„The Book of Eli“ – Postapokalyptischer Denzel Washington

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Mal wieder ein bildgewaltiger Trip in eine Zeit nach einem atomaren Weltkrieg, Denzel Washington kämpft sich durch eine farb- und trostlose Welt, in der jeder ums nackte Überleben kämpft. Gerade die langen, weiten Einstellungen und vielen dialoglosen Momente erinnern stark an einen Western und nicht zuletzt dank den großartig besetzten Darstellern kann einen dieses Szenario schnell in seinen Bann ziehen und sogar am Schluss noch einmal richtig verblüffen.

Eli kämpft sich 30 Jahre in der Zukunft durch eine düstere, vernichtete Welt, um ein Buch nach Westen zu bringen. Die Jahre in der Einsamkeit haben ihn zu einem Einzelgänger und guten Kämpfer werden lassen, niemand kann ihn aufhalten. Doch als in die Stadt von Carnegie kommt, der schon seit langem nach Elis Buch sucht, stehen im eine Überzahl von Gegnern gegenüber. Doch mit Hilfe der jungen Solara setzt Eli seinen Weg nach Westen fort, doch die Verfolger holen immer mehr auf…

Denzel Washington spielt mal wieder einzigartig und Gary Oldman darf nach netten Rollen in „Harry Potter“ und „The Dark Knight“ endlich wieder das böse Arschloch spielen. Doch auch „Die wilden 70er“-Jackie Mila Kunis passt mit ihrer puppenhaften Erscheinung gut in die Rolle der zu beschützenden Solara. Tolle Aufnahmen und eine einfache aber doch spannende und kurzweilige Story runden den Film ab. Völlig gewaltlos geht es hier natürlich nicht ab, Denzel Washington hinterlässt auf seinem Weg so einige Leichen, die auch mitunter einen recht fiesen Tod sterben. Insgesamt aber einer der besseren Endzeit-Thriller, der mit seinem überraschenden Ende noch einmal mehr seine Klasse beweist. Wer auf Filme dieser Art steht, wird begeistert sein, auch Westernfans dürften voll auf ihre Kosten kommen.

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7 Kommentare

  1. Ich war von dem Film wirklich beeindurckt.
    Von dem Endzeitthema habe ich nicht wirklich viel erwartet.
    Doch ich war positiv überrascht, dass die Darstellung der Zukunft bei „the book of Eli“ in meinen Augen nicht weit hergeholt ist.
    Wenn es ums Überleben geht, werde die Menschen nicht Händchen haltend durch die Gegend springen, sondern Gewalt und Verrat wird herrschen. Doch in dem ganzen Mist, werden einige Wenige an das festhalten, was ihnen wichtig erscheint. Doch auch die müssen manchmal über ihre moralische Grenzen hinausschreiten.
    Diese Spannung der Menschen und Konflikte wurde super dargestellt.

    Der Witz des Films wurde für mich auch erhalten, indem man immer wieder darüber schmunzeln konnte, was denn nach sovielen Jahren immer noch erhalten blieb. Das Product Placement hat mir dazu auch noch ein zwei Lacher geschenkt.

    Für mich gibt es aber dennoch ein paar Stellen gegen Ende, die dann doch etwas unrealistisch im Vergleich zu der restlichen schlüssigen Story waren, bzw. die für mich nicht aufgeklärt wurden.

    Aber darüber kann man hinweg sehen, da man ansonsten einen guten Film, mit tollen Bildern, guter Story und super Schauspielern präsentiert bekommen hat, garniert durch ein Ende, was dann noch mal zum Nachdenken anregt.

  2. Hm, vermutlich auch durch die positive Resonanz hier war ich letztlich ein wenig enttäuscht vom Film. Und das leider nur aufgrund der bitteren Aussage, die wieder einmal so nur aus Amerika kommen konnte.

    Denn ansonsten ist der Film wirklich gut; optisch kann man dem Film kaum was ankreiden; die Bilder sind toll, die Endzeitatmosphäre ist klasse! Eine geniale Stimmung wird aufgebaut. Auch schauspielerisch sind alle überzeugend und Gary Oldman ist einfach ein genialer Schauspieler, dem man gerne zusieht. Schade, dass dann mit der Thematik und vor allem dem Ende dann der Film so weit runtergezogen wird, denn die Aussage wird vermutlich so einige zur Verzeiflung treiben.

    [spoiler]
    Dass es sich um die Bibel handelt, war vielleicht ein wenig platt, aber nicht schlimm; ich hatte eigentlich erwartet, dass er selbst was Ähnliches geschrieben hat. Auch die Thematik, die kurz aufkam, dass Gary Oldman das Buch haben will, um dessen Macht zu missbrauchen und die Unbildung bzw. Hilflosigkeit der Menschen erneut auszunutzen, wie es ja schonmal geschehen ist, war super. Auch, dass Denzel angedeutet hat, der Krieg wäre ja letztlich nur durch dieses Buch ausgelöst worden und dass man versucht hat, alle Bücher zu vernichten. Konsequent wäre gewesen, wenn entweder Gary Oldman am Ende wirklich das Buch bekommen hätte und alles nochmal von Neuem beginnt oder Denzel Washington erkannt hätte, dass mit diesem Buch nie Frieden herrschen wird und er selbst ja auch kein Stück mehr nach den Grundsätzen des Buches gelebt hat und es am Ende selbst vernichtet.

    Aber dieser kritische Ansatz wird während des Films immer seltener, bis er ins Gegenteil gekehrt wird. Diese Ambiguität des Buches zu zeigen, wäre ja auch noch okay gewesen; dass es früher oder später zwar Konfliktpotential und Leid über die Welt bringen wird, aber für einige Schwache dennoch eine Stütze sein kann bzw. die, die anders keine Moral aufbauen können, darin zu unterstützen, dies dann in Massenhörigkeit zu einem Gott zu tun. Doch auch dieser ambige Ansatz geht spätestens dann flöten, wenn deutlich wird, dass Denzel blind ist. Es ist zwar ganz cool gemacht, dass man das durch den krassen Bildkontrast im Film vorher nicht gesehen hat, aber von der Aussage her bitter. Denn egal mit wieviel Glauben (Wortspiel), man kann sich leider nichts mehr schönreden; die Aussage ist schlicht und ergreifend, dass er von Gott geführt wurde. Und auch die Bibelzitate aus dem Off am Ende, gekoppelt mit der Botschaft, wie toll es doch sei, dass eine neue christliche Kultur entstehen wird, lässt dann keine Zweifel mehr. Schade.
    [/spoiler]

    Mein Fazit: Optisch und inszenatorisch klasse! Schade, dass dieses sonst doch eigentlich ziemlich gute Werk die interessanten Ansätze untergehen lässt zugunsten einer klaren, in meinen Augen schmerzhaft-naiven Aussage, durch die der Film mit der Zeit immer mehr und dann am Ende richtig verliert. Wer den Kopf ausstellt, wird den Film aber vermutlich genießen, denn bildgewaltig ist er auf jeden Fall.

  3. Ich kann Threepwood nur zustimmen. Im Prinzip ein gut bis sehr gut gelungener Film, solange man von der erschütternden Botschaft absieht, die verbreitet wird. Mir persönlich fällt das leider sehr schwer, trotzdem gebe ich noch „gute“ zwei Sterne (wirklich schade).

  4. Ein guter Film, der durch das Setting, die Inzenierung, die schön dargestellten Actionszenen und die Schauspielkunst besticht. Die Idee hinter dem Film gefiel mir gut, nur leider war die Zeit zu knapp. Ich habe immer noch auf ein „mehr“ gewartet, bis ich den Abspann sah. Trotz der also nicht so stark ausgebarbeiteten Idee, was ich schade fand, da man den Film ruhig zwanzig Minuten länger hätte machen können, störte mich die Hauptthematik nicht so sehr.

    [spoiler] Da es halt einfach zwei verschiedene Personen waren, die einen jeweils anderen Standpunkt zu der Bibel hatten, fand ich Denzel Washington als Pilgerer/Erwählten nicht schlimm. Kritik gab es an dem Buch genug war und ob er wirklich geführt werden würde oder es sich nur einbildet, eine ganz andere. Da das Ende die Bibel neben dem Koran und der Thora stellte, rückte damit auch mehr der kulturelle Aspekt in den Vordergrund. Die Symbolik mit der Blindheit ist natürlich wieder ein ganz anderes Blatt bezüglich der naiven Aussage. [/spoiler]

    Gute drei Sterne; hätte zu vier tendiert, doch dafür war der Film einfach zu kurz trotz genialer Aufnahmen.

  5. Ich reagiere ja normalerweise auch sehr allergisch auf religiöse Ansätze, aber hier haben sie mich nicht so gestört, ich habe das Ende aber auch nicht so interpretiert, wie andere es hier getan haben.

    [spoiler]Für mich hat Eli aufgrund seiner Blindheit eine deutlich ausgeprägtere Wahrnehmung, die hier sicher etwas übertrieben daher kommt, aber meiner Meinung nach nicht völlig unrealistisch ist. Wo er die Kampffähigkeiten erlernt hat und ob er schon immer blind war, wird ja nicht wirklich geklärt.

    Ich fand es klasse, dass die Bibel hier eben nicht nur als gutes Werkzeug dargestellt wird, sondern auch die eigentliche Verwendung in dieser Welt (Kontrolle und Manipulation der geistig Schwachen) zum Thema gemacht wird.

    Und in ein Archiv der wichtigsten Bücher der Menschheit gehört sie in jedem Fall, und wie Bateman schon meinte, wird die Bibel ja auch neben die Bücher der anderen Religionen gestellt, es geht hier also nicht um eine Vermittlung des christlichen Glaubens. Und was durch eine erneute Verbreitung wieder für Unheil angerichtet werden könnte, lässt der Film ja auch offen, die negative Variante ist ja trotzdem weiter möglich.

    Für mich ist Eli ein Fanatiker, der getrieben vom eigenen Wahn sein Ziel bis zum bitteren Ende verfolgt. Wer das als „geführt von Gott“ sehen will, kann das tun, muss es aber nicht, der Film lässt genug Platz für diverse Interpretationsansätze.

    Ich denke, ich werde „Book of Eli“ auf DVD erneut ansehen, um wie bei „Sixth Sense“ den Film aufgrund der Auflösung am Ende mit völlig anderen Augen sehen zu können, im wahrsten Sinne des Wortes. :)[/spoiler]

  6. Ein gut gemachter Film, der mir dennoch insgesamt so nicht gefallen hat.
    Ich habe nun mal etwas gegen diese Alleskönner und Alleinhelden; und dass dann auch noch die Erlösung von oben kommt bzw. kommen soll, ist für mich des Guten zu viel und typisch amerikanisch.
    Das ist sehr schade, weil die Thematik ansonsten filmisch gut in Szene gesetzt wird und auch die Schauspieler/In überzeugen.

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