„Ein Mann von Welt“ – Norwegische Gangster-Melancholie

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Der Jubiläums-Sneak-Marathon im Cineplex Münster hat kürzlich mit dem nordischen Gangsterstreifen „Ein Mann von Welt“ gestartet. Hans Petters Film ist nicht nur ruhig, sondern regelrecht langsam und mit typisch nordischem Humor – staubtrocken und schwarz. Allerdings schafft der Film es nicht, allzuviel Unbekanntes zu zeigen und bietet im Großen und Ganzen „nur“ alles, was man von einem nordischen Gangsterfilm auch erwartet, angefangen bei den kuriosen Charakteren. Aber den Darstellern, besonders Hauptdarsteller Stellan Skarsgård, ist es zu verdanken, dass der Film trotz Langatmigkeit gut unterhält.

Inhalt

Als der wegen Mordes verurteilte Ulrik (Stellan Skarsgård) aus dem Gefängnis entlassen wird, drängt ihn sofort sein früherer Boss Jensen (Björn Floberg) dazu, Rache an dem Mann zu nehmen, der Ulrik ins Gefängnis gebracht hat, verhilft ihm zu einem neuen Automechaniker-Job und lässt ihn bei seiner unattraktiven Schwester (Jorunn Kjellsby) unterkommen, die dafür allerdings fleischliche Entschädigung erwartet. Doch Ulrik, ein typischer Mitläufertyp, ist sich letztlich gar nicht so sicher, ob sein Leben wieder die alten Bahnen einschlagen soll …

Kritik

Der Film bietet eine schön ruhige und angesichts der einprägsamen Sexszenen, bei denen man am liebsten die Augen abwenden möchte, eine durchaus wirkungsvolle Lehrgeschichte über das Nein-Sagen. Stellan Skarsgård spielt die Hauptfigur als wortkargen Einzelgänger, der nicht viel mit seinem Leben anzufangen weiß und gleich von mehreren Frauen sexuell ausgenutzt wird, da er einfach nicht in der Lage ist, nein zu sagen. Es macht Spaß, Skarsgård in seiner Rolle zuzusehen, insbesondere, wie er sich mehr oder weniger freiwillig von einer in die nächste schlechte Lage drängen lässt. Die Nebenfiguren sind recht skurril, wenn auch für nordische Filme nicht ungewöhnlich, und sind gut gespielt.

Optisch verleiht der Film durch seine langen, ruhigen Aufnahmen, der monotonen Schneelandschaft und besonders auch der farbentsättigten Bilder (völlig gegensätzlich zum in meinen Augen unpassenden deutschen Filmposter) eine sehr überzeugende triste, melancholische Atmosphäre. Der Film ist eine Mischung aus Drama und subtiler Komödie. An Genregrößen wie „Adams Äpfel“ oder „Flickering Lights“ kommt „Ein Mann von Welt“ nicht heran, aber wer sich einen ruhigen Abend machen will, nordische Filme mag und über schwarze Situationskomik lachen kann, ist mit dem Film wohl zumindest nicht völlig falsch bedient.

Fazit

Eine typisch skandinavische, schwarze Gangsterkomödie, die das Rad nicht neu erfindet, dennoch zumindest Fans von ruhigeren Filmen und trockenem Humor zufriedenstellen kann. Sehenswert ist der eigentlich mittelmäßige Film dann aber nicht zuletzt durch einen tollen Stellan Skarsgård.

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