„Agora“ – Religion zerstört Wissen und Verstand!

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Ach ja, der Glaube ist schon was Tolles, versteckt hinter dem Mantel der Hilfsbereitschaft dürfen ein paar geistig Schwache den angeblich doch so total gleichen Andersdenkenden ihre Hilfbereitschaft mit Schwertern in den Körper bohren. Es macht einen wieder nur agressiv, wenn man sieht, was die Kirche eigentlich alles auf dem Gewissen hat. Ohne unseren Kumpel Jesus, seinen Gott-Daddy und die Verrückten, die ihnen gefolgt sind, hätte man mit dem Wissen und den Errungenschaften der Römer, Griechen und Ägypter zum Beginn der Zeitrechnung heute schon um einiges weiter sein können und sich ein Mittelalter voll reliöser Schandtaten und aufgezwungener Dummheit schenken können.

Im vierten Jahrhundert lehrt die schöne Hypatia Wissenschaft und Philosophie in der Bücherei von Alexandria und versucht bei ihren Schülern den wachsenden Einfluss der Religionen auf die Weltsicht zu bremsen. Doch die immer stärker werdenden Christen setzen sich immer mehr durch und übernehmen immer mehr Machtpositionen, ihr Aufstand gegen die herrschenden Römer endet in der Vernichtung des über Jahrtausende gesammelten Wissens in der Bibliothek. Doch während Hypatia immer mehr Gesetzmäßigkeiten der Welt in Worte fasst, die erst Jahrhunderte später neu entdeckt werden sollen, gerät sie immer mehr auf die Todesliste der Christen, denn neben ihren „ketzerischen“ Theorien bringt sie noch etwas viel Schlimmeres in deren Augen mit sich: Sie ist eine Frau!

„Agora – Die Säulen des Himmels“ ist episch in Szene gesetzt, die Schauspieler spielen großartig und doch stehe ich dem Film mit gemischten Gefühlen gegenüber. Vielleicht braucht man hin und wieder einen solchen Film, um den Gläubigen der heutigen Zeit noch einmal zu demonstrieren, was sie in der Weltgeschichte alles angerichtet haben, da können noch so viele Diktatoren die Welt tyrannisieren, die Vernichtung von Wissen und Menschenleben im Namen der Religion wird niemals zu schlagen sein, zumal sie sich ja bis in unsere Zeit durchgesetzt hat. Und wenn ein Priester wieder frauenverachtende Teile aus der Bibel vorliest, fragt man sich auch heute noch, wie Menschen sich eigentlich hinter dieses Buch und seine Botschaften stellen können, die Texte sind schließlich noch die selben. Aber um unsinnige, billige Erklärungen waren Gläubige ja noch nie verlegen, im Notfall ist es halt Gottes großer Plan, egal wie scheiße, brutal und menschenverachtend er auch sein mag.

Allerdings ist es doch wieder faszinierend zu sehen, auf welchem Wissensstand die Menschheit bereits gewesen ist, bevor sie sich ins düstere, dumme Mittelalter hat stürzen lassen. Es fällt mir aber schwer, eine Zielgruppe für diesen Film zu bestimmen, denn ich hätte den Film vor Wut fast nicht durchgehalten. Ich bin im wahrsten Sinne des Wortes mal wieder vom Glauben abgefallen!

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Ein Kommentar

  1. Thematisch interessant und visuell großartig; selten habe ich eine antike Stadt so bombastisch und dennoch nicht billig-animiert aussehend auf Film gesehen. Toll! Die mehr oder weniger angedeutete Liebesgeschichte hätte allerdings nicht sein müssen; auch wirken die beiden Themen – einerseits die Ausbreitung des Christentums, andererseits Hypatias astronomische Erkenntnisse – nicht immer zusammenpassend, wodurch der Film (ohnehin schon in zwei Teile gespalten) recht fragmenthaft wirkt. Dennoch ist er alleine inhaltlich sehenswert, demonstriert der Film vielleicht einigen Leuten wieder einmal, an was sie „glauben“. Traurig genug, dass sich viele Menschen kaum weiterentwickelt haben (der Film spielt vor über 1500 Jahren) und dennoch die gleichen Schriften angebetet werden; und nicht nur in den USA, sondern leider zur genüge auch noch in Europa und auch Deutschland. Aber jene Menschen, die sich vielleicht durch solch einen Film ihrer Naivität bewusst werden könnten, Religionen würden nicht zwangsläufig immer irgendwann zu Konflikten und Zerstörung führen, werden sich den Film vermutlich nicht anschauen oder sich einreden, dass damals ja nur falsch an die Sache herangegangen worden ist.

    Stell dir vor, jemand erzählt von einem Gott, und keiner hört hin …

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