„Verdammnis“ – Enttäuschende Fortführung der Trilogie

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Leider habe ich die Fortsetzung des schwedischen Krimis „Verblendung“ im Kino verpasst und erst jetzt das Mittelstück der „Millenium“-Trilogie auf DVD sehen können. Den finalen Teil „Vergebung“ werde ich dann aber auch demnächst sehen, der ist nämlich gerade im Kino angelaufen. Doch zuerst zurück zu „Verdammnis“, der nach dem gut gelungenen ersten Teil schon eine Enttäuschung an allen Fronten ist. Das liegt nicht nur an der bruchstückhaften Handlung, die sich einem wohl nur erschließt, wenn man das Buch kennt, sondern auch an den oft sehr an amerikanische Filme erinnernden übertriebenen Actionszenen.

Als ein junger Journalist, der mit Mikael Blomkvist an einer brisanten Story über Prostitution und Mädchenhandel arbeitet, zusammen mit seiner Freundin ermordet aufgefunden wird, wird ausgerechnet Lisbeth Salander die Hauptverdächtige. Kurz darauf wird auch Lisbeths perverser Vormund tot aufgefunden. Blomkvist, der trotz allem an Lisbeths Unschuld glaubt, versucht daraufhin auf eigene Faust Lisbeth und natürlich auch den wahren Mörder zu finden.

Manchen Buchverfilmungen merkt man nicht an, dass man für die Filmfassung vieles kürzen und anpassen musste, um den Hauptplot in die kurze Laufzeit eines Films zu pressen, „Verdammnis“ gehört leider nicht dazu, hier wirkt vieles gehetzt, gekürzt und daher oft sehr unverständlich. Viele Personen, viele Handlungsstränge und doch irgendwie kein richtiges Konstrukt. Dafür lieber Autoverfolgungen und ein an James Bond erinnernder blonder Riesenmensch, der keinen Schmerz empfindet und sich dann schön mit einem Kickboxer-Pärchen kloppen darf. Das wirkt nach dem schon fast zu böse realistisch wirkenden ersten Teil einfach zu billig. Dazu kommt, dass das bei „Verblendung“ noch brilliante Spiel der Hauptdarsteller Noomi Rapace und Michael Nyquist hier auf ein allenfalls routiniertes Agieren zurückfällt. Und während in den spannenden 153 Minuten von „Verblendung“ nie Langeweile aufkam, führt die Tatsache, dass man der bruchstückhaften Handlung der Fortsetzung nach einiger Zeit sowieso nicht mehr richtig folgen kann, trotz der kürzeren Lauflänge von 129 Minuten oft sogar schon zu Langeweile.

Wäre es bei Mittelstücken einer Trilogie nicht oft so, dass einem diese immer etwas unvollständig erscheinen, würde ich fast empfehlen, nach dem ersten Teil aufzuhören, aber vielleicht hebt „Vergebung“ das Niveau ja wieder in die alte Liga an.

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