„Gegen jeden Zweifel“ – Justizthriller der routinierten Sorte

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Es ist gar nicht so lange her, als die Kritik zu „Das Gesetz der Rache“ auf dem Blog erschien und die fehlende Ausarbeitung des interessanten Themas bemängelt wurde. „Gegen jeden Zweifel“ besitzt ebenfalls als Justizthriller und Remake gute, wenn auch sparsame Ansätze, ansonsten ist es aber ganz dem Mainstream verschrieben.

C.J. ist Reporter, doch damit nicht sehr erfolgreich. Deswegen will er etwas sehr riskantes machen, um mit einer großen Story beruflich wieder ganz oben zu sein. Er will beweisen, dass der Staatsanwalt Haunter Beweismittel fälscht und hängt sich deswegen selber einen Mord an, um Haunter vor Gericht bloßzustellen. Doch C.J. hat nicht geahnt, wie weit sein Gegenspieler gehen wird.

Wie in „Das Gesetz der Rache“ behandeln beide Filme die Justiz und deren Fehlentscheidungen. Auch die Thematik um Fälschungen und der damit verbundenen Konsequenz, einen unschuldigen Mann hinzurichten, birgt Potential, doch sie geht irgendwo unter zwischen perfekt aussehenden Schauspielern und Gags. Der Film von Peter Hyams hat nämlich das Problem, das er selber nicht weiß, was er sein will. Die Story ist prinzipiell spannend, nur leider viel zu lasch, oft geht der Film nicht weiter und daher kommt nur selten wirklich Spannung auf. Dafür wird eine vollkommen übertriebene Musik bei jeder vierten Szene abgespielt, die einen an einen 80er Jahre Reporterfilm erinnert und von der Dramatik nicht im Verhältnis zu der im Film meist nicht sehr spannenden Situation steht. Dazu kommt noch eine Liebesgeschichte, die zwar irgendwo ihren Sinn hat, trotzdem viel zu schmalzig geraten ist und in dem Drehbuch sind mehr Gags enthalten als in einem „American Pie“-Film.

Leider haben auch die Schauspieler nicht die Chance, um aus ihren Figuren wirklich etwas rauszuholen. Michael Douglas macht seine Sache solide, die beiden Hauptdarsteller/in Jesse Metclife und Amber Tamblyn scheinen lediglich Mainstream-Darsteller zu sein, die nicht viel mehr Leistung erbringen können.

Generell ist die Frage, wo der Film hin wollte. Neben der Tatsache, dass die Darsteller nach Schönheit und nicht nach Talent gecastet wurden und ein Filter bei den Bettszenen draufgelegt wurde, damit deren Gesichter noch glatter und schöner aussahen, gerät der Film auch sonst von der interessanten Thematik wieder zum klassischen Mainstream. Statt einem Anspruch kommt lediglich ein netter und vor allen Dingen harmloser Thriller, der keinem wehtut. Einige Wendungen im Drehbuch sind zwar nett, generell bis auf wenigen Stellen blieb es ein vorhersehbarer Film. Wenn ziemlich am Ende des Films der Satz „Fick dich!“ kommt, ist das auch sehr bezeichnend für den kompletten Film. Trotz des guten Ansatzes gerät „Gegen jeden Zweifel“ in Belanglosigkeit oder in solche sinnentfreiten und vor allem unangebrachten Dialoge.

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Ein Kommentar

  1. Oh man, der Film wirkt gerade durch seine Darsteller oft ziemlich unfreiwillig komisch, ich stimme BATEMAN zu, nach Talent wurde hier nicht gecastet, selbst Michael Douglas kann nicht viel retten.

    Grundsätzlich ist die Story ja ganz nett, aber irgendwie doch sehr plumb durchdacht, irgendwie benimmt sich hier jeder dümmer, als er in der Wirklichkeit in seinem Beruf vorgehen würde, einer ist trotteliger als der andere. Immerhin wird der Film nicht wirklich peinlich, aber er bleibt weit davon weg, gut zu werden. Auf jeden Fall gibt es nicht unbedingt Gründe, warum man jemandem diesen Film empfehlen sollte.

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