„The Pacific“ – HBO-Miniserie über den Pazifikkrieg

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Mit „Band of Brothers„, der HBO-Miniserie über eine amerikanische Einheit im Zweiten Weltkrieg in Europa brachten die Produzenten Steven Spielberg und Tom Hanks Kino in die TV-Welt, mit riesigem Budget wurde eine der aufwendigsten TV-Serien aller Zeiten gedreht. Vor wenigen Tagen ist jetzt in gewisser Weise die Fortsetzung bei uns auf DVD und Blu-ray erschienen, denn mit „The Pacific“ hat das Produzenten-Duo einen weiteren Meilenstein geschaffen. Dieses Mal geht es an das andere Ende des Zweiten Weltkriegs in den Pazifikkrieg zwischen den USA und Japan.

Als die Japaner mit dem Angriff auf Pearl Harbour die Amerikaner in den Zweiten Weltkrieg holen, kämpfen diese nicht nur in Europa gegen die Nazis, sondern auch im Pazifik gegen die Japaner. Die Marines sind die ersten, denen auf Inseln mit undurchdringlichem Dschungel und tödlichem Klima ein fast unbesiegbarer Gegner gegenübersteht, die Japaner sind nicht nur mit der Umgebung und der Witterung besser vertraut, für sie gibt es auch keine Kapitulation. Nach enormen Verlusten auf beiden Seiten weiß bald kein Soldat mehr, warum er am Anfang freiwillig in den Krieg gezogen ist.

Einmalige und eindringliche Aufnahmen, ein Schwung großartiger Jungdarsteller, tolle Effekte und eine mitreißende Erzählweise lassen „The Pacific“ zwar den Meilenstein „Band of Brothers“ nicht überholen, aber ganz knapp einholen. Die Qualität der zehn Folgen hat durchaus Kinoniveau und bietet wieder einen tiefgehenden und bewegenden Einblick in die unbarmherzige Zeit des Zweiten Weltkriegs. Es ist schon seltsam, dass einem als Europäer der Zweite Weltkrieg in erster Linie als ein Krieg auf dem europäischen Festland bekannt ist, bisher ist der große Schauplatz im Pazifischen Ozean bisher nur am Rande über den Weg gelaufen, somit konnte ich hier sogar noch ein paar Bildungslücken füllen.

Was die beiden Miniserien auszeichnet, ist der ungeschönte Blick auf einen grausamen Krieg, hier wird deutlich, was der Krieg anrichtet und was er aus Menschen macht, es geht nicht um die Verherrlichung von Soldaten oder dem amerikanischen Militär, hier bleibt nicht viel Menschlichkeit. Auch hier versucht man den dokumentarischen Charakter beizubehalten, die Handlung des Film basiert auf Memoiren von echten amerikanischen Soldaten, die auch als Hauptcharaktere den Film begleiten.

Ich persönlich finde es allerdings schade, dass man den Krieg auf Iwo Jima zugunsten einer recht langatmigen Folge über John Basilone fast komplett weggelassen hat. Vermutlich war man der Ansicht, dass nach Clint Eastwoods Filmen „Flags of our Fathers“ und „Letters from Iwo Jima“ schon genug über diesen Teil des Pazifikkrieges erzählt wurde.

Wer „Band of Brothers“ mochte, sollte sich „The Pacific“ aber auf keinen Fall entgehen lassen!

Bildergalerie (zum Vergrößern anklicken)


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Ein Kommentar

  1. In einem Kriegsfilm, wo Kriegsszenarien in Szene gesetzt werden, wird zwangsläufig ästhetisiert. Paradebeispiele sind wohl „James Ryan“ oder „Band of Brothers“. Und nach allem, was ich gesehen habe (sämtliche Werbung z. B.), bei „The Pacific“ ebenso (alleine das hochgradig stilisierte Intro). Insofern sollte man sehr vorsichtig sein zu sagen, so eine Serie sei ungeschönt. Selbst wenn das, was gesagt wird, den Krieg kritisiert (wäre schlimm, wenn das heutzutage nicht der Fall ist), wird er dennoch automatisch visuell verklärt, stilisiert und somit perfektioniert. Letztlich geht es bei solchen „Anti“-Kriegsfilmen dann doch darum, stilisierte Kriegsaction zu genießen und so eine Serie fußt dann doch auf der Faszination bezüglich Krieg. Darum ist das wohl einfach nicht mein Genre.

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