„Morning Glory“ – Harrison Ford im Frühstücksfernsehen

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Das Frühstücksfernsehen hat viele von uns sicher schon seit der Kindheit begleitet, ob die etwas seriösere Version von ARD und ZDF oder eher die etwas buntere Version von Sat.1 und RTL. „Morning Glory“ hat sich dieser TV-Institution angenommen und mit Altstars wie Harrison Ford, Diane Keaton und Jeff Goldblum sowie Nachwuchsstar Rachel McAdams ausgestattet, um einen lustigen Blick auf das Werkeln vor und hinter den Kulissen zu werfen. Das Ergebnis kann dann aber nicht wirklich überzeugen.

Produzentin Becky Fuller startet als Neuling bei einem Frühstücksprogramm und feuert gleich am ersten Tag den männlichen Moderator. Als Ersatz schafft sie es, Journalisten-Urgestein Mike Pomeroy mit Geld und Vertragsklauseln einzubinden. Der stellt sich jedoch stur gegen jede Art von Unterhaltung und besteht auf seriösem Journalismus, was zu ständigen Streitereien mit Moderatorin Colleen Peck führt. Als der Senderchef das Aus des Programms ankündigt, wenn die Quoten nicht steigen, versucht Becky, mehr Abwechslung in das Programm zu bringen und außerdem auch Mike für ihre Ideen zu gewinnen.

Die Idee ist nett, die Umsetzung ebenfalls, allerdings auch absolut nicht mehr, denn der Film krankt nicht nur an seiner nervigen Hauptdarstellerin, er schafft es leider auch nicht, seine leicht kritischen Ansätze auszubauen und vermittelt so im Endeffekt sogar die völlig falsche Botschaft, dass Anspruchslosigkeit im Fernsehen eben doch der richtige Ansatz zum Erfolg ist.

Harrsion Ford macht als sturer, eingebildeter Journalist Spaß, Diane Keaton passt in die ihr zugewiesene Rolle, Jeff Goldblum taucht kaum auf, aber Rachel McAdams will einem so gar nicht in den Kram passen. Als dürrer, ständig unter Strom stehender Workaholic, der wegen der Sendung nicht fähig ist, abzuschalten oder sowas wie ein Privatleben aufzubauen, wirkt sie sofort unsympathisch und bisweilen sogar anstrengend. Auch hier fragt man sich, warum auch hier unterm Strich ihre bedingungslose Hingabe an den Job nicht genug kritisiert wird.

Insgesamt bleibt „Morning Glory“ ein nette Komödie, die man nicht gesehen haben muss, aber noch genug Unterhaltungsbrocken bietet, wenn man für einen Sonntagabend nichts besseres zum Anschauen hat. Hätte man sich etwas mehr gegen Arbeitsbesessenheit und niveauloses Programm gewendet, hätte nicht nur Harrison Ford diesen Film bereichert.

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