem weniger vielleicht mehr gewesen wäre.

Bolt – Ein Hund für alle Fälle (USA 2008)
Wenn Animationsfilme alleine von Disney kommen, fehlt ihnen immer irgendwas. Dieser Film schafft es nicht mal, das Potential des lustigen Hamsters richtig auszunutzen und kann daher wirklich nur Kinder erreichen, die absolut keine Logik hinterfragen und mit der banalen Story über die komplette Länge des Film mithalten können. Es geht um den Hund Bolt, der Hauptdarsteller in einer TV-Serie ist und sich selbst für den Hund mit den Fähigkeiten eines Superhelden hält, wie er ihn in der Serie spielt. Als er dann jedoch in der realen Welt verloren geht, merkt er, wie schwer es ist, ohne Superkräfte nach Hause zu finden. Für mich wie gesagt ein reiner Kinderfilm, der ansonsten vielleicht noch absolute Hundenarren anspricht.

Atlantis – Das Geheimnis der verlorenen Stadt (USA 2001)
Und nochmal Disney, dieses Mal ein klassischer Zeichentrickfilm und doch etwas Besonderes, weil hier mal nicht gesungen wird. Die Story von einem jungen Wissenschaftler, der die Möglichkeit bekommt, mit einem großen Forscherteam nach der verlorenen Stadt Atlantis zu suchen, ist wie von Disney gewohnt wieder nicht außergewöhnlich, trotzdem ist der Film sicher einer der besseren, da er nicht wie gewohnt im Kitsch versinkt. Trotzdem für mich auch kein Film, den man gesehen haben muss.

John Rabe (DE/FR 2009)
Filme über die Judenverfolgung und den Zweiten Weltkrieg gibt es meiner Meinung nach echt genug und ein Film über den „Schindler von China“ sorgt im ersten Moment nicht mehr wirklich für Begeisterung und doch versteckt sich hier ein kleines Highlight zu dem Thema. Der Film erzählt die wahre Geschichte des deutschen Kaufmanns John Rabe, der in China Tausende Menschen vor den wirklich grauenhaft vorgehenden Japanern retten kann. Der Film ist alleine schon deshalb etwas anderes, weil er das Geschehen in China und Japan zeigt. Mir war vorher nie so deutlich bewusst, mit was für einer menschenverachtenden Art und Weise die Japaner damals gewütet haben. Für eine europäische Produktion ist der Film toll inszeniert und optisch wirklich gelungen, zudem spielt Ulrich Tukur den John Rabe absolut großartig.

…und dann kam Polly (USA 2004)
Und noch ein Komödienklassiker, dieses Mal mit Ben Stiller und Jennifer Aniston. Für mich nicht der beste Film mit Stiller, aber doch voller lustiger Ideen. Reuben wird während der Hochzeitsreise von seiner Frau betrogen und lernt daraufhin die verrückte und lebenslustige Polly kennen, die so anders ist als der alles planende und analysierende Reuben, doch zwischen den beiden funkt es. Stiller und Aniston machen ihre Sache gut, aber wie bei vielen Komödien sind die Nebendarsteller die mit den besten Szenen. Philip Seymour Hoffman hat hier ein paar seiner großartigsten Szenen als gealterter Kinderstar, der immer noch daran glaubt, ein Star zu sein. Aber am besten ist natürlich das fast blinde Frettchen, das ständig gegen die Wand läuft. Ein netter Film für Zwischendurch.

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