„24“ – Rückblick auf 8 Staffeln in Echtzeit mit Jack Bauer

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Zwei Serien waren es, die mich als absoluten Filmfan zu einem Seriensüchtigen gemacht haben: „Lost“ und „24“! Damals waren bereits drei Staffeln der Actionserie mit Kiefer Sutherland auf DVD erschienen, die ich wirklich in wenigen Tagen durchgeschaut hatte. Der Suchtfaktor war groß, die Grundidee mit der Echtzeit gelungen und die Mischung aus Spannung und Action wirklich einzigartig. Jack Bauer ist inzwischen wohl ein Name, den jeder kennt, kaum jemand hat noch nicht von „24“ gehört oder ist der Serie bereits verfallen. Und doch gab es auch hier von Staffel zu Staffel immer mehr Kritikpunkte, in diesem Jahr läuft auch bei uns die finale achte Staffel, die gerade in der zweiten Hälfte noch einmal zur absoluten Höchstform aufläuft und der Serie nach einigen Rückschlägen einen gelungenen Abschluss verpasst.

Vorsicht, ich gehe hier auf den Verlauf aller Staffeln ein, es besteht also höchste Spoilergefahr! Infos zur finalen achten Staffel habe ich aber mit Spoilertags verborgen!

Staffel 1

Jack Bauer ist Leiter der CTU, einer Regierungsbehörde zum Schutz gegen terroristische Anschläge, und soll einen geplanten Anschlag auf den schwarzen Präsidentschaftskandidat David Palmer verhindern. Doch die Terroristen haben auch Bauer im Visier und entführen seine Frau und Tochter. Jack schafft es, seine Familie zu retten und die Terroristen zu töten, doch seine ehemalige Geliebte und Partnerin bei der CTU, Nina Meyers, entpuppt sich als Maulwurf und tötet Jacks Frau, kann aber gefasst werden.

Staffel 2

Jack Bauer ist zurückgetreten und völlig neben der Spur, aber der inzwischen zum Präsidenten gewählte David Palmer bittet ihn dabei zu helfen, eine von Terroristen eingeführte Atombombe ausfindig zu machen. Um Informationen zu erhalten wird Nina Meyers begnadigt. Die Atombombe wird gefunden und in der Wüste zur Explosion gebracht, da sie nicht mehr entschärft werden kann. Als der Präsident einen Vergeltungsschlag ausführen will, findet Jack heraus, das amerikanische Ölkonzerne hinter dem Anschlag stecken und verhindert so einen Krieg.

Staffel 3


Um einen tödlichen Virus zu finden, schleust Jack sich in einem Drogenkartell ein und befreit dafür einen Drogenbaron aus dem Gefängnis. Wieder ist Nina Meyers bei dem Deal um den Virus im Spiel, wird aber von Jack getötet. Doch der Virus wird in einem Hotel freigesetzt und weitere Anschläge angekündigt, doch Jack kann die Drahtzieher und das Virus rechtzeitig finden.

Staffel 4


Jack Bauer ist für den Verteidigungsminister tätig und hat eine geheime Beziehung zu seiner Tochter Audrey. Als ein Fernsteuergerät für Atomkraftwerke entführt wird, holt man Jack zur CTU zurück. Als Ablenkungsmanöver werden der Verteidigungsminister und seine Tochter entführt, die Terroristen planen durch eine Kernschmelze die USA atomar zu verseuchen, was größtenteils verhindert werden kann. Da die Air Force One mit dem neuen Präsidenten zum Absturz gebracht wird, wird Vize Charles Logan zum Präsident vereidigt. Jack bricht in die chinesische Botschaft ein, um deren Mitwirkung aufzudecken und in letzter Sekunde einen Atomraketenanschlag zu verhindern. Um der Rache der Chinesen zu entgehen, wird Jacks Tod vorgetäuscht.

Staffel 5

Nach einer Mordserie, in der David Palmer und Michelle Dessler getötet und Jacks langjähriger Partner und Michelles Mann Tony Almeida schwer verletzt werden, taucht Jack aus dem Untergrund auf. Eine Geiselnahme am Flughafen soll von einem Komplott zur Verhinderung eines Friedensabkommens zwischen den USA und Russland ablenken. Dazu wird Giftgas an einigen Stellen eingesetzt, auch in der CTU. Jack kann weitere Giftgas-Anschläge verhindern und die Terroristen auf einem U-Boot stellen und töten. Jack deckt auf, dass Präsident Logan Drahtzieher der Aktion ist, wird aber von den Chinesen verschleppt.

Staffel 6

Während Terroranschläge die USA erschüttern, wird Jack Bauer vom neuen Präsidenten Wayne Palmer von den Chinesen freigekauft, allerdings soll Jack einem Terroristen übergeben werden, der informationen preisgeben will. Jack deckt wieder eine Verschwörung auf, in die sein eigener Vater und Bruder involviert sind. Eine wilde Jagd nach Atomsprengsätzen beginnt. Jack kann seinen Neffen auf einer Ölplattform retten, bevor diese in die Luft gesprengt wird.

Staffel 7

In einem Spielfilm-Prequel zur Staffel ist Jack in Afrika untergetaucht und hilft dort einem Freund beim Kampf gegen afrikanische Terroristen, kann ein paar Kinder retten und wird dann aber festgenommen, um sich in den USA für seine Vorgehensweisen zu verantworten. Die Staffel beginnt mit der Anhörung in Washington, bei der Jack abgeholt und von der Agentin Renee Walker zum FBI gebracht wird. Die neue Präsidentin wird erpresst, den Rückzug amerikanischer Truppen aus Afrika zu befehlen, um terroristische Anschläge zu verhindern, zu den Drahtziehern gehört auch Tony Almeida. Doch Jack findet heraus, dass auch Personen aus der Regierung beteiligt sind, schleust sich bei den Terroristen ein und deckt ein Komplott mit einem amerikanischen Militärunternehmen auf, die nach der Enttarnung mit dem Zünden einer Biowaffe drohen. Das kann verhindert werden, doch Jack wird infiziert. Mit den restlichen Erregern der Biowaffe wollen Tony und seine Komplizen einen letzten Anschlag ausführen, der aber ebenfalls verhindert werden kann. Jack liegt im Sterben.

Staffel 8

Spoiler zeigen

Fazit

„24“ wäre sicher auch so eine spannende Actionserie geworden, doch die Idee, jede Folge eine Stunde Echtzeit umfassen zu lassen und das ganze dann über 24 Folgen bzw. Stunden sich erstrecken zu lassen, sorgt natürlich für ein völlig anderes Empfinden. Zeitdruck bekommt so eine ganz andere Bedeutung und auch Wirkung. Leider wurde das Prinzip der Echtzeit immer mehr aufgeweicht, um mehr Handlung und Action in die einzelnen Folgen bringen zu können. So brauchte Jack in der ersten Staffel auch mal fast eine Folge, um an einen anderen Punkt in der Stadt zu kommen, heute schafft er es in einer Stunde mehrfach in einer amerikanischen Großstadt von der einen Seite zur anderen.

Wer nicht auf solche oder zahlreiche andere Logikfehler achtet, wird von der Serie auf jeden Fall gut unterhalten und mitgerissen. Leider wurden nach der dritten Staffel viele Charaktere ausgetauscht und viele unsympathische neue Personen eingeführt. Da bei „24“ jeder außer Jack Bauer entbehrlich ist, sollte man sich nie zu sehr an einen Charakter der Serie gewöhnen, zu schnell ist er tot oder entpuppt sich als Verräter. Aber auch das erhöht natürlich den Spannungsfaktor. Zudem konnte man viele bekannte Schauspieler für Gastrollen verpflichten wie Dennis Hopper, Jürgen Prochnow, Sean Astin, Michael Madsen, Jon Voight, Thomas Kretschmann, Arnold Vosloo, Peter Weller und James Cromwell.

Wenn man davon absieht, dass die Serie immer mehr zur Übertreibung und zum Unrealismus neigt und sehr durch den Nationalstolz der Amerikaner geprägt wird, bleibt unterm Strich trotzdem eine der besten Actionserie aller Zeiten, die sich auch mal traut, das Amt des amerikanischen Präsidenten zu beschmutzen und einen Blick hinter die dreckigen Kulissen der Machtwelt der Politik zu blicken, denn oft sind es nicht nur die Terroristen, die hier die Fäden ziehen, irgendwie mischt jemand aus der Regierung und den eigenen Reihen immer mit. Brisant sind allerdings die Fragen, die die oft sehr brutale Vorgehensweise von Jack Bauer aufwerfen. Darf man für „das Gute“ so sehr gegen die Regeln und Menschenrechte verstoßen? Ist es richtig, was Jack Bauer tut? Ist eine Einrichtung wie die CTU mit all ihren Überwachungsmöglichkeiten ein Segen für ein Land wie die USA oder eher eine Katastrofe für die Freiheit des Individuums?

Die Serie „24“ ist vorbei, doch Jack Bauer soll auf der Kinoleinwand zurückkehren, wann und in welcher Form ist noch nicht klar, aber vielleicht tut der Wechsel in einen anderen Filmbereich der sich langsam totlaufenden Idee der Serie ja mal ganz gut. Nach der achten Staffel, die noch mal so richtig fesseln konnte, bin ich auch wieder gespannt auf die Kinofilme und trotzdem froh, dass man die Serie beendet hat, ohne sie komplett zu zerstören.

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4 Kommentare

  1. Ich habe die 8. STaffel nicht gesehen, würde sonst den Staffeln ähnliche Bewertungen geben. Die Idee der ersten Staffel war einfach klasse, aber ab der 4. Staffel in dieser sich immer nur wiederholenden Form ausgelutscht und langweilig. Ich gebe gerade so insgesamt noch 4 Sterne aufgrund der einsmals tollen Idee.

  2. Ich weiß schon gar nicht mehr bis wo ich gesehn hab. Irgendwo 7. Staffel. Da hatte ich keien Motivation mehr weiterzusehn:

    Immer das selbe. Alle Behörden der USA sind voll von inkompetenten, eitlen, streitsüchtigen, aroganten Tölpeln, die mal gar nichts gebacken bekommen und die ganze Staffel über nur nerven. Da hilft es auch nicht die CTU zu schließen (was mal richtig Not tat. Die war ja schon von Maulwürfen durchgepflügt worden), wenn man das nervende Prinzip beibehält.
    Dann sind da noch irgendwelche korrupten Politiker, die da auch tonnenweise Dreck am Stecken haben. Und alle wissen Bescheid, nur sagt keiner was, weil die selber bis zum Hals in der Schei** stecken.

    Ach ja, und nur Jack Bauer hat den Durchblick und die Fähigkeiten den ganzen Leuten mal kräftig in den Allerwertesten zu treten. Scheinbar ja schon 8 Staffeln lang; Glaubwürdigkeit ade.

    Was ich damit eigentlich bloß sagen wollte:

    Im Titel des Artikels fehlt ein „b“

    Es muss „Rückblick“ heißen! Mit Lecken hat das nichts zu tun ;)

    Achso, Fazit:

    Das Konstrukt 24 ist für mich inzwischen insgesamt nur 3 Sterne wert.

    Die erste Staffel aus Sicht von damals definitiv 5 Sterne.

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